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	<title>Lonely People Talk A Lot &#187; Geschichten</title>
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	<description>Yuppies in Urbanity</description>
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		<title>The Party Is Over</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 17:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Normal  versuche ich mich nicht auf die Massenereigniss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Normal  versuche ich mich nicht auf die Massenereignisse zu stürzen, die zur  Genüge von allen &#8220;klassischen&#8221; Medien bis zur gesellschaftlichen  Übersättigung, zum Erbrechen und somit zum absoluten Desinteresse  beleuchtet werden. Auch will ich mich nicht hinstellen und sagen ich  hätte es gewusst. Aber: Was auf der Veranstaltung in Duisburg vorgefallen ist hat mich nicht  sonderlich überrascht. Hatte, musste das was dort geschehen ist nicht  passieren? Ich spreche dabei nicht davon, dass Menschen sterben mussten.  Ich spreche davon, dass eine der zig Massenveranstaltungen die  regelmäßig von allen medialen Organen, klassisch wie modern, zu  Non-Plus-Events des kollektiven Vergnügens ausgerufen werden in einem  Drama enden musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Liest man die kritische Berichterstattung zum Unglück erfährt man von  den Absagen in Bochum, der beinahe Katastrophe in Dortmund und denkt mit  Schrecken an die eigenen Erfahrungen in den Absperrgittern der Public  Viewing Veranstaltungen zurück:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Wir  feiern die ganze Nacht!&#8221; Schon pfeifen die Ohren, dabei stehe ich doch  noch im Eingangsbereich. Vor mir irgendwo die Sperre der Ordner.  Einzeleinlasskontrolle. Wegen Waffen, Flaschen und sonstigem Zubehör  welches auf dem Veranstaltungsort nicht gewünscht ist. Noch kann ich den  Standort der Ordner nur ahnen, eigentlich kann ich alles um mich herum  nur noch ahnen. Eingeklemmt im ekstatischen Mob der zur Jagd nach den  individuellen Anteilen am kollektiven Gedächtnis bläst.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Gehüllt  in Klamotten von denen geglaubt wird, dass sie den Personen stehen und  Teil der kollektiven Erfahrung sind. Uniformen. Diese Klamotten sind nicht billig, sie sehen nur  so aus. Meine Kontrollmöglichkeit beschränkt sich auf das Heben und  Senken der Schultern. Der Druck der von hinten drängelnden und  gröhlenden Menschenmasse schiebt mich unaufhaltsam nach vorne. Doch  vorne fließt es nicht oder nur zögerlich ab. Links und Rechts drängt zur  Mitte. In der Mitte hänge ich. Mein Gewicht nicht mehr voll auf meinen  eigenen Beinen. Ich hänge.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Woher kommt diese Kraft die mich bewegungsunfähig zurück lässt? Wer veranlasst diese? Wo soll ich hin?</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich  will raus, nicht mehr mitgezogen und geschoben werden. Ich pfeife auf  eure kollektiven Events des exzessiven Rausches. Mein Leben spielt  nicht dort wo ich viele von euch treffen kann, mein Leben spielt dort  wo ich bin.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wenn  ihr um mich seid, seid sanft und lasst mir meinen Raum. Ich werde auch  euch nicht zu nahe kommen und die notwendige Distanz wahren. </em></p>

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		<title>Klimawandel</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 07:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Sommer 2010, es ist heiß. Alle Orte mit Klimaan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es ist Sommer 2010, es ist heiß. Alle Orte mit Klimaanlage potentielle Rettungsorte zum Schutz vor Schweißflecken und unangenehmen Geruch. Ungeschützt in der Hitze am Bahngleis freut man sich der nahenden Erfrischung im klimatisierten ICE. Schon beim Eintritt weicht dieses Gefühl entsetzen. Drinnen wie Draußen, kein Unterschied auszumachen.</p>
