Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Adee Mixwit, das Vergnügen war leider zu kurz

December 18th, 2008 written by moritz

Heute morgen erhielt ich die folgende Mail:

“We regret to announce that Mixwit will cease to exist at the end of the
year.The website and profiles will be turned off around Dec 27th and
all embedded widgets will stop playing before the end of December.

We’ve put a year of work into Mixwit so this choice wasn’t taken lightly. I
won’t go into the details of our situation but state simply that we
boldly marched into in a position best described as “between a rock and a
hard place.” We’re very grateful to be have been part of the mixtape
revival of ‘08 and are satisfied to be able to to bow out while things
are still good.

You guys are all amazing. It’s clear that all of you put a ton of time and
effort into your mixes. For me personally, I was looking forward to all of
the designs people created for their tapes. There was a lot of basic tapes
and many lovely photos, but the designs and artwork – WOW!

We’re very sorry that this has to end. We’re going to try to figure out
some way to archive the artwork and playlists, if for nothing at least
historic value. As for now, everything needs to be shut down by the end
of the year just to make sure we’ve got a clean start for 2009.

We’ll return early next year with a new company and new toys. Until
then, enjoy the holidays and please take good care of yourselves,
your families, and your friends =)

- Radley & Mike”

Für alle die nicht wissen was Mixwit ist. In folgendem Eintrag hatte ich es benutzt und werde sobald der Dienst nicht mehr verfügbar ist einen Screenshot platzieren und die Playlist irgendwo anders her einladen.

Schade, ich hatte diese Seite erst kürzlich entdeckt und ziemlich viel Freude daran, “klassische” Mixtapes zu erstellen. Wirkte cool, nerdy, 80ies-like, in Nostalgie schwelgend. Das Produkt hat vermutlich nur kurz existiert, aber es hat bewegt. Es war das Tool für meine Generation, die Generation, die aufgewachsen im Umbruch der Medienlandschaft. Ich habe die ersten Mixtapes noch Freitagabend bei den TopTen mitgeschnitten. Am besten war immer der Mitschnitt an Sylvester als die Kracher des Jahres gespielt wurden. Ohne Übergänge, klar und deutlich konnte man den Schnitt setzen und die “Record” Taste betätigen. Kurzes vorspielen, dann auf den nächsten Wunschtrack warten. Die Tapes waren teilweise so gut, dass all meine Freunde dankbar waren,für meinen Panasonic Doppeldeck. Ich konnte ihnen die Kassette kopieren. Damals hatte ich noch kein Internet, ich glaube sogar zu dem Zeitpunkt kannte ich den Begriff noch nicht einmal, ganz zu schweigen von MP3s. Damals gab es Musik auf Platten, auf CDs oder auch Kassetten zu kaufen. Musik war teuer, die einzige Möglichkeit günstiger an die Sachen ranzukommen war der häufige Austausch mit den Freunden, die den gleichen oder einen ähnlichen Geschmack hatten. Die Qualität war teilweise total egal, Hauptsache die Emotion stimmte und der Völkl Tennisschläger konnte als Gitarre mißbraucht werden und mitgegröllt werden. Solange man kein Englisch konnte oder verstand halt “nah am Text”.

Dann stoße ich letzte Woche auf dieses Tool und fühlte mich sofort berührt. Einfach in der Bedienung, unglaublich große Auswahl an Musik und die retro-Darstellung: einfach hübsch und cool.

Und jetzt sowas. In einer schnöden Mail wird darauf hingewiesen, Site und Services werden am 27 Dezember abgeschaltet. Was bedeutet das? Ist das der Anfang der prognostizierten Blasenexplosion des Web2.0?

Eigentlich kommen für mich nur zwei Gründe in Betracht wieso diese Unternehmung gescheitert ist. 1. Urheberrechtsstreitigkeiten, 2. Finanzielle Schieflage (sprich, die Initiatoren waren nicht in der Lage ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten)

Die tiefere Betrachtung der Geschäftsmodelle lasse ich mal bei Seite, da sie eh nur rein spekulativ wären. Gehen wir davon aus, die Gründer haben den Service aus reinem Eigeninteresse betrieben und erst später bemerkt wie gut der Dienst ankommt und sind nun von den Folgen überrascht worden.

Ich setzte mir die Brille des Nutzers auf. Als dieser bin ich schwer enttäuscht. Auch wenn ich bisher nur ein Tape erstellt habe, musste auch dafür Zeit investiert werden und ich war schon ein bisschen Stolz auf mein Werk und dann? Mein Statussymbol,  die Verewigung meines extrovertierter Musikgeschmack einfach so niedergebügelt, abgeschaltet. Wo kommen wir denn hin? Wenn ich ein Produkt anbiete, dann ist der Nachfrager die heilige Kuh. Ihn muss ich hätscheln, verwöhnen, schmeicheln. Ihm die Möglichkeit geben mir zu vertrauen. Solange ich als Anbieter nicht in der Lage bin dies zu tun, sollte ich mich vom Markt fernhalten oder mein Produkt nur einer geschlossenen Nutzergruppe zur Verfügung stellen. Etwas als “beta” auszurufen langt in meinen Augen nicht den Dienst nach belieben ab-/um-/auszuschalten.

Web2.0 ist den Kinderschuhen noch nicht entwachsen und muss erst beweisen, dass es mehr sein kann als trendy, fancy und freaky. Ich fordere traditionelle Werte der Geschäftspraxis. Ansonsten sehe ich über kurz oder lang den ganzen Bereich einstürzen. Stein für Stein, alles bricht zusammen, da die Kunden feststellen, dass der Nutzwert einfach nicht verlässlich ist.

Nichtsdesto trotz danke ich den Jungs von Mixwitt und hoffe das diese Idee möglichst bald wieder aufgegriffen wird. Ich sage: “Auf Wiedersehen.”

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2 Responses to “Adee Mixwit, das Vergnügen war leider zu kurz”

  1. Lonely People Talk A Lot » Blog Archive » Indie Dance Mixtape

    [...] am 08.01.2009: Mixwit wurde leider abgeschaltet, Details: hier Filed under: Gehört Article tags: Gehört, [...]

  2. Holger

    Guten Tag echt geiler Blog, verdienst du Einnahmen damit ? Ich hab bei meiner Webseite lange nach Verdienstmöglichkeiten gesucht aber gar nichts gefunden. Jetzt bin ich auf Backlinkseller gestoßen, damit mache ich schon fast 70 € im Monat. Hast du vielleicht eine noch bessere Alternative für mich ? Währe echt nett.

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