Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Werbung für Qualität

May 13th, 2013 written by moritz

Es ist ein Armutszeugnis, welches sich die großen Onlinenachrichtenseiten selbst ausstellen. Gemeinsam rufen Spiegel Online, FAZ.net, Sueddeutsche.de, Zeit-Online, RP Online und Golem ihre Leser dazu auf, zukünftig auf Adblocker zu verzichten. Durch diese Adblocker würden ihnen bis zu 25% der möglichen Werbeeinnahmen entgehen und es wäre schwer, weiterhin den Qualitätsstandard zu halten.

Welchen Qualitätsstandard? Online-Zeitungen leben in erster Linie von ihrer Aktualität und Diversifikation. Ereignisse von weltbewegendem Ausmaß, wie der Rücktritt eines Politikers, ein Anschlag oder das aktuelle Ergebnis eines Sportevents interessieren zum Zeitpunkt oder kurz nach dem Ereignis viele potentielle Leser. Meist machen die Redaktionen auch mit einem entsprechenden Teaser auf ihrer Hauptseite auf. Doch morgen, wenn das nächste bahnbrechende Ereignis ansteht, kann damit schon kein Leser mehr begeistert werden.

Der Leser nutzt die Angebote der Online-Auftritte der großen Zeitungsverlage in erster Linie, um einen aktuellen, schnellen Überblick über das Tagesgeschehen zu bekommen, so wie man früher vermutlich die Tageszeitung genutzt hat, um zu erfahren, was gestern in der Welt geschehen ist. So macht man das heute Live. Die Qualität dieser Live Artikel ist meist von untergeordnetem Interesse, denn für die Zeitung ist es erstmal nur wichtig, das Themenfeld zu besetzen, um Stammleser zu halten und neue zu gewinnen. Während sie die Stammleser mit dem Teaser auf der Startseite schon befrieden und informieren kann, findet sie neue in erster Linie durch Google oder Soziale Netze. Doch, um bei Google auffindbar zu sein oder in sozialen Netzen geteilt zu werden, muss man natürlich erstmal Inhalt produzieren. Dieser Inhalt wird dann (dem Leistungsschutzrecht entsprechend in Form kurzer, zu definierender Schnipsel) in Sozialen Netzwerken geteilt oder von Google indexiert und ist somit auffindbar. Internetnutzer, die nun durch diesen Schnipsel via Sozialen Netzwerk oder Google Suche darauf aufmerksam werden, folgen dem Link und kommen auf das Angebot der Zeitung wo der aktuelle Inhalt angezeigt wird.

Zu diesem Zeitpunkt ist noch kein Geld geflossen, allerdings sind auf Seiten der Verlage bereits Kosten entstanden. Kosten für den Betrieb der Infrastruktur und die Erstellung des Artikels. Um diese Kosten zu decken, greifen die Verlagshäuser auf Banner und Werbeinventar zurück, welche den Artikel und die Seite umgeben und für die Werbetreibende bereit sind, Geld auszugeben. Denn mit diesem Geld können sich Werbetreibenden die Gewissheit kaufen, dass sie auf einem Angebot wie Spiegel Online für tausende von Lesern im sichtbaren Bereich auftauchen. Da in der Vermarktung Reichweite gleich Umsatz bedeutet sind die Verlage versucht, möglichst viele Leser auf ihre Seiten zu holen. Dies können sie auf der einen Seite mit den oben skizzierten aktuellen Ereignissen machen, oder aber auch dadurch, dass sie möglichst viele Themen besetzen um, speziell über Google an zusätzliche Abrufe zu kommen. So z.B. Zeit-Online, eine Zeitung die man trotz Wolfram Siebeck nicht zwangsläufig im Umfeld der Küche ansiedeln würde. Dennoch trumpft sie mit einer Kolumne für Alltagsküche auf, mit der bei Google ganz gute Rankings erzielt werden, noch vor mancher Interessenseite (siehe Bild unten). Jede Weiterleitung auf diesen Artikel führt zu mehr Reichweite, weiteren Werbeplätzen, mehr Geld. Und das, obwohl dieses Rezept für Schweinebraten gar nicht publiziert werden müsste, da es in dieser Form schon hundertmal im Internet existiert. Und plötzlich stellt man sich die Frage, für was wird der Inhalt überhaupt produziert? Für den Leser oder etwa doch den Werbekunden?

