Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Buch+Druck=Kunst?

January 18th, 2009 written by moritz

Freitag Abend 16. Januar war die Eröffnung der sechsten Norddeutschen Handpressmesse im Museum der Arbeit in Barmbek. Noch heute schmerzen die Hände den Handpressen sei Dank. Die Aussteller zeigten viele unterschiedliche Bücher und sich von ihrer besten Seite. Ihre beste Seite verstehe ich nicht. Die Szene um die Bücher herum ist mir einfach schleierhaft. Was mach ich mit Büchern dieser Art? Teilweise nicht gebunden sondern eine Ansammlung von Drucken in einer Mappe. Was zur Hölle macht man damit? Die Mappe öffnen und Druck für Druck rahmen und an die Wand hängen? Die Mappe wie sie ist in eine Glasvitrine packen? Auf den Speicher in eine der Wunderkisten packen? Ich versteh es nicht.

Die Ausstellungsstücke waren großteils wirklich schön, wobei mir die Einzeldrucke besser gefielen als die Buchsammlungen, vermutlich aus dem einfachen Grund das meine Wände noch in unschuldigem Weiß grüßen. Die Drucke waren dann auch immer (Klein)serien, nummeriert und signiert. Beim Mehrfarb Holz- oder Lineolumschnitt kann ich das noch nachvollziehen. Nachdem die Serie mit der einen Farbe gedruckt ist, wird die Platte weiter bearbeitet und der vorherige Druck kann nicht wiederholt werden. Bei Einfarbendrucken, speziell Radierungen verstehe ich wieder nichts.

Eigentlich handelt es sich bei einer Radierung um die perfekte Vorlage um mit “geringem” Arbeitsaufwand und Rohstoffeneinsatz eine große Zahl von Drucken anzufertigen. Wenn das Ergebnis gefällt, wird es dafür auch einen Nachfrage geben, die die Produktionskosten deckt und sogar übersteigt. So gleicht es einer mutwillige Verknappung um die Preise in die Höhe zu treiben.

Aber vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht. Vielleicht bin ich zu digital. Schön war es trotzdem. Meine Wände jedoch weiterhin weiß.

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