Tanja wollte über mich ein Buch an Simone zurückübergeben. Drachenläufer von Khaled Hosseini. Ich hatte zwar den Film gesehen, den ich in seiner Bildpracht schön fande, der mich allerdings nicht sonderlich berührt hat. Ganz anders das Buch. Ab der ersten Minute fesselnd, obwohl ich die vollständige Handlung kannte. Aber diese tiefgehende Beschreibung der Emotionen des Autors ist so erschütternd, die Geschichte so gut erzählt, dass ich auf der Heimfahrt von Dresden im letzten Abschnitt in regelmäßigen Abständen aufpassen musste nicht zu weinen. Der Ausdruck von Schmerz, Hass, Neid und Liebe war so intensiv, dass ich mit der Lektüre zwei Herzen in meiner Brust spüre. Das Eine zeigt Neid. Neid bisher selbst noch nie in eine solche Gefühlslage versetzt worden zu sein. Ich muss hier allerdings auch betonen, ich sehe mich als einen äusserst unemotionalen Menschen der alles den Regeln der Vernunft und Logik unterstellt und den Mensch als komplexe Kreatur akzeptiert hat. Das Andere zeigt Freude. Freude in einer aufgeklärten Umgebung aufgewachsen zu sein in der es hehere Tugenden gibt als: Religion, Rasse und Trieb. Ein Buch welches noch im Lesen, meine Neugier auf das Folgewerk: „Tausend strahlende Sonnen“ geweckt hat. Das Buch habe ich an Weihnachten noch verschenkt. Sollte diese Geschichte ähnlich stark sein werde ich nur noch angelesene Bücher verschenken. Es kann doch nicht sein, dass Schätze durch meine Hände laufen, die ich nicht wertschätze.