Diese kurze Ausführung soll erklären, wie Zeitungen ihre Kosten decken können und welches Interesse sie dabei verfolgen. Sie versuchen sich für die Werbekunden hübsch zu machen. Doch was ist das eigentliche Kapital der Zeitungen? Ist es der Werbekunde oder der Inhalt? Nein, das Kapital der Verlage sind ihre Leser. Den für diese Leser sollte der Inhalt produziert werden und diese Leser sind es auch, an denen die Werbetreibenden interessiert sind. Nur spielen leider die Leser nicht mit, wie es sich nach Ansicht der Verlagshäusern gehört. Denn verständlicherweise ist der Leser am Inhalt und nicht an der Werbung interessiert und blendet sie mir Hilfe von Adblockern aus. Die Verlagshäuser die in den vergangenen Jahren des Übergangs vom Print- zum Onlinejournalismus schon immer mit einer konsequenten Rückständig- und Ideenlosigkeit geglänzt haben werden zu Bittstellern gegenüber ihrer Leserschaft. Statt alternative Wege zu beschreiten, andere Angebote anzubieten und zu versuchen fällt ihnen nichts anderes ein, als an die Vernunft der Leser zu appelieren.

Ich bin mir bewußt, dass Verlage Kosten haben, die sie decken müssen, damit ich als Leser weiterhin Inhalte gezeigt bekommen kann. Ich sehe allerdings nicht ein, dass der Verlag als einzige Möglichkeit Werbeanzeigen dafür zur Option stellt und ich selbst für den Erhalt des Inhalts damit Leben soll, dass mir im und um den eigentlichen Artikel herum Anzeigen gutiert werden, die nicht durch Qualität sondern einzig und allein auf Grund des gezahlten Preises erscheinen.

 

Nachtrag: Als erstrebenswertes Model bei dem ich zwischen zahl und werbefinanzierter Nutzung auswählen kann, möchte ich hier ausdrücklich Spotify anmerken. Sollten Verlage eine Alternative zum Werbemodell aufzeigen, wäre ich nicht mehr so laut und kritisch, aber nur zu jammern, dass keiner Zahlen will und daher die Werbung notwendig ist finde ich erschreckend einfallslos.

 

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Re:publica 2013

May 10th, 2013 written by moritz

Die Re:publica 2013 ist seit Mittwoch Vergangenheit und ich bereue nix. Ich kann weder den Jublern zustimmen, noch den unvermeidlichen Besserwisser, die unter den Menschen die viel im Internet sind besonders häufig anzutreffen sind. Es war ein netter Mix aus sinnvollen, spannenden Vorträgen und spannenden Titeln, die schlecht vorgetragen wurden.

Da der Großteil der Vorträge im Bewegtbild festgehalten wurde, bin ich in diesem Post faul und verweise direkt auf die entsprechenden Videos, die ich als sehenswert betrachte.

1. Katrin Passig: Mass Customization – Da geht noch mehr

Am Beispiel ihres eigenen Shops Zufallsshirt stellt Katrin Passig die Frage: Wie kommt das Neue in die Welt? und beleuchtet die Möglichkeiten der möglichen Evolution der Schaffensprozesse.

2. Johannes Kleske: Das Ende der Arbeit – Wenn Machinen uns ersetzen

Demonstration der Vision eines digitalen Athens, in dem Roboter für Menschen die Arbeit verrichten und Menschen mehr Zeit für Kreatives und Freizeit haben. Die Idee ist technisch konsequent hergeleitet, es fehlt lediglich das nötige politische und wirtschaftliche Fundament.

3. Tanja Haeusler & Johnny Haeusler: Netzgemüse – The Kids Are Alright

Ein Beispiel für einen gut vorbereiteten, unterhaltsamen und andersartigen Vortrag, auch wenn am Ende für mich zu viel “müsste” und zu wenig konkrete Aktion enthalten ist.