<p style="text-align: left;">Die Reise beginnt. Gleich nach der Fahrkartenkontrolle verteilt die nette Schaffnerin mit den roten Haaren und dem dicken roten Lippenstift Wasser.</p>
<p style="text-align: justify;">„<em>Entschuldigen Sie bitte, die Klimaanlage ist defekt. Möchten Sie gerne ein kostenloses Wasser haben?“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ihr ist die Hitze nicht anzumerken. Wie auch? Puder und Make-Up lassen die echte Gesichtsfarbe nur durch die Referenz des Haaransatzes erkennen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Kein Problem, ich bin Hobbyklimaanlagentechniker, soll ich mir die Maschine mal ansehen?“</p>
<p style="text-align: justify;">Sie lacht.</p>
<p style="text-align: justify;">„<em>Ja, ich verteil nur noch kurz die Getränke, kommen Sie doch einfach hinter zum Schaltschrank dann können wir das Problem sicher lösen.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Vor dem Wegdrehen zwinkert sie mir nochmals auffordernd zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bleib natürlich sitzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach 20 Minuten kommt sie enttäuscht zurück.</p>
<p style="text-align: justify;">„<em>Jetzt habe ich die ganze Zeit auf Sie gewartet.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">„Oh, Entschuldigung, das war nur ein Scherz und glauben Sie mir, wenn ich Ihnen zum Schaltschrank gefolgt wäre, dann wäre uns auch nicht kühler geworden.“</p>
<p style="text-align: justify;">Auf ihrer Wange bahnt sich ein Tropfen in Bronze den Weg zum Hals.</p>

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		<title>Sonntagmorgen</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 17:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[nacht]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon spät. Oder früh. Der Unterschied liegt i [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es ist schon spät. Oder früh. Der Unterschied liegt im Auge des Betrachters. Wir stehen auf der Reeperbahn. Der Abend soweit mäßig erfolgreich verlaufen. Gefangen im Chaos des Feiervolks. Hier muss man Spaß haben. Wer ihn nicht hat, hilft nach. Mit Alkohol oder sonstigen Brandbeschleunigern. Diese haben bereits die erste Wirkung gezeigt. Die Köpfe mit I-Gel-Frisur wanken beängstigend, die Wortfetzen gelallt oder gebrüllt. Immer laut Lachen, es handelt sich schließlich um Spaß. Mir langts. Als letzte Rettung erchore ich den Golden Pudel am Fuße der Hafentreppe aus. Über die Rückseite der Reeperbahn hinunter in die Hafenstraße. Der Blick auf die Elbe im fortgeschrittenen Sonnenaufgang ein Traum. Schade das es heute wieder bewölkt ist. Auf der gegenüberliegenden Seite, direkt an der Elbe die Wallfahrt der Survivaljacken. Bevorzugt Rot mit Schwarz, getoppt von silbergrauem Haar, Halbglatze oder der Bubifrisur der über 45-jährigen Frauen. Die Gäste Hamburgs haben sich früh aus dem Bett gequält um  die Attraktionen des Fischmarktes zu erleben. Um Bilder zu machen, Fischbrötchen zu frühstücken, den Marktschreiern zu lauschen oder in der Fischauktionshalle die Unterhaltungsbands mit den ewig alten Gassenhauern zu bejubeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Danach steht es mir überhaupt nicht. Zuviel Spaß am frühen morgen. Dann lieber nochmal Pudel. Der Eintritt lächerlich. Schon im Eingangsbereich schlägt einem menschlicher Geruch in Form einer Dampfwolke entgegen. Die Brille meiner Begleitung beschlägt umgehend. Doch gute Musik lässt uns tiefer vordringen in die ewige Nacht der Musikkatakomben. Französischer House. Fluffig weich nimmt uns die Musik auf, umarmt vom Dampf der anderen Besucher. Wenn Musik eine Wolke wäre, hier würde ich mich gerne fallen lassen. Hineinlegen, die Glieder von mir strecken, die Augen schließen und mich tragen lassen, hinweg ins Licht.</p>
