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Yuppies in Urbanity

Ich war noch nie in Albuquerque, ich hatte auch nie vor, dorthin zu fahren. Doch ändert sich die Einstellung langsam. Diese Stadt muss so daneben sein, dass es interessant wäre die Vorstellung mit der Realität abzugleichen.

Was weiß ich über Albuquerque? Nicht viel, all mein Wissen basiert auf zwei Filmen, die in dieser Stadt spiele. Der hervorragende “Little Miss Sunshine” und den heute gesehenen “Sunshine Cleaning“. Die Bilder die ich zu sehen bekam, sprechen eine deutliche Sprache. Amerikanischer Albtraum. Flache, billige Häuser, viele Straßenkreuzungen und an den Straßen und in den Häuser wohnen die Verlierer mit ihren Träumen vom besseren Leben im Reichtum. Rose, die Protagonistin des Films ist alleinerziehende Mutter und Putzfrau, die auf eine erfolgreiche Karriere in der Highschool Cheerleadergruppe zurückblicken kann. Sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Polizisten, eine gestörte Schwester, einen geschäftsuntüchtigen Vater und keine Mutter. Diese hat sich, als beide Schwester noch im Vorschulalter waren, das Leben genommen und wurde von diesen beiden entdeckt. Während ihrer Arbeit als Putzfrau kommt sie auch in das Haus einer ehemaligen Cheeleaderkameradin, die in schwanger ist, in einer Villa residiert und einen vermutlich erfolgreichen Mann hat. Auf die Frage was Rose mache, sagte sie: “Ich habe eben meine Maklerlizenz erworben.” Stimmt nicht, den Kurs hat sie nie besucht, bzw. nie abgeschlossen. Dennoch finde ich, dass allein diese Aussage den amerikanischen Traum vor der Krise zum Ausdruck bringt. Im Immobiliengeschäft verdient man sich dumm und dämlich, die Hauspreise steigen immer und es herrscht eine ständige Nachfrage. Wie naiv.

Wenn ich das Albuquerque aus den Filmen betrachte muss ich zwangsläufig die Frage stellen: Wer zur Hölle will dort bitte leben? Wäre ich in einer solchen Stadt gefangen wäre mein oberstes Ziel die Stadt zu verlassen. Am Ende verschafft der Polizist der guten Rose Zugang zu einem höchst lukrativen Gewerbe. Das Gewerbe der biologischen Rückstandbeseitigung. Wenn in irgendwelchen Wohnungen Leichen gefunden werden, zahlen Hausbesitzer oder Versicherung gutes Geld um die Rückstände der Leichen beseitigen zu lassen. Ein widerlicher Job mit dem Leid anderer Menschen. Es gipfelt in einer Aussage der Schwester, als sie dem kleinen Sohn von Rose erklärt, was Selbstmord ist: “Selbstmord ist gut für uns.”

Was ich von Albuquerque gesehen habe, gibt mir zumindest Hoffnung für die Protagonisten. Selbstmord wird es dort mehr als genug geben.

Vielleicht sollte ich mir die Stadt dennoch mal ansehen.

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2 Responses to “Albuquerque: Die vermutlichst langweiligste Stadt der Welt”

  1. Alex

    Tja, VIELLEICHT solltest du dir die Stadt ja WIRKLICH mal ansehen. Aber, obwohl, eigentlich reicht es ja auch zuhause auf seinem faulen (und wahrscheinlich fetten) Arsch rumzuhocken, sich zwei Filme anzusehen und dann ist man voll informiert. Sollte ich auch mal versuchen (falls ich dann nicht doch spontan Selbstmord begehe und irgendwer den Dreck wegputzen muss).

  2. moritz

    Wenn ich irgendwann mal die Möglichkeit habe mir mein eigenes Bild von Albuquerque, werde ich diese Möglichkeit beim Schopfe ergreifen. Bis dahin muss das Volumen meines Hinterns noch etwas abnehmen, damit ich zumindest wieder durch den Türstock des Wohnzimmers passe. Mein Ansinnen über die Stadt Albuquerque zu schreiben bezog sich weniger auf die tatsächliche Stadt als die Darstellung der Stadt in Filmen die ich gesehen habe. Und die dort empfundene Darstellung wollte ich auch wiedergeben. Wie die Stadt in der Realität ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, eine Bewertung der fiktiven Stadt Albuquerque, die in den Filmen dargestellt wird mute ich mir hingegen durchaus zu. Warst du schon mal in Albuquerque und kannst das Bild bestätigen oder verneinen?

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