Nachdem die letzten Tage mein Rechner etwas zickig war, kommt mit etwas Verspätung nun meine persönliche, ultimative Zusammenfassung des Barcamps Hamburg 2009 im OTTO Hauptquartier in Hamburg.
Es war gut, witzig und einfach von der Art und Weise ne gute Freizeitgestaltung. Leider war dieses Jahr Freitag der erste Tag, der sich mir als “normaler Arbeitnehmer” nicht erschlossen hat. So blieb nur der Samstag, auch wenn der Freitag einen durchaus spannenden Sessionplan ergeben hat.
BILDUNG UND SOCIAL MEDIA
Nach der Einführungsveranstaltung besuchte ich als erstes die Session zum Thema: “Bildung und Social Media” von Ralf Appelt. Ein Blick auf die Präsentation langt grundsätzlich und ich muss nicht nochmal extra die Inhalte der Präsentation zusammenfassen.
Lieber gehe ich auf die Nachfragen und die Diskussion nach der Präsentation ein. Fakt ist, es gibt keine eierlegende Wollmilchsau für den Bildungsbereich. Im Endeffekt ist es ein bunter Werkzeugkasten, aus dem Dozenten, Studenten, Lehrer und Schüler sich selbstständig bedienen können und die Auswahl der gewählten Werkzeuge auf folgende Parameter beschränken: Bedienbarkeit, Akzeptanz und Relevanz. Leider wurde der Punkt Relevanz zu wenig beachtet. Social Media sollte heute nicht nur bedeuten, dass ich alles was ich zu einem bestimmten Thema gefunden habe mit jedem teile, sondern das gesammelte Inhalte auch bewertet werden und nur die relevantesten Punkte (basierend auf basisdemokratischer Entscheidung aller Nutzer (daher Akzeptanz)) allen zugänglich sind, ohne dass man sich durch all die Dokumente klicken muss um am Schluss seine Quintessenz zu entnehmen. Im Endeffekt geht es genau darum, die richtige Aggregation der Inhalte zu finden, so dass man möglichst viel Inhalt und Hintergrund aufnehmen kann. Ob wir mit Social Media dort wirklich was erreichen können? Gibt es da draußen Doppelgänger, die so ticken wie ich es tue? Die ein ähnliches Lernbild haben? Kann mir jemand die Arbeit der Aggregation abnehmen und mich dort entlasten, so dass ich anschließend besser und mehr lernen kann?
Gegen Ende der Session driftete die Runde etwas in Richtung Social Media und Lehrer ab. Pauschal wurden alle Lehrer mit fehlendem Wissen und Verständnis für Social Media Plattformen abgestempelt. Allerdings wurde noch auf das EduCamp im Hamburg hingewiesen, welches vom 5.+6. Februar stattfinden soll. Wenn ich Zeit habe werde ich dort hingehen.
GOOGLE WAVE
Die Google Wave Session war zwar gut besucht, aber leider habe ich dort nichts neues erfahren. Meine persönliche Einschätzung zu Wave hat sich seit dem letzten Eintrag zu diesem Thema nicht wirklich geändert.
TWO FOR FASHION
Wie letztes Jahr auch haben die Social Media Mitarbeiter von Otto den Two for Fashion Blog vorgestellt. Nachdem es im letzten Jahr noch um den Blog an sich ging und die Bewertung bezüglich der Besucherzahlen wurde das Projekt mittlerweile in den Regelbetrieb überführt und stellt ein angesehenes Onlinemedium im Gesamtonlinemarketingfundus des Ottokonzerns dar.
Dieses Jahr die spannende Frage: “Wie kann ich für Social Media finanziell rechtfertigen? Wie kann ich die Conversion berechnen?” Leider konnte diese Frage niemand im Auditorium richtig gut beantworten. Da die bloße Verlinkung zu einer Shoppingsite nicht wirklich darstellt, wie hoch die Qualität der Beiträge und Einträge, die Qualität der Leser und Kommenteure ist. Im Gegensatz zu reinen Above The Line Werbekonzepten gibt es keine wirklichen Werbeequivalenzwerte, vermutlich einfach noch nicht. Eines ist klar, der klassische Conversion- bzw. Affiliateansatz der Online-Werbung ist hier nicht durchsetzbar, da der Social Media Bereich in der Regel keine direkten Kaufimpulse auslöst, sondern eher eine Schnittstelle der Firmen darstellt, sich nach Außen zu öffnen um mit den Kunden zu kommunizieren, was grundsätzlich auch bedeutet sich mit Kritik auseinander zu setzen. Zu dem ganzen Thema habe ich mich jedoch vor längerem ausgelassen und möchte hier bei der kurzen Zusammenfassung bleiben.