4. Kerstin Tackmann + Christoph Wissing + Kerstin Borras + Henning Krause: Fazination Grundlagenforschung – Das Higgs, Big Data und die Teilchenphysik

Und plötzlich fühlt man sich ganz klein, wenn man sieht mit welchen Themen sich diese Menschen beschäftigen und was sie aus den technischen Möglichkeiten herausholen. Dagegen ist das Niveau von ein bisschen auf einem Mac oder Smartphone rumhacken und Twitter, Foursquare und Facebook bedienen zu können doch äußerst trivial.

5. Marcus Brown: I palindrom I – Your Life Is Mine

Zeigt anschaulich an Hand konkreter Beispiele auf, wohin der Veröffentlichungswahnsinn via unterschiedlicher Dienste im Netz führen kann, ohne mahnend den Finger zu heben.

Die oben gezeigten Vorträge beinhalteten für mich neue Gedanken und Ideen, darüber hinaus habe ich noch weitere Sessions besucht und war mal mehr, mal weniger erfreut über die Teilnahme. Ich glaube, genau das ist die Re:publica. Eine Veranstaltung die versucht, Impulse und Ideen zu vermitteln ohne den Anspruch auf Vollkommenheit zu haben. Ich würde nicht sagen, dass es ein Event ist, an dem man teilnehmen muss, aber wenn man kann und Zeit hat, sollte man es sich gut überlegen, ob man sich diese Konferenz entgehen lässt. Am Ende möchte ich das so oft gehörte Plädoyer und irgendwie das Fazit der diesjährigen Veranstaltung an alle Teilnehmer richten.

“Macht es besser, aber fangt endlich damit an zu ‘Machen’!”

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Empört euch!

April 23rd, 2013 written by moritz

Lautet der Titel eines Essay, des kürzlich verstorbenen französischen Widerstandskämpfers Stéphane Hessel. Darin fordert er den Leser auf, Widerstand zu leisten gegen die Einschränkung seiner Rechte und jeglichen Angriff auf die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Was er darin aber nicht erklärt ist die Art und Weise wie diese Empörung zu erfolgen hat. Auch hat er keine Wirkungsweise aufgezeigt, wie die Empörung am effektivsten zum Ausdruck gebracht werden kann und sich daraus konkrete Handlungen für diejenigen ableiten können über die sich empört wird. Als aktuell wirkungslosestes Instrument betrachte ich aktuell das Internet.

Auch wenn einige Personen und Blogs im Netz einen enormen Zuspruch erfahren, der sich an Facebook-Likes, Kommentaren, sowie Tweets und Retweets ablesen lässt, passiert daraufhin in der Regel nur eines: Nichts. Egal ob Leistungsschutzrecht, Vorratsdatenspeicherung oder Entscheidungen privater Wirtschaftsunternehmen, wie die Einstellung des Google Readers oder aktuell und Auslöser dieses Posts, die Umstellung der Telekom Datentarife.

Bei jedem dieser Themen geht ein Aufschrei durch meine Timeline, man ereifert sich in Kritik, sieht seine Rechte und seinen Komfort eingeschränkt und Deutschland im Nachteil gegenüber anderen Nationen. Das Ergebnis ist eine kurze Berühmtheit in sozialen Netzen ein Austausch unter Gleichdenkenden am einfachsten vielleicht zu Visualisieren als “Sturm im Wasserglas”. Sicher, die Medienhäuser und Verlage springen auf den Zug auf und greifen die Themen dankbar auf, denn was bei Twitter, Facebook und Google rankt bringt am Ende Traffic für das eigene Angebot. Doch steht dahinter ein ausschließlich wirtschaftliches Interesse und nicht der Wille, Speerspitze einer Empörung zu sein. Das Internet in Deutschland ist von Netzmenschen für Netzmenschen gemacht, ein typisch Luhmannsches selbstreferenzielles System, welches aus sich heraus viel zu schwach ist um eine ernsthafte Wirkung zu entfalten. Vielleicht ist es auch weiterhin zu früh und die Wirkungslosigkeit von Piraten und Internet Enquete Kommission die hierfür anzuführenden Indikatoren. Ich glaube und hoffe, dass sich dies noch ändern wird und die potentielle Macht des Netztes nicht nur dazu dient, einzelne Doktorarbeiten von Amts- und Würdenträgern zu zerlegen und zu überführen, sondern dass wir es schaffen einen angenehmeren und nachhaltigeren Umgang mit unserer Empörung im Netz zu finden. Google hat sich trotz Petition und Unterschriftensammlung nicht davon abhalten lassen, den Google Reader abzuschalten, denn sie wissen um ihren Nutzen für alle Internetteilnehmer. Amazon hat die Empörung bezüglich ihrer Arbeitsbedingungen ausgesessen und ich glaube nicht, dass ein großer wirtschaftlicher Schaden in der Bilanz abzulesen sein wird. Genauso wenig wird die Telekom sich davon abbringen lassen, ihre Tarifstruktur nicht umzustellen.

Diese Unternehmen bewegen sich im rechtlichen Rahmen und ihre primären Sorgen sind immer wirtschaftlicher und nie rechtlicher Natur. Solange wir nicht schaffen, einen wirtschaftlichen Druck auf diese Unternehmen auszuüben, sondern um die Hilfe der Politik betteln, haben wir es versäumt, dem Netz und seinen Teilnehmern eine Stimme zu geben, die tatsächlich Einfluss auf unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft hat.

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Mayrhofen 2013

April 2nd, 2013 written by moritz

Fünfzehn Erwachsene, drei Kinder, eine Woche in einer Hütte mit Ski und Spaß.

Frühes Aufstehen, Aufgabenverteilung, große Töpfe und Pfannen, Spiele, Schnaps, Verletzungen, Nervenkitzel, Neuschnee und Sonne.

Allerdings Tag für Tag – Abstand vom Alltag.

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Ruhig bleiben, Tee trinken

March 7th, 2013 written by moritz

Eigentlich gibt es zu dem Bild nicht viel hinzuzufügen.

Am besten geeignet ist Grüner Tee. Pfefferminz ist auch nicht zu verachten. Salbei zur Beruhigung.

 

 

 

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Google Play Music bevorzugt

March 2nd, 2013 written by moritz

Im Laufe meines Lebens habe ich eine hohe Anzahl an Musiktiteln und Alben gesammelt. Erst Kassetten, bevorzugt Mixtapes, die ich allerdings nicht mehr wiederfinden würde, dann CDs, kurz MiniDisks und irgendwann ging es dann los mit mp3s.  Mittlerweile habe ich alle Musik die ich gerne höre oder hörte digital vorliegen. Legal oder illegal, gekauft oder von Freunden kopiert, von CD eingelesen oder auf nem USB erhalten. Allerdings war mein Problem meist, dass ich die Musik nicht immer in Reichweite hatte, oder gerade nicht auf dem Gerät, welches ich dabei habe. Google Play Music ist endlich eine praktikable Lösung dafür. Ich kann bis zu 20.000 Songs dort hochladen und diese sind dann von jedem Gerät aus (mit Ausnahme von iPads und iPhones) abrufbar oder wieder herunter zu laden.

So sieht meine Bibliothek auf Google Play aus:

Und so die Uploadkonsole

Ziemlich smarte und überzeugende Lösung und kostenlos für alle die einen google Account haben. Und der kostet bekanntlich ja auch nichts ausser der Aufgabe der Privatsphäre.

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Shopping for Blood

February 26th, 2013 written by moritz

Februar 2013, London, Oxford Street: Topshop. Auch wenn mir der Sinn nicht wirklich nach Shoppen steht, schließe ich mich den Anderen an. Wenn sich schon die einmalige Möglichkeit bietet, schnieke Mode für wenig Geld zu erstehen. Theoretisch.

Praktisch erlebe ich hautnah eine Demonstration der psychologischen Kriegsführung im Einzelhandel. Nach 60 Minuten fühle ich mich erschöpft, ausgelaugt, zurückgeblieben und frustriert. Kaum über die Schwelle getreten empfängt mich irgendeine Elektromusik, in ziemlich hoher Lautstärke. Unterhaltungen sind ab jetzt nur noch ähnlich wie in einer Diskothek zu führen. Schreiend. Vor mir quellen die Kleiderständer über mit Stoffen und Taschen in den wildesten, undefinierbaren Farbmischungen. Zwischen den Kleiderständer andere Kunden auf der Suche nach der individuellen Geschmacksverirrung.

Gemeinsames Ziel scheint hierbei zu sein, möglichst viele Teile auf zu nehmen um vor sich einen Schutzwall aufzubauen der allen zeigt: “Vielleicht schau ich im Moment noch scheiße aus, aber ich arbeite daran.”

Wobei mir persönlich schleierhaft ist, wie manch einer sich in die angebotenen Hosen zwängt.

Merke:

Skinny ist das neue Slim, und Spray ist das neue Skinny.

Aber Slim trag ich persönlich eigentlich nicht mehr wenn die Hose passen soll. Alle anderen halt jetzt noch enger. Wenn auch nur auf dem Arm.

Meine Begleiter die mit mir den Laden betreten haben, habe ich zu dem Zeitpunkt schon verloren. Um nicht komplett aus der Reihe zu tanzen greife ich von Zeit zu Zeit gekonnt in die Kleiderständer um mein Interesse vorzutäuschen, da mir sonst ständig irgendwelche Mitarbeiter per Handzeichen Hilfe anbieten. Doch was ich zu Greifen bekomme langt sich schlecht an und ist als Krönung mit irgendwelchen hippen Schnörkeln oder anderen Zeichen verziert. Meist lege ich es umgehend zurück. Nachdem ich mich auf diese Weise durch die Herrenabteilung gehangelt habe erblicke ich am Treppenabgang mein Spiegelbild:
Ich sehe einen alten, verwirrten Mann mit Baggy-Jeans – offensichtlich ein Provinzler.

War die Herrenabteilung noch von gedeckten Farben dominiert fühle ich mich in der Damenabteilung wie Alice im Wonderland. Smileys, Neonfarben, Batik und Tiermuster doch statt Humpty Dumpty passiere ich die Dame, die für die laute Elektromusik zuständig ist. Zumindest ist sie entsprechend hinter einem Mischpult drapiert. Was sie dort macht ist mir nicht ganz schlüssig. Vielleicht handelt es sich bei dem Pult auch um eine Erholungsoase und der Kopfhörer blendet die Musik aus. Immerhin wirkt sie im Vergleich zu den anderen Menschen in dieser Etage relativ relaxed. Menschlicher Geist und Körper können bekanntlich einiges ab und vielleicht stellt sich eine gewisse Toleranz ein, wenn man nur oft und lange Zeit in den Räumlichkeiten verbringt. Nur leider finde ich in diesem Labyrinth aus Farbreflexen meine Begleiter auch nicht. Also noch ein Stockwerk tiefer. Dort angekommen finde ich zu meiner Überraschung zwar immer noch keinen vertrauten Gesichter, dafür allerdings einen Coffeeshop der nicht sonderlich einladend wirkt, aber dennoch gut besucht ist.

Da meine Suche immer noch nicht beendet ist, betrete ich die nächste Rolltreppe um mich kurz darauf wieder ein Stockwerk höher zu finden. Langsam setzt ein gewisser Tunneblick ein. Ich fühle mich wie in einem zu schnell geschnittenen Musikvideos. Meine Augen fokusieren nur noch Millisekunden. Kurz vor dem Einsetzen der Trance treffe ich zumindest meine Begleiter mit Teilen auf den Armen und einem Lächeln im Gesicht wieder.

Mein Versagen ist offensichtlich.

Man begleitet mich zum Ausgang.

 

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Kabel Deutschland – hier werden Sie abgezockt

January 30th, 2013 written by moritz

Seit nunmehr drei Jahren bin ich Kunde bei Kabel Deutschland und bisher war ich durchaus zufrieden. Der Anschluss ist schnell bereit gestellt, die Techniker geben Zeitfenster an, die machbar sind und nicht einen vollen Tag ausfüllen, Umzüge unproblematisch. In den letzten Monaten sinkt die Geschwindigkeit meines Anschlusses ein wenig, aber das ist ein Problem, welches alle Kabel Deutschland Kunden in der näheren Umgebung berichten. Allerdings nicht wirklich dramatisch. Bisher war ich zufriedener Kunde.

ABER:

Seit Anfang des Jahres bin ich ziemlich gepisst ob dem Gebahren der Vertriebsmanschaft dieses Ladens.

Am 05. Dezember 2012 habe ich folgende SMS erhalten:

Ok, denk ich mir, kann ja gut sein, mir selbst kommt es eh immer viel zu langsam vor. Also ruf ich bei der angegebenen Nummer an.

“Hallo, Sie haben mir eine SMS gesendet, nachder es ein Problem mit meinem Anschluss gäbe.”
“Geben Sie mir mal bitte Ihre Kundennummer.”
“XXXXXXXXXXXXX”
“Ok, nein, ich kann keine Probleme erkennen. Ist Ihnen denn irgendetwas aufgefallen? Ist Ihr Internet zu langsam?”

“Äh, naja, schneller könnte es immer sein.”
“Was halten Sie davon, wenn Sie ein Upgrade Ihres Accounts auf XXX MB/s machen?”

“Was kostet das?”
“Im ersten Monat gar nichts, anschließend xx.xx € im Monat.”
(ca. 100 % plus gegenüber dem aktuellen Anschluss.)
“Ok, Nein danke, kein Interesse.”
“Schade, Tschüss.”
“Tschüss.”

Damit war das Thema für mich erstmal erledigt. Am 18. Januar komme ich nach Hause und finde einen Abholschein im Briefkasten. Bei meinem Nachbar wartet ein Kabel Deutschland Paket auf mich. In ihm ein neues Modem. Ich weiß erstmal nicht was ich damit soll und stell es daheim in die Ecke. Am nächsten Tag erreicht mich ein Brief von Kabel Deutschland, in dem mir dazu gratuliert wird, dass ich mich für ein Upgrade meines Vertrages entschlossen habe. Dazu senden Sie mir in Kürze ein neues Modem zu und ich hätte dann 14 Tage Zeit das neue Modem anzuschließen und das alte zurück zu senden, ansonsten würde es mir entsprechend mit der nächsten Abbuchung von Konto eingezogen. Darüber hinaus kostet der Upgrade in Zukunft xx.xx € mehr und hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Etwas empört setze ich mich hin und schreiben einen Brief an Kabel Deutschland. Eine Woche später erhalte ich folgenden Brief, in dem mein Widerruf angenommen wird:

Ich frage mich jetzt: Welcher Widerruf? Ich kann Sachen doch nur widerrufen, wenn ich zuvor etwas Bestellt habe oder einen Vertrag geschlossen habe. Das habe ich meiner Ansicht nach nie getan, auch kann mir Kabel Deutschland diesen Vertragsabschluss trotz Aufforderung nicht vorlegen.

In meinen Augen handelt es sich bei diesem Geschäftsgebahren um reine Vertriebszockerei. Es können neue Abschlüsse und höhere Umsätze ausgewiesen werden und alle die sich über die Zusendung beschweren, erhalten ein Schreiben mit der Annahme des Widerrufs, für einen Abschluss den sie nie getätigt haben. Am Ende bleibt an mir die Rennerei zur Post hängen und das Gefühl von jemandem bedient zu werden, der primär und ausschließlich von Abschlüssen und Umsätzen getrieben ist und definitiv nicht von einem ordentlichen Kundenservice. Ich überlasse jedem selbst die Wahl, aber Kabel Deutschland würde ich im Moment nicht mehr empfehlen.

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Silvester 2012 in der Schanzenstraße

January 7th, 2013 written by moritz

Nachdem die Arbeit zu sehr ihren Tribut zollt und die Zeit zum bloggen derzeit einfach nicht ausreicht, ist es ja nicht so, dass man nichts erlebt. Silvester 2012: Viele Freunde, Lammrücken aus dem bayrischen Wald und noch mehr Getränke. Das Jahr 2013 fing gut an. Allen ein frohes Neues.

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Bergwinter Tirol

December 18th, 2012 written by moritz

Der Winter ist noch keine drei Wochen alt und schon befinde ich mich mitten drin im Schnee der Alpen. Wie kommts? Die Tirolwerbung GmbH hat im Herbst die Teilnahme ausgeschrieben, meine Bewerbung angenommen und mich zu einem dreitägigen Ausflug ins Kaunertal eingeladen. Schön war’s, perfekt organisiert und unglaublich vielfältig.

Nach dem Flug via airberlin nach Innsbruck wurde ich am Flughafen aufgesammelt und ins Hotel Edelweiss in Feichten chauffiert. Ein ruhig gelegenes Hotel mit ordentlichen Zimmern unmittelbar an der Gletscherstraße zum Kaunertaler Gletscher. Nach dem Check-In hatte ich das Vergnügen den Geschäftsführer des örtlichen Tourismusverbandes Tiroler Oberland kennenzulernen und von ihm umfangreiche Informationen zur Geschichte und aktuellen Situation des Kaunertals zu erfahren. So erfuhr ich, dass der Gletscher und das Tal erst mit dem Bau des Stauseebeckens Anfang der 60er Jahre mit einer Straße erschlossen wurde. Zuvor war das Tal stark landwirtschaftlich geprägt und von harter Arbeit und entbehrsamem Leben gekennzeichnet. Mit dem Bau des Staudamms, des zugehörigen Elektrizitätswerks und der Infrastruktur gab es neben der Landwirtschaft zusätzliche Verdienstmöglichkeiten beim Bau. Später erfolgte die Weiternutzung von Straßen und Wegen, auch um Skifahrern, Wanderern und Ausflüglern einen Anziehungspunkt zu bieten. Heute ist der größte Wirtschaftszweig der Region der Tourismus, dessem Großteil weiterhin auf den Winter entfällt, wobei auch der Sommer zahlreichen Gästen in die Region zieht.

Nach dem Ausflug in Vergangenheit und Geschichte traf ich mich anschließend mit Florian Achenrainer. Florian ist seines Zeichens seit mehreren Jahren Snowboardprofi und hat am 1. und 2. Februar 2013 den hochkarätigen Snowboardevent Street vs. Snow in seine Heimatregion geholt. Besser beschreiben als im folgenden Video könnte ich es auch nicht:

Sein Engagement für den Snowboardsport in der Region umfasst neben der Planung und dem Durchführen von Events auch die Förderung von Kids und jungen Talenten. An Schulen versucht Florian Jugendliche vom Boarden zu überzeugen und bietet ihnen die Möglichkeit mit seiner Unterstützung den wahren Freestyle, Sprünge und Tricks zu erlernen.

Der nächste Morgen begann, wie oft beim Skifahren, früh. Nachdem ich mich kurz am großzügigen Frühstücksbuffet im Hotel bedient hatte, ging ich vor die Tür, um den Bus ins Skigebiet zu besteigen. Andere Hotelgäste, die dort warteten, teilten mir mit, dass diesen Tag der Gletscher auf Grund des schlechten Wetters geschlossen sei und man alternativ nach Fendels ausweichen müsse. Fendels gehört auch zum Kaunertaler Gletscherverbund, liegt allerdings deutlich niedriger und ist somit weniger anfällig für Wind und Schlechtwetter, welches auf über 2000 Meter sonst durchaus den Tag verderben kann. Der Vormittag war unbeständig mit viel Schnee. Bis zum Einkehrschwung nutzte ich die Zeit, um mich einigermaßen mit den Pisten vertraut zu machen und die eingerosteten Knochen und Muskeln anzuwärmen.

Auch wenn die Sicht schlecht war, sorgte der anhaltende Schneefall für beste Pistenverhältnisse.

Nach jeder Liftfahrt sah ich aus wie ein Schneemann.

Nach dem Mittagessen riss der Himmel etwas auf und zeigte ein imposantes winterliches Bergpanorama.

Während ich an der Bergstation des Liftes die Panoramabilder machte, kam dort eine Gruppe ortsansässiger Jugendlichen an, denen ich ein bisschen Abseits der Piste folgte, um jetzt bei klarer Sicht den neuen Pulverschnee zu genießen. Nachdem sie sich allerdings weiter und weiter von den präparierten Pisten entfernten, bevorzugte ich, die Verfolgung aufzugeben und lieber wieder auf die Piste zurückzukehren. Dort war mir schon im Laufe des Vormittags die Endstation eines Schleppliftes aufgefallen, der den ganzen Tag nicht in Betrieb war. Auf der Schneise des Schleppliftes lag Neuschnee, der nur auf mich gewartet hat. Ich fuhr die Schneise in engen Schwüngen hinab. Bei jeder Kurve stob der Schnee auf Brusthöhe und ich erlebte die erste echte lange Tiefschneefahrt seit Jahren. Nach diesem Höhepunkt des Tages versuchte ich mein Glück noch an ein paar anderen Stellen, allerdings konnte ich keine ähnlich guten Verhältnisse mehr entdecken.

Nach einem erfolgreichen Tag auf dem Brett und dem heraufziehenden Muskelkater verbrachte ich den Abend im Hotel bei einem leckeren Abendessen und ein paar Gläsern Wein.

Der nächste Morgen war leider auch schon Abreisetag. Nach einer kurzen Stärkung am Frühstücksbuffet holte mich Wolfgang vom Naturpark Kaunergrat zu einer Schneeschuhwanderung ab. Mit dem Auto fuhren wir ein Stück den Berg hinauf, um dort an einer Waldeinfahrt die Schneeschuhe anzuschnallen und einfach quer durch den Wald zu laufen. Die Sinnhaftigkeit der Schneeschuhe erschlich sich mir schon nach wenigen Metern. Während man ohne knietief im frischen Schnee eingesunken wäre, konnten wir mit den Schneeschuhen über Schnee und etwaigem Unterwuchs hinweglaufen. Im Wald wußte Wolfgang jegliche Tierspuren, von denen zahlreiche unseren Weg kreuzten, zu deuten und zeigte Rast und Fressplätze von Säugetieren und Vögeln.

 

Nachdem wir den Wald durchquert hatten, kamen wir auf Almwiesen, die im Sommer als Weidegrund für die Kühe dienen, und jetzt Mitte Dezember unter tiefem Schnee versteckt waren. Kaum hatten wir die Wipfel der Bäume überstiegen, bot sich ein sagenhaftes Panorama ins Inntal und die umliegenden Bergregionen. Die Lage des Kaunertals ermöglichte den Blick bis nach Südtirol und in die Schweiz.

Neben dem Blick war das Schneeschuhwandern das große Erlebnis. Wir zogen unsere Spuren durch den üppigen Neuschnee des Vortages.

Nach der ungefähr zweistündigen Wanderung zeigte mir Wolfgang noch die Überreste des Brandopferplatzes auf dem Piller Sattel, den Archäologen vor ein paar Jahren gefunden haben und auf dem okkultische Messen bis hinein in die Zeit der Römer gefeiert wurden. Von dort ist es nur ein Steinwurf zum Museum des Naturparks, dem Naturparkhaus, in dem die Entstehung der Region, die unterschiedlichen Vegetationszonen und Gesteinsarten sowie Flora und Fauna sehr anschaulich und haptisch erklärt werden. Mit dem Besuch des Museums endet der gemeinsame Ausflug – und nach meiner Rückkehr zum Hotel endet auch meine Bergwintergeschichte Tirol.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe dort ausschließlich tolle Leute getroffen, die von Ihrer Heimat begeistert sind und verstehen diese Begeisterung zu teilen. Zwei Tage haben definitiv nicht ausgereicht, um das Kaunertal in seiner Fülle kennen zu lernen. Das nächste Mal fahre ich mindestens eine Woche dorthin.

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