Nachdem ich im letzten Post einen Rückblick über mein Kommunikationsverhalten gegeben habe, möchte ich nun mit den aktuellen Entwicklungen, die ich angerissen habe fortfahren.
Abgrenzung Web 2.0 vs. Social Media
Mit dem Einzug unterschiedlicher Web 2.0 Plattformen gibt es für Hinz und Kunz und alle, die über einen Internetanschluss verfügen die Möglichkeit Inhalte im Netz einfachst und ohne Programmier oder technisches Grundwissen zu publizieren. Beispiele hierfür sind: Flickr (Bilder), YouTube (Videos), Last.fm (Musik), Twitter und Facebook (um nur die in meinen Augen Wichtigsten zu nennen). Der kritische Leser wundert sich über die fehlende Nennung von Blogs. Blogs sind in meinen Augen eine gewisse Sondergattung des Web 2.0. Mit Sicherheit gilt für Blogs auch die Einfachheit der Nutzbarkeit und die Möglichkeit der Teilnahme für viele. Die Inhalte unterscheiden sich jedoch gegenüber den Inhalten auf den oben genannten Beispielen. Blogs sind deutlich stärker textbasiert, unabhängiger und unterschiedlicher als die Aussendarstellung von Nutzern der zuvor genannten Plattformen.
Blogs als Flaggschiff des Web 2.0
Ich möchte Blogs aus dem Abgesang für Social Media herausnehmen, Robert Basic hat in diesem Zusammenhang kürzlich Kritik geübt. Es gibt vermutlich 600.000 deutschsprachige Blogs, dem Gegenüber stehen bei Facebook über 14 Mio Nutzer. (Laut Werbeanzeigenmarkt vom 29.06.2010)
Twitter sind es vermutlich über 1,5 Mio Nutzer, bei last.fm sind es 1,3 Mio Nutzer. Bei YouTube und Flickr habe ich gerade meine Probleme die tatsächlichen Account Zahlen zu finden, jedoch sollte hier auch nochmal davon unterschieden werden, dass es sich nicht um tatsächliche Social Media Sites handelt, sondern diese Plattformen eher dem Publishing als dem Connecting dienen. Sprich, YouTube und Flickr Inhalte können auch ohne Mitgliedschaft betrachtet werden. Selbiges gilt auch für Twitter und Weblogs. Ein wichtiges deutschsprachiges Netzwerk habe ich unterschlagen. Die StudiVZ-Gruppe mit über 15 Mio Mitgliedern. Ich möchte nicht auf diesen Zahlen herumreiten. Ich versuche dar zu stellen, dass die Relevanz an teilnehmenden Akteuren bei Blogs geringer ist und mit mehr Aufwand verbunden ist, als auf den weiteren Plattformen. Einen Blog zu betreiben ist mit höherem Aufwand verbunden, als eine Mitgliedschaft in einer Community. Für die Inhalte auf einem Blog steht der Autor oder Blogbetreiber im Hintergrund. Die Möglichkeit der Partizipation besteht für Besucher in den Kommentaren. Im Grunde sind Blogs eine differenzierte Berichterstattung die sich gerne in den Nischen aufhält die klassische Medien nicht abdecken können. Ausserdem basiert ein Blog auf den subjektiven Ansichten des Autors. An eine anonymen Masse gerichtet und nicht an einen direkten Empfänger, aber die einzig mir bekannte Art, sich einem breiten Publikum vollständig und ausführlich zu öffnen. Inklusive der Möglichkeit des uneingeschränkten Rückkanals im Kommentarbereich, sowie der direkten Verlinkung auf Quellen und Stellungsnahmen. Der Grundgedanke der diesem Mechanismus zu Grunde liegt erinnerte stark an die Brechtsche Radiotheorie, der Möglichkeit jeder könnte ein Sender sein. Das ist sozial. Jeder kann mitmachen. Das ist zwar auch Social Media, aber wurde zuvor noch Web2.0 genannt. Social Media als Buzzword wurde erst mit dem hohen Anteil von Nutzern auf den Social Media Plattformen eingeführt.
Web 2.0 ist ein Werkzeug, Social Media eine Sekte
Während es bei Web 2.0 eher inhaltsorientiert war, ist Social Media mitgliedorientiert. Teilhaben darf nur der, der auch bei uns angemeldet ist. Restriktiv. Netzwerkinhalte (Facebook, StudiVZ, etc.) kann ich nur betrachten, wenn ich Mitglied dieser Seiten bin. Also für alle die nicht Mitglied sind:
Was bekomme ich dort zu sehen?Die erschreckende Antwort: Nichts von Bedeutung.
Die Inhalte die dort eingefügt werden, erinnern mich schwer an den gestern entdeckten Begriff: Authentizitätspornographie
Was es damit auf sich hat und wieso hinter Social Media eigentlich nur Media und kein Social steckt, möchte ich im dritten Teil der gestarteten Reihe erläutern.

July 1st, 2010 - 02:23
[...] This post was mentioned on Twitter by Tom Schraud. Tom Schraud said: Abgesang auf Social Media -Teil 2- | Lonely People Talk A Lot: Fortsetzung der Reihe mit einer Abgrenzung von .. http://bit.ly/b4QIxl [...]