Nach der Two For Fashion Session war es Zeit Mittag zu essen und ein paar Gespräche abseits von Sessions zu führen. Dies überdauerte auch den anschließenden Sessionblock. So blieb nur noch eine Session, die mich wirklich interessierte.
FACEBOOK CONNECT
Der Ansatz für diese Session von Hertje Brodersen von Tribal DBB war der Punkt, dass wir so viel im Netz unterwegs sind und so viele unterschiedliche Logins beherrschen müssen, so dass eine konstante und konsitente Identität die Nutzbarkeit deutlich erhöhen würde. Zumindest aus Usersicht. Aus Sicht von Unternehmen ist es natürlich auch interessant, das Profil des Kunden zu kennen. Seine Interessen, seine Freunde, seine Leidenschaft. Auch dem Kunden kann es von Vorteil sein, wenn er seinen Kontakten von allen Seiten die er besucht hat, Inhalte empfehlen kann. Genau hier setzt Facebook Connect an. Es geht schnell, ich kann auf ein existierendes Login zurückgreifen und dieses “überall” verwenden. Im Endeffekt ist dies eine weitere Ausbaustufe des OpenID Ansatzes nur diesmal mit mehr Power. Facebook ist mittlerweile immerhin das größte Netzwerk der Welt mit über 300 Mio Nutzern. Wenn ich diesen Nutzern keine zusätzlichen Schwellen in den Weg lege, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit diese auf meine Inhalte zu lenken. Irgendwie ist der Ansatz auch für mich ganz nett. Wenn ich mir vorstelle heute bei einem Shop einzukaufen, bei dem ich noch nie eingekauft habe und dort dann meine Adresse nicht mehr eingeben muss, sondern diese aus Facebook ziehen kann, spare ich mir mit Sicherheit ein paar Minuten. Dies auf ein Jahr hochgerechnet, ein paar Stunden. Im Endeffekt spare ich aber auch dem Internt weitere Redundanzen. Ich reduziere den Informationsoverhead. Das ist der praktische Teil. Meine Interessen und Leidenschaften möchte ich nicht unbedingt in Unternehmenshänden wissen um dementsprechend individualisierte Werbung zu erhalten. Das größte Problem, wirklich mit einer einzigen ID durchs Netz zu kommen sehe ich im Moment grundsätzlich darin, dass Facebookprofile und auch die Profile in anderen Netzwerken gefälscht werden können. Wenn ich einen Webshop betreiben würde und Kunden ermöglichen würde, sich mit Facebook Connect einzuloggen bestünde die Gefahr, dass es ein Fakeprofil ist und ich die Ware an jemanden sende, der am Ende nicht zahlt. Diese Sicherheit hätte ich nur mit der Kombination von Bezahlmethoden wie PayPal, Kreditkarte oder Vorabzahlung. Ansonsten würde mir für diese Anbindung derzeit noch das Vertrauen fehlen.
Dies war die letzte Session und anschließend hat es auch gelangt und ich hab mich wieder auf den Heimweg gemacht. Nächstes Jahr werde ich gerne wieder teilnehmen. Davor kommt am 2. Dezember erst mal die nächste Twittnite, das Twitterglühweintreffen und das EduCamp. Und was sonst noch passiert wird man mit Sicherheit hier lesen können. Ich kann auch noch die zahlenmäßige Zusammenfassung zum Barcamp Hamburg empfehlen.

February 7th, 2010 - 15:01
[...] Studenten waren Gastgeber des EduCamps 2010. Aufmerksam auf die Veranstaltung wurde ich auf dem Barcamp Hamburg im letzten Herbst. Auch wenn mein persönlicher Bezug zum Thema Bildung nach Abschluss des Studiums etwas [...]