Das weiße Blatt Papier, das hier im Netz eigentlich gar nicht weiß ist, sondern rechts und links von bunten Kästen eingegrenzt ist, macht es nicht einfach einen Weblog zu starten. Was soll man sagen, welche Worte soll man wählen um von Beginn an, schon die Aufmerksamkeit zu erregen, die sich die Arbeit verdient hat?
Mumbai, schrecklich, Bankok, antidemokratisch und elitär, Finanzkrise, einschneidend und spiralenbildend, Sex, schön aber zu selten.
Ein altbekannter Schmutzfink der deutschen Unterhaltung sagte in seinem Buch: Sex ist dem Jakobsweg sein Genetiv, dass es nur wichtig ist, Schlagwörter der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu verwenden, durchaus auch ohne Zusammenhang, oder mit krudem Zusammenhang, da sich die Wenigsten an die korrekte Interpretation überhaupt noch erinnern könnten. (Wichtige Ausdrücke fett zu schreiben ist auch ein beliebtes Mittel.) Aus diesem Grund ist der erste Artikel dieses Blog Zusammenhanglos und der Titel losgelöst vom Rest , wie es das Leben in der Großstadt dem Individuum vorgaukelt Teil des Großen, Ganzen zu sein, um ihn allabendlich aus den Tiefen der Clubs wieder an die frische Luft zu spucken und ihn alleine nach Hause gehen zu lassen, wo er sich am nächsten Morgen zwischen den zwei konkurrierenden Übeln mit zwei Buchstaben: TV oder PC entscheiden kann und darauf wartet, dass ihn jemand anruft oder abholt um ihm die Welt zu zeigen und ihn Teil der Bewegung sein zu lassen. Leben in den Großstädten ist wichtig. Man hat ein größeres Identifikationspotential mit der Großstadt, da mehr Leute wieder andere kennen, die dort wohnen, oder selbst mal dort gelebt haben. Weniger einsam ist es deshalb auch nicht.
Die Probleme die sich hieraus ergeben und erst recht die kruden Gedanken die sich daraus für den Einzelnen ergeben werden in diesem Weblog regelmäßig zu Protokoll gebracht werden.
December 6th, 2008 - 13:53
Medikamente falsch eingestellt?
December 6th, 2008 - 16:22
Google fragt: Meinten Sie “bangkok”?
December 8th, 2008 - 16:27
@ aller Anfang:
ein Gespräch über Gründungswahnsinn und staatliche Ausbeutung von Seiten des Individuums und deren Freizeitlektüre in warm-wohliger Gesprächsatmosphäre eines Lebensmitteldiscounters führte mich auf diese Seite der mentalen Verdrehungen unserer Gesellschaft.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen den Gesprächsbedarf einsamer Urbanisten und das Schweigebedürfnis von Paarlebenden ab einer Beziehungsdauer von drei Monaten.
Es drängt sich die altbekannte Frage nach dem “Warum” auf!
Die mich schon seit der Kindheit verfolgt und noch nie zu meiner Befriedigung beantwortet wurde, weder von Politikerpersönlichkeiten, Wirtschaftsgrößen, Religionstheoretiker noch von meinen Erzeugern.
Und doch drängt sich die Frage nach dem Bedürfnis der Beantwortung des “Warum” auf?
Ist es nicht einfacher und doch umso schwerer zu akzeptieren und verstehen, dass “ich weiß, dass ich nichts weiß”?!
Diese gepäckslose Ansicht und Überzeugung ist schwerer zu leben, als die Frage und Beantwortung nach dem Warum.
Also wähle ich doch so oft den Weg, dessen Schild eine großes “Warum” zeigt. Die Flucht in die Verdrehungen und Niederungen einer Erklärung ist notwendig, um das Nicht-Wissen in eine hübsche Verpackung zu pressen und unserem Mentalkörper einzuverleiben. Damit dieser mit wissendem Nicht-Wissen gefüllt ist und sich als aufgeblasener Ballon voller Luft präsentiert.