<p style="text-align: justify;">Leider unvollendbare Phantasie. Doch auch so ist der Bann der Musik zu anziehend als das man den Raum verlassen könnte. Um einen zuckende Leiber, sich ekstatisch im Rythmus bewegend. Blicke treffen sich. Sehen und gesehen werden. Das Spiel der Überlebenden der Nacht. Zu nüchtern oder zu aufgedreht um wach zu bleiben, die letzten Energieschübe vernichtend. Meine Begleitung hat die Energie schon verlassen, ich bleibe allein zurück in einer Herde Fremder, die sich gebaren wie Freunde. Mitstreiter im Kampf gegen das Licht und die Ruhe. Die Dame gegenüber starrt mich an, versucht mich zum Lächeln zu animieren. Ich bin allein, ich bin frei, ich lasse mich nicht unter Druck setzen. Tapfer verweigere ich die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Sie bewegt sich aus meinem Blickfeld, eher hinter mich. Ist das schon der Sieg? Nein, sie tänzelt wieder zurück in mein Blickfeld. Weiterhin bleibt mein Gesicht wie versteinert. Plötzlich geht alles ganz schnell. Die Neonröhren an der Decke bringen Licht ins Dunkel. Mein Blick auf die Gesichter wirkt wie ein Spiegel auf mich. Erschrocken von der Bleiche der Gesichter, die im schummrigen Discolicht noch so attraktiv und fit wirkten drehe ich mich auf der Stelle um, schnappe mir meine Jacke und stolpere hinaus in den Hamburger Regen. Die zum Fischmarkt Wallenden keines Blickes würdigend, stoppe ich das nächste Taxi zurück in meine Wohnung. Beim Einsteigen ein letzter Blick auf den Strom der Versprengten die den Laden nun ebenso verlassen. Die Gesichter noch bleicher als die, die mich zuvor schon erschreckten.</p>
<p style="text-align: justify;">Sonntagmorgen in Hamburg.</p>

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		<title>Baby Melancholie</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 19:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Hansen Band. Frontman Jürgen Vogel. Nett. Aber nicht w [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Hansen Band. Frontman Jürgen Vogel. Nett. Aber nicht wirklich gut. Immerhin hat über dieses Filmprojekt die gute Heike Makatsch nen Typen kennen gelernt, der zuvor mit Oli Schulz im Hundekostüm (oder war es ein Känguruh?) durch die Landen getourt ist. Der Film ist selbst auch nicht so der Brüller. Was ich dennoch sagen will? Um eine Basis zu legen, zu Beginn das Video zum Song.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="340" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/qW5DhZOQuFg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="340" height="285" src="http://www.youtube.com/v/qW5DhZOQuFg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">Netter, angenehmer Beat. So klingt sie, die kommerzielle Hamburger Schule. Der Inhalt selten lahm. Er bietet mehr:</p>
<p style="text-align: justify;">Wäre ich der Autor eines Stückes mit dem schönen Titel: &#8220;Baby Melancholie&#8221; gewesen hätte ich mich tiefer mit dem Thema auseinandergesetzt. Das Paretoprinzip des Lebens herausgearbeitet. 20% Spaß, Spontanität, Euphorie und 80% Leiden, Ausharren und Warten. Und das in unserer sogenannten Spaßgesellschaft. Dennoch, die Popliteratur trieft vor Leid. Vor Unglück. Alles getragen vom allgegenwärtigen Zynismus. Die Ironie, selbst das Leid zur Komik, zum Grinsen zu verkehren. Zwanghaft. Mit Humor nimmt sich alles leichter. Von wegen. Die allwissenden Erzähler in all diesen Büchern. Die von Außen das Leben des Protagonisten an unsichtbaren Fäden leiten und schon in der Geschichte die Interpretation, die sich uns im waren Leben erst in der Retrospektive erschließt, vorweg nehmen. Dennoch sollte dieser überwiegende Teil des Leides ebenso ausgelebt werden, wie der Rest. Nur so macht es uns zum existierenden Individuum, nicht zu einem Wesen der Fiktion. Und gibt uns die Möglichkeit einander zu helfen. Zu inspirieren und zu stützen. Der letzte Satz meines Textes über die Melancholie wäre vermutlich folgender:</p>
<p><em>&#8220;Während Baby Melancholie sich am Ausgang des Friedhofs die Tränen der Trauer aus dem Gesicht wischte, zauberte sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie war sich ihres Lebens bewußt.&#8221;</em></p>

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		<title>Sommerloch im Biergarten: Knut</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 21:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gehört]]></category>
		<category><![CDATA[mozzen]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit vielen Biergärten ist Hamburg unglücklicherweise  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mit vielen Biergärten ist Hamburg unglücklicherweise nicht gesegnet. Aber einer der schönsten, auch wenn mit überteuerten Bierpreisen ist das Schumachers am Naturschwimmbad im Stadtpark. Leider ist diesen Sommer das Wetter auch nicht so schön, dass man diesen Ort all zu oft aufsuchen könnte. Die Sachen die man dort erfährt sind dafür besser als wenn die Treffen häufiger wären. Die Meldung des Abends:</p>
<p style="text-align: center;">
<strong> &#8220;Knut ist Schuld am verfrühten Ableben seines Pflegers&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><a href="http://farm1.static.flickr.com/223/511083490_0383b7673a.jpg" rel="lightbox[898]"><img class="aligncenter" src="http://farm1.static.flickr.com/223/511083490_0383b7673a.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe diesem Thema bisher nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber Knut ist selbst an mir nicht vorbeigegangen. Auch konnte man in diesem Zusammenhang seinen menschlichen Pflegevater nicht übersehen. Für was steht ein Eisbär? Ich behaupte ein Eisbär steht für Härte. Für was steht Härte? Für männliche Potenz oder wieso sang <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grauzone_(Band)" target="_blank">Grauzone</a>: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=cTuTc_liKS4" target="_blank">Ich möchte ein Eisbär sein</a>?</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwas wollten die doch ausdrücken.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Pflegevater von Knut ist vor einem Jahr oder so plötzlich verstorben. Heute habe ich erfahren, dass dieser Tod auf eine Überdosis Viagra zurück zu führen sei. Viagra steht für herzschwache Menschen schon länger in dem Verdacht, zum Tode führen zu können. Der Pflegevater von Knut war Single, oder geschieden. Auf Grund seiner Medienpräsenz waren plötzlich tausende Frauen von ihm begeistert. Und was wollten diese Damen?<br />
Einen Pflegevater. Und was wird von einem Mann erwartet? Potenz.<br />
Und was macht der Mann, wenn es auf Grund des Herzens oder des Alters nicht mehr so klappt, wie es die Dame wünscht? Er hilft mit unterschiedlichen Medikamenten nach.<br />
Was ist wenn er die Medikamente nicht verträgt?<br />
Dann wars das eben.<br />
Wenn ich die Kausalitätskette jetzt zu Ende spinne, war die Bekanntheit von Knut direkt verantwortlich für die Überdosis Viagra des Pflegevaters. Ruhm schadet.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>We call it SchamhaarEfeu</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 21:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[generation]]></category>
		<category><![CDATA[jugend]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
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		<description><![CDATA[Die  Zeit hat im Wissenteil der letzten Woche über Int [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeit.de/2009/29/Schoenheit" target="_blank">Die  Zeit hat im Wissenteil der letzten Woche über Intimrasuren geschrieben.</a> Über den Fakt, dass sich 13-jährige Mädchen nicht ins Freibad trauen, ohne sich zuvor Beine und sonstige haarige Stellen zu rasieren, obwohl sie sich ihrer Sexualität nur teilweise bewußt wären. 13-jährige Jungs kotzen rum wie die Großen: &#8220;Assi, Weiber müssen rasiert sein.&#8221; Die Werbung hat funktioniert. Dazu fällt mir nur der alte, aber geniale Song der Tocotronic-Jungs ein:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>DIGITAL IST BESSER</strong></p>
<p style="text-align: center;"><span><span>&#8220;Auf der Strasse denken Leute:<br />
Wie sieht der denn aus ?<br />
Daß so Leute doof sind<br />
setz ich als bekannt voraus</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span><span> </span></span>In einer Gesellschaft<br />
in der man bunte Uhren trägt&#8230;&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="340" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/8iLKjv2Sz04&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="340" height="285" src="http://www.youtube.com/v/8iLKjv2Sz04&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span>In der digitalen Gesellschaft, in der ich die Möglichkeit habe, mein Abbild im Netz zu erschaffen, wie immer es mir gefällt, jegliche Realität zu verleugnen: Werden wir so zum besseren Menschen? Oder doch nur zu einem Abziehbild des Zeitgeistes? Wo bleibt die vielgelobte Individualität, wenn ich mein Aussehen schon dem Mainstream anzupassen habe um nicht sofort als unstylisch, als uninteressant, als Depp abgestempelt zu werden? Klar, die Grundzüge der Körperpflege sind mir bewußt und dies ist auch ein Punkt auf den ich selbst bei anderen Wert lege. Einfach nicht unangenehm sein. Aber selbst die Gepflegten, die Glatten, die Mainstreamer können unangenehm werden. Nicht auf Grund ihrer Äusserlichkeit, sondern auf Grund ihrer Aussagen, ihrer Ansichten, ihrer Hinterhältigkeit und Unehrlichkeit. Wer ist nun besser? Die unrasierte, raue Person, die in keinster Weise dem Mainstream entspricht oder die rasierte, glatte Persönlichkeit, die glänzt und im Sonnenlicht schillert? Kann es jemand beantworten? </span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span>Mit wem gibst du dich lieber ab? Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich im ersten Anlauf auch lieber auf die rasierte, glatte Persönlichkeit zugehe. Mich dem Glanz hingebe und hoffe das etwas des Abstrahlenden Sonnenlichtes auf mich übergeht. Doch auf welcher Grundlage?</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span>Weil es normal erscheint. Weil es Zeitgeist ist. Mainstream. Weil die überwiegende Mehrheit der Menschen um uns herum so aussieht. Vielleicht auch weil wir alle narzistisch sind. Dank Spiegel sind wir selbst die Person, die wir am häufigsten zu Gesicht bekommen. Ich kann mich an irgendeinen Artikel erinnern in dem ich gelesen habe, dass wir unseren Menschenbild stark danach ausrichten, je nachdem ob wir uns gefallen, oder ob wir uns nicht gefallen, wähle ich den entsprechenden Menschenschlag der mir lieber ist.(Also Ich-ähnlich oder Nicht-ich-ähnlich) Zumindest in erster Instanz. Dieses Bild beginnt zu brökeln, der Einfluss der Breitbandmedien, die ein Personenbild an die Wand werfen, welches den meisten Menschen zu gefallen scheint ist aus Geltungsgründen durchaus zu rechtfertigen. Den weiteren Einfluss, der sich daraus ergibt untergräbt die Individualität des Einzelnen. Wenn ich mir sage: &#8220;Sehe ich so aus, dann gefalle ich vielen Menschen.&#8221; und mit mir viele Andere diese Einstellung teilen, dann sehen wir am Ende alle so aus. Zumindest alle, die nicht stark genug sind, sich ihre Individualität zu bewahren.</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span>Aus diesem Grund und auf die Gefahr hin, einen neuen Mainstreamtrend zu definieren proklamiere ich heute einen neuen Trend: </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span><span><strong>Das SchamhaarEfeu</strong></span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span><span><strong><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wp-content/uploads/2009/07/scharmhaarefeu.jpg" rel="lightbox[791]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-794" title="scharmhaarefeu" src="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wp-content/uploads/2009/07/scharmhaarefeu-271x300.jpg" alt="scharmhaarefeu" width="271" height="300" /></a></strong></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span><em>Das SchamhaarEfeu wird SchamhaarEfeu geannt, da es sein Vorbild in der Natur des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Efeu" target="_blank">Efeus </a>hat. Wie die Pflanze ist es ein Klettergewächs. Das menschliche SchamhaarEfeu ist chauvinistisch veranlagt und bevorzugt den Männlichen Körper, auf Grund der Eiweißmoleküle entsprechender Hormone. Es entsteht um die Wurzel und beginnt dann, die sich ihm bietende Wand empor zu steigen, selbst Überhänge stellen für das SchamhaarEfeu keinerlei Probleme dar. Es ist immergrün oder immerschwarz oder immerblond, sprich, die Farbe ändert sich erst im sehr hohen Alter, nachdem alle anderen Gewächse auf dem Körper bereits kurz vor der Verwesung stehen oder nicht mehr vorhanden sind. Im Extremfall kann das SchamhaarEfeu den Sprung über die Schulter schaffen und sich auf dem Rücken fortsetzten.<br />
Die Symbolik des SchamhaarEfeu steht für Stärke und Männlichkeit.<br />
Die Entfernung des SchamhaarEfeus durch Rasur, Wachs oder Ähnlichem führt zu einer stärkeren Ausprügung des Blattes. Neueste Studien über den Einsatz von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laserenthaarung" target="_blank">Laserbehandlungen</a> geben zwar Hoffnung auf eine Verlangsamung des Wachstums, jedoch kann dieses nicht vollständig gebremst werden. </em></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span><span>Noch wird über den Sinn des SchamhaarEfeus gestritten. Aber bisher kann man diesem nichts entgegensetzten. Deshalb wird empfohlen, dies zu zu lassen und die Individualität des Einzelnen zu tolerieren.<br />
</span></span></p>

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		<title>Stadtparkfußball bei Windstärke 5</title>
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		<pubDate>Sat, 30 May 2009 10:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Hamburg und Wind ist nicht unbedingt eine Überraschung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Hamburg und Wind ist nicht unbedingt eine Überraschung. Wind im Stadtpark auch nicht. Das der Stadtpark auf der großen Wiese nicht sonderlich viel Schutz vor Wind bietet, ist auch hinlänglich bekannt.  Der alten Snowboardlehrerweisheit folgend: &#8220;Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.&#8221; (was auch ein Slogan für den einen oder anderen Bekleidungshersteller sein könnte) haben wir uns dennoch nicht davon abhalten lassen, nach Feierabend den Ball noch ein bisschen rollen zu lassen.</p>
<p style="text-align: center;"><object width="350" height="200" data="http://blip.fm/_/swf/BlipEmbedPlayer.swf" type="application/x-shockwave-flash"><param name="id" value="BlipEmbedPlayer" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="FlashVars" value="blipId=12193915" /><param name="src" value="http://blip.fm/_/swf/BlipEmbedPlayer.swf" /><param name="name" value="BlipEmbedPlayer" /><param name="align" value="middle" /><param name="flashvars" value="blipId=12193915" /></object></p>
<p style="text-align: justify;">Dem rollenden Ball kann Windstärke 5 auch relativ wenig anhaben. Der unebene Boden kann dem Ball hingegen schon etwas anhaben und ihn für die Spieler unkontrollierbar machen. Unebener Boden kombiniert mit Wind verstärkt diese Unkontrollierbarkeit noch deutlich. Wenn dann noch unkontrollierbare Ideen der Mitspieler hinzukommen, die sich plötzlich wie brasilianische Fußballgötter, es aber nich sind, erhöht die Unkontrollierbarkeit aufs Maximale. Auch nicht schlimm, denkt man, dann muss man halt mehr Laufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn da nicht der Stadtparksee wäre, der unterhalb einer Böschung von der großen Wiese aus liegt. Sobald der Ball sich auf dieser Ebene befindet, Geschwindikeit aufnimmt und als Ziel den See ausgemacht hat, wird aus dem Laufen ein kurzer, heftiger, Bergab-Sprint um das Unpassenste, den Ball im See zu verhindern. Leider ist, der Ball im See nicht das Unpassendste, sondern eher das Unvermeidliche. Drei oder vier mal war einer von uns schneller als der Ball mit Drall auf der Senke. Einmal zu langsam. Zwei mal aufgesprungen auf der Böschung und schon konnten wir ihn nur noch vom Ufer aus beobachten. Beobachten wie der Wind sein Spiel mit dem Ball aufnimmt. Leider ablandiger Wind. Die Hoffung auf den Empfang des Balls auf der anderen Seite des Sees wurde im Keim erstickt, da in der Mitte des Gewässers der Wind anscheinend drehte und ihn somit an eine Insel trieb. Der Ball gefangen zwischen zwei Baumstümpfen. Die Insel ist zwar betretbar, nur stehen eben jene beiden Baumstümpfe hinter einem undurchdringbaren Rosengebüsch. Die einzige Lösung an den Ball zu kommen ist schwimmen. Bei kühlem Wind in der Abenddämmerung. Denn leider bin ich nicht der Prinz aus Dornröschen, der sich mit dem Schwert seinen Weg durch die Dornen schlagen kann. Was der Prinz wohl gemacht hätte, bestünde die Möglichkeit zu Dornröschen zu schwimmen?</p>

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		<title>Leben im Glasscherbenviertel</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 21:13:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein 3D Drucker und ich. Wir sind ein Spitzenteam. Nich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mein 3D Drucker und ich. Wir sind ein Spitzenteam. Nicht unbedingt mit sonderlich innovativ, aber wir haben was zu tun. Ich mit dem befüllen der Rohstoffe: Blech, Glas, Plastik, Alu, ??? füttern der Steuereinheit mit Konstruktionsplänen und mit dem Vergnügen dem Gerät bei der Arbeit beizuwohnen. Ich lausche dem Summen der Verarbeitung und mit einem freundlichen <em>&#8220;CLACK-CLICK!&#8221; </em>fällt das Objekt der Begierde in die Auffangschale.<br />
Heute ein Ersatzteil für mein Fahrrad. Ne neue Übersetzung, damit ich mich nicht mehr so anstrengen muss. Ausserdem bastel ich doch auch so gerne. Müll muss ich auch nicht mehr runtertragen. Alles wird verbaut.<br />
Aus dem Altglas werden Murmeln gedreht, für die Nachbarkinder oder für die Zwille. Mein Hobby ist vom Balkon aus die Fensterscheiben der Nachbarschaft zu zerstören. Vorbereitet wie ich bin habe ich aber schon ein paar Scheiben ausgedruckt die ich Minuten nach den Einschlägen den Nachbarn vor die Wohnungstür stelle oder direkt übergebe. Am Anfang fanden sie es nicht so lustig, mittlerweile haben sie sich daran gewöhnt und vertrauen mir. Erstens schieße ich selbst nur auf Fenster an warmen und sonnigen Tagen. Bei Regen kann ich nicht so gut zielen. Zweitens bin ich jedesmal kurz danach zur Stelle mit einer neuen Scheibe und mit Schaufel und Besen um das zerstörte Glas wieder in den Kreislauf einzuführen. Drittens finden die Leute gefallen daran, dass die Scheiben durch das häufige Recyceln immer trüber werden. Weniger Arbeit um die Fenster zu putzen ist notwendig. Lohnt sich eh nicht. Sind rausgeschossen bevor sie dreckig sind. Darauf gebe ich acht.</p>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile habe ich die gesamte Nachbarschaft mit meinen Scheiben ausgestattet. Zumindest an den Fenstern, die auf meinen Balkon blicken. Bei den anderen helfen mir die Nachbarskinder. Dafür habe ich jedem einen Fußball gedruckt.Ich liebe das Geräusch der zerberstenden Scheiben. Am Geräusch erkenne ich ob der Treffer mittig oder versetzt die Scheibe zum platzen gebracht hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich lebe gern im Glasscherbenviertel.</p>

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		<title>Fortschreitende Ghettorisierung</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 20:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe ich vor 14 Tagen noch über die meiner derzeitigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/?p=458" target="_blank">Habe ich vor 14 Tagen noch über die meiner derzeitigen Wohnung gegenüberliegende Kneipe gesprochen</a>, so musste ich mit Beginn dieser Woche feststellen, dass ich geistesgegenwärtig das Requiem fürs Frankfurter Stübchen geschrieben habe. Waren zu Beginn der Woche nur die verrauchten und verschranzten Einrichtungsgegenstände vor der Tür gestanden und die Lichter des Nachts nicht mehr erleuchtet, sind seit heute morgen auch die farbigen Ornamentfenster im &#8220;Schau-hier-bloß-nicht-rein&#8221; Stil verschwunden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiteres Etablisment in meiner direkten Umgebung das verschwindet. Ich glaube nicht, dass es sich hier nur um eine Renovierung handelt. Eher nehme ich an, es wird eine längere Zeit als leerstehende Immobilie folgen. So wie kurz nach meinem Einzug der Tante Emma Laden (der allerding vom Neffen <span style="text-decoration: line-through;">Osama Bin</span> betrieben wurde) geschlossen hat und seitdem leer steht und Ende 2008 dann noch die günstig gelegene Apotheke zu gemacht hat. Jetzt gibt es im Block noch ein Restaurant, ein Café, einen Bäcker, einen Frisör, einen Kiosk und einen Schuster. Das Block spezialisiert sich. Hier wird nur noch gewohnt und geschlafen. Geshoppt wird wo anders. Dort wo es günstig ist, man gut mit dem Auto hinfahren kann und den Einkauf für die ganze Woche und alles was man noch mal so brauchen oder nicht brauchen kann um sein Wohnen in eine neue Atmospähre des professionellen Euqipment aus Sandwichtoaster über Fritöse bis zur Eismaschine zu hieven. In gleichem Mase wird die private Entertainment aufgerüstet. Konsole, Blueray, 55&#8243; Flatscreenfernseher, Pay-TV Abonement, Laptop, Netbook, Ipod, Digital-Stereo-Sourrund-Sound-System und natürlich Breitband WLan, Kabel, UMTS, EDGE, wasweisichnoch-Anschluss. Geil, stimmt, jetzt fällts mir auf. Wozu noch ausgehen? Die Dienstleistungen kommen zu mir.</p>
<p style="text-align: justify;">Kino?</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Ich hab 55-Zoll-Full-HD-DVB-T-&amp;-C-HDMI-</em><em>WLAN-TV</em><em> mit Blueray mit Dolby-Pro-Logic-DTS-Neo6-TrueType-Settop-Boxen dazu die Infrarot-Massage-Liegelandschaft-mit-integriertem-Essen-warm-Bier-kalt-Standsystem, Alda, that&#8217;s Kino&#8230;.</em><em><br />
Ausserdem hab ich den Film schon letzte Woche schon aus dem Netz gezogen.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Fußball-in-der-Kneipe?<br />
<em>&#8220;Nee, lass mal, nicht mit mir, da muss ich mich nur wieder mit so einem frustrierten Verlierer-Club-Anhänger unterhalten. Ich will  lieber die Konferenz sehen.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Eis-um-die-Ecke?<em><br />
&#8220;Ach Quatsch, ich schmeiß kurz meinen ICE-Maker an und in 10 Minuten ist es fertig, schön Diet und Gesund und so. Sollen doch eh nicht so viel Fett.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Pizza-Essen-Gehen?<br />
<em>&#8220;Ach komm, ich hab vom Discounter welche mitgebracht, da leg ich uns ein bisschen Ruccola drauf , anders wird es in der Gastronomie doch auch nicht gemacht. Lass uns lieber mal ein paar Bilder machen. Die stellen wir dann ins Netz und zeigen allen Homies, wie geil wir sind.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">TipTop. Homies, bezeichnet man damit nicht eigentlich Nachbarn? Aber wer sind meine Nachbarn. Ich sehe sie nie. Sie haben einen unmