Ende August 2009 in Hamburg. Ich erhalte einen Anruf von Philipp, meinem nächst jüngeren Bruder. Er, Ronja und Jakob würden mich gerne in der letzten Augustwoche für sieben Tage besuchen. Why not?
Ich hab zwar keinen Urlaub, sondern muss in Büro, aber meine Wohnung ist euere Wohnung.
Sie kommen Montag Abend. Ich hole sie vom Bahnhof ab. Kurzes Ablegen der Koffer in der Wohnung, anschließend Döneressen und ein paar Bierchen im freundlich und kompetent. Die Neuigkeiten austauschen. Jakob hat einen Studienplatz in Berlin und wird dort Mitte Oktober sein Studium beginnen.
Philipp nähert sich dem Ende. Für Ronja steht nächstes Jahr das Abitur an. Soweit so gut. Vor Mitternacht sind wir wieder zu Hause. Am nächsten Morgen um sieben erinnert mich der Wecker das ich ins Büro muss.
Um neun bin ich dort. Die anderen schlafen noch, als ich die Wohnung verlasse. Abends treffen wir uns wieder dort. Das Essen bereiten die Geschwister. Es wirkt friedlich. Sie konnten sich einigen. Tortellini mit Käsesauce. Anschließend noch an den Stadtparksee. Mittwoch läuft ähnlich ab. Sie beschäftigen sich des Tags alleine und abends gehen wir zusammen in Inglorious Basterds. Im Abaton, im Original. Ein hervorragender Film.
Donnerstag hätte auch Dienstag oder Mittwoch sein können. Einziger Unterschied. Abends bleibt mehr Zeit. Ich habe Freitag frei. Die Geschwister kochen Cordon Bleu mit Grünem und Kartoffel Salat. Ein Traum. Anschließend Schanze, Caroviertel, es zieht uns Richtung Kiez. Wir halten ein und kehren zurück. Es ist deutlich nach Mitternacht. Ab nächstem Tag hab ich einen Leihwagen. Wir fahren nach Blankenese. Hübsch. Sehr hübsch. Ein Spaziergang am Strand. Im Regen und in der Sonne. Bis zu den römischen Gärten. Beeindruckend. Zurück zum Wagen durch den Wald. Zurück in der Stadt auf dem Markt, Gemüse gekauft. Fürs Abendessen. Heute kann ich helfen. Auch die Vorbereitung für das Abendessen den nächsten Tages. Heute Hänchen auf Couscous mit Gemüse. Für morgen schon mal die Lasagne bereiten wir vor. Abendausflug entfällt. Wir bleiben zu Hause. Am nächsten morgen früh raus. Die Sonne scheint. Wir fahren an den Strand. Timmendorf. Dort ist Beachvolleyball. Gerret begleitet uns und hat ein VIP-Ticket über. Er und ich machen es uns auf der VIP-Tribüne bequem. Die Geschwister gehen an den Strand. Ein Unwetter zieht auf. Gerret und ich flüchten in den VIP-Pavillon, die Geschwister erst mal verschollen. Es lebe das Handy. Wir verständigen uns nach dem Wolkenbruch. Die Sonne zieht wieder auf. Gerret und ich gucken Spiel um Platz 3. Neben uns ein kleiner, übergewichtiger 14-jähriger Junge, der unsere Freundschaft gewinnen will. Mit Witzen wie: “Deine Mutter sitzt bei Aldi unter der Kasse und macht Piep…” sehe ich wenig Chancen. Dunkle Wolken ziehen erneut auf. Meine Geschwister sind zum Auto geflüchtet. Gerret und ich folgen. Wir fahren zurück. Norddeutsches Schiedwetter. Was soll man da machen. Der Plan war gut, die Umsetzung scheiterte an höherer Gewalt. Daheim an die präparierte Lasagne. Um halb zehn brechen wir auf Richtung Kiez. Zuvor holen wir Philipp ab. Der hat für Familie Schott Plätze auf der Gästeliste für ein Party organisiert. Im Knust. Junges Publikum, dass sich vor dem am Sonntag stattfindenden T-Mobile Extreme Playgrounds nochmal in Stimmung bringt. Nett, aber nicht wirklich toll. Da Ronja den Kiez erst einmal gesehen hat rufe ich Max an. Annette, er und Kristian plus vier Freunde ziehen Richtung Hamburger Berg. Wir schließen uns an und übernehmen die Führung an der Mexikanerbar. Jakob ist hoch erfreut: “Wäre ja doof gewesen, in Hamburg gewesen zu sein und nicht einmal auf dem Kiez oder Mexikaner. Mich hätten alle ausgelacht.” Nach einem längeren Aufenthalt im Nachtlager ziehen wir Richtung Golden Pudel. Als Zwischenstopp zum Fischmarkt. Den Fischmarkt verschieben wir aufs nächste Mal. Morgens um halb sechs hält das Taxi vor meiner Wohnung. Wir ziehen uns zurück.
Sonntag zwölf Uhr. Zum Frühstück, fast wie früher. Brötchen und 3-minutenei. Anschließend fahren wir nach Pinneberg. Auf die T-Mobile Extreme Playgrounds. Wir sehen: Philipp und Johannes vom Service Set, Wakeboarder, die sich an einer Seilbahnanlage meterweit und hoch durch die Luft schießen, BMXer die überkopf aus der Halfpipe fliegen, Mad Caddies, the International Noise Conspiracy nur Raise Against, die schenken wir uns. Wir fahren nach Hause. Brockenfest. Montag lockt das Büro und für Philipp, Jakob und Ronja die Abreise. Ihr Besuch war schön, wir haben einiges gesehen und erlebt. Hoffentlich war die Freude nicht nur auf meiner Seite.





























