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Amazon baut am eBooks Monopol

July 5th, 2013 written by moritz

Vor etwas über einem halben Jahr habe ich den Kindle noch als tolles Gerät über alles gelobt. Mittlerweile sind Schatten aufgezogen, die mich von dem Gerät nicht mehr ganz so überzeugen. Wobei um es genau zu sagen, weniger das Gerät den Ausschlag gibt – das finde ich weiterhin ganz gelungen – eher das Geschäftsmodell dahinter ärgert mich.

Für den Kindle muss ich jedes Buch ausschließlich bei Amazon kaufen.

Weder mit Freundin noch Freunden kann ich Bücher tauschen oder diese weitergeben, weder auf den Kindle noch auf die Kindle App noch auf irgendeiner anderen App. Zwar gibt es eine Leihbibliothek aus der ich mir als Amazon Prime Kunde jeden Monat ein Buch ausleihen kann, aber was ist ein Buch im Monat? Spätestens wenn mal eine Woche frei ist oder über ein verregnetes Hamburger Wochenende, ist ein Buch keine Menge.

Ich habe für mich eine andere Lösung entdeckt. Die Bücherhallen Hamburg hat auch eine Bibliothek für elektronische Medien. Für 40  € im Jahr habe ich Zugriff auf alle Medien. Und die elektronischen kann ich mit der Onleihe – App direkt auswählen. Im Moment ist der Bestand noch überschaubar und die Ausleihfrist mit 14 Tagen sehr kurz, aber ansonsten stimmt mich diese Lösung sehr zufrieden. Als eBook Reader muss ich mich wohl in Kürze von meinem Kindle verabschieden, da keiner der Kindle Reader mit dem ePub Format kompatibel ist. Im Moment nutze ich die App von eBook, mit der ich auch soweit zufrieden bin.

Allerdings möchte ich mich deutlich gegen die Geschäftspraktiken von Amazon aussprechen. Ich empfehle niemandem mehr einen Kindle zu kaufen, statt dessen sollte man sich einen eBook Reader von Tolino oder Kobo holen, die beide das offenere Format ePub verstehen. Bücher weitergeben oder weiterverkaufen kann ich damit allerdings auch nicht. Amazon hingegen setzt voll darauf, dass die Kunden, die den Kindle kauften, sowieso nur im Amazon Store einkaufen, dort ist die Auswahl auch fantastisch groß. Allerdings bleibt der teure Preis der Bücher. Denn wenn ich für eine aktuelle eBook Version nur einen Euro weniger zahle, als für das gedruckte Buch, welches ich danach allerdings noch verschenken, verkaufen oder verleihen kann, wird es für mich zu einer sinnlosen Investition. Eigentlich erwartet ich von einem eBook-Reader, dass er mein Leben entlastet, weil ich nicht mehr so viele Sachen mit mir rumziehen muss. Stattdessen fällt mir jedes Mal, wenn ich den Kindle in die Hand nehme ein, wie viel wertloses Kapital in diesem Gerät in Form bereits gelesener Bücher gebündelt ist.

Über eine Plattform für den Handel mit mp3 und eBook Lizenzen würde ich mich persönlich sehr freuen. Ich hätte einiges, von dem ich mich gut trennen könnte.

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