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Apple nervt oder Steve Jobs ist auch nur Opportunist

March 5th, 2010 written by moritz

Es ist eine Schande, wie sehr manche Menschen ihre Ansichten verdrehen, nachdem sie mit Konzepten Erfolg hatten, die von Anderen kopiert werden könnten. Als einleitendes Beispiel möchte ich ein Video von Steve Jobs zeigen:

Zu Beginn des Videos sagt Steve Jobs, dass Menschen daran interessiert seien sich zu entfalten, dass Menschen gewillt seien gute Dinge zum Leben zu erwecken. Ein schöner Gedanken. In der Mitte des Videos fällt das schöne Fragment: “…good artists copy, great artists steal…” Und jetzt verklagt Apple HTC, wegen Patentverletzungen.

In der digitalen Welt gibt es an sich keinen Diebstahl mehr. Es gibt den Missbrauch von Daten, aber eben keinen Diebstahl. Die Kopie von Daten in meinem Besitz fügt niemandem Schaden zu, ich nehme ihm nichts weg. Daher wird Kopieren gerne mit Diebstahl gleich gesetzt. Daher ist mir der Unterschied zwischen Kopie und Diebstahl wie von Steve Jobs genannt etwas unverständlich. Ich würde Kopie und Diebstahl gerne gleich setzen. Zumindest im Immateriellen, im Digitalen, im Virtuellen.

Apple hat’s getan. Gestohlen. Hemmungslos. Von Xerox und auch vom Frauenhofer Institut. Und was hat es daraus gemacht? Teilweise großartige Produkte. Neue Kategorien geschaffen, neue Geschäftsmodelle etabliert. Dies rechtfertig zum Teil durchaus den zuvor begangenen Diebstahl.

Was mir persönlich widerstrebt ist die Tatsache, dass Apple um die von sich erzeugten Produkte eine hohe Wall von Patenten und proprietärer Software zieht. Dies ist hinderlich und verlangsamt die Entwicklung der Gesellschaft an sich. Auch wenn sich Apple als großer Zampano des Erfindertums darstellt. So stimmt dies nicht. Keine der Technologien, die von Vielen mit Apple in Verbindung gebracht wird wurde tatsächlich von ihnen entwickelt. Sie wurde früh antizipiert, genial in ein Gesamtkonzept eingebettet und kombiniert. Aber lieber Steve Jobs: Das iPhone ist am Ende des Tages auch nur ein Telefon und kann nichts was mein Leben ansatzweise besser machen würde. Und das iPad, welches von vielen schon sehnlichst herbeigewünscht wird ist am Ende des Tages auch nichts anderes als ein einfacher, schicker Computer. Sinn allein hat keines dieser Geräte. Es lebt von den Programmen. Und die besten hiervon kommen schon lang nicht mehr von Apple. Dennoch echauffiert sich Apple als großer Bewahrer des Sinns und mutet sich die Dreistigkeit zu, Applikationen aus dem Store zu entfernen, die eine zu geringe Funktionalität hätten. Auch dies stellt in meinen Augen eine absolute Selbstüberschätzung dar und eine Gängelung der Konsumenten. Es erinnert an klassische Zölle, die Staaten erhoben haben um nicht im Binnenmarkt erzeugte Produkte aus zu sperren. Es ist erbärmlich. Alle meine Produkte von Apple werde ich nach ihrem Ableben nicht mehr ersetzen und Neueauch nicht mehr zulegen, solange sie ihr Konzept nicht ändern und wieder zurückkehren zum barrierefreien und fairen Austausch von digitalen Inhalten.

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