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Abgesang auf Social Media -Teil 4-

July 3rd, 2010 written by moritz

Im vierten Teil der Social Media Betrachtung möchte ich übergehen zum Irrglauben von Firmen, mit Social Media irgendetwas anders zu machen, als klassisches Marketing.

Unternehmen interessieren sich nicht für ihre Kunden

Diese These klingt hart, aber meine Erfahrung und meine Betrachtung der unterschiedlichsten Social Media Strategien lassen keinen anderen Schluss zu. Ich möchte diese Erläuterung an Hand der Taylor-Wanne herleiten, die ich dem Buch: Denkwerkzeuge der Höchstleister entliehen habe. Hierbei speziell die Grafik zu Verdeutlichung der Marktverhältnisse und wie diese bedient werden.

Waren die Märkte zu beginn weit und die herschende Bedürfnisse mit standartisierten Produkten und der Ausweitung der Distribution zu befriedigen, stellte sich Mitte des letzten Jahrhunderts eine Sättigung ein. Diese Sättigung rührte daher, dass die Bedürfnisse der Konsumenten in bestimmten Märkten befriedigt waren und der Anreiz sich neue Produkte zu kaufen nicht mehr auf Grund von Mangel bestand, sondern einen anderen Auslöser benötigte. Die Geburtsstunde des Marketing. Mit Hilfe des Marketings wurden Konsumenten dazu erzogen, die Vorteile eines entwickelten Produktes zu erkennen. Jedoch ging diese Kommunikation rein vom Unternehmen, bzw. Produzenten aus und basierte auf der Heraushebung der Alleinstellungsmerkmale des Produkts. Ein Fernseher ist ein Fernseher ist ein Fernseher. Auch wenn mir fünf Hersteller verklickern möchten, dass sich diese Geräte ja ach so unterscheiden. Mein Ziel, Filme und Sendungen verfolgen zu können ist unabhängig von Hertzwerten, Bildschirmstärke und Hintergrundbeleuchtung. Das Unternehmen produziert Produkte, von denen es denkt auf dem Markt eine Nachfrage zu haben. Existiert diese Nachfrage nicht, oder nicht in dem Ausmaß wie erhofft oder berechnet, wird mit Hilfe des Marketings, welches schon in der Entstehungsphase des Produkts zu einem gewissen Teil als Stimulator einkalkuliert wird, und vorausgesetzt das Unternehmen kann zusätzliche Marketingleistungen vorfinanzieren, der Markt penetriert und Aufmerksamkeit erzeugt. Doch diese Aufmerksamkeit und der sich daraus ergebende Konsum basiert auf dem Überreden von Kunden. Es wird hierbei nicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse eingegangen, sondern es werden Bedürfnisse erzeugt.

Social Media ist alter Wein in neuen Schläuchen

Ich möchte betonen, dass ich vom Status Quo ausgehe, am Ende zwar eine kurze Prognose wagen möchte, aber zum aktuellen Zeitpunkt kann ich zum Thema Social Media und Unternehmen nichts anderes attestieren als oben genanntes. Social Media ist eine Form des Marketings. Eine gemeine Form des Marketings noch dazu. Unternehmen nutzen diesen Kanal um sich für ihre Produkte zu rechtfertigen und erzeugen damit einen Buzz. Es geht nicht darum, Produkte tatächlich zu verbessern, sondern erneut darum, die eigenen Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben. Kommt Kritik, wird wild im Kreis gelaufen und Standard-Sing-Sang verbreitet. Im Sinne von: “Lieber Kunde, wir können nachvollziehen, dass sie mit der Funktion xyz nicht zufrieden sind, aber auf Grund ökonomischer Entscheidungen und unseren Prozessen sehen wir uns ausser Stande Ihren Wunsch zu erfüllen, denn hierfür wurde das Produkt nicht entwickelt. Es besteht für Sie dennoch kein Grund den Kauf zu bereuen, denn denken Sie nur an die herausragende Fähigkeit unseres……” Sollte sich ein Unternehmen öffentlich zu so einem Statement hinreissen lassen erzeugt es damit zumindest eines: Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit verteilt sich über die Sozialen Netzwerke schneller und breiter. Denn wenn ein Unternehmen einen Auftritt auf einer Plattform wie Facebook hat und ich als Person dort Kritik ablasse, sehen alle meine Freunde diese Kritik in ihrer Timeline und werden so von mir gezwungen, zumindest den Namen des Unternehmens kurz aufzunehmen oder sich im Idealfall ebenso in die Diskussion einschalten oder meinen Kommentar gut finden und so zu einer weiteren Verteilung der Unternehmensmessage oder zumindest des Namens beitragen. “There is no bad PR.” Im Grunde hat Social Media wie in Teil -1- der Serie bereits angedeutet, nichts mit “Sozial”, “Gesellschaftlich” sondern wenn dann höchsten mit “gesellig” zu tun um die wichtigsten Übersetzungen des Wortes Social abzudecken. Der Wikipedia Artikel zu Social Media Marketing umschreibt die Ziele die von Unternehmen verfolgt werden kurz und knapp und mir bleibt dem nichts hinzuzufügen.

Hoffnung auf ein vorübergehendes Experiment

Die Zahlen aus Teil 2 zeigen, dass es sich bei den Nutzern von Social Media Angeboten zwar um eine große Anzahl von Menschen handelt, dies im Vergleich zur Gesamtbevölkerung jedoch noch keine Mehrheit darstellt. @zynaesthesie hat es in einem Tweet recht passend und prägnant dargestellt: “Social Media ist, wenn Dir mehr Leute auf den Keks gehen, als Du kennst”. Dieser Aussage kann ich beipflichten. War es zu Beginn meiner Social Media Ausflüge noch spannend, witzig und interessant, steigt mit der Anzahl meiner Bekannte auf den Social Media Plattformen direkt proportional der Inhalt der mich eigentlich nicht interessiert. (Dies soll keine Abwertung derjenigen sein, die sich erst jetzt mit mir befreunden) Genau diese Entwicklung wird am Ende des Tages dazu führen, dass sich Unternehmen wieder von den gezeigten Plattformen verabschieden, da sich die Mitglieder ihrer One-Click-Mentalität bewußt werden müssen, sich selbst zu bremsen um andere Mitmenschen nicht ebenso zu belästigen, wie es ihnen im Moment noch täglich widerfährt. Daher liebe Unternehmen, macht was ihr wollt. Verbrennt weiterhin eure Budgets in Social Media Aktionen und ja liebe Agenturen, verkauft weiterhin Social Media als innovatives Instrument zur Reichweitensteigerung und Imageverbesserung.

Die Andeutungen im letzten Absatz und die Rückführung zum eigentlichen Titel möchte ich in einem letzten Post vollbringen.

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One Response to “Abgesang auf Social Media -Teil 4-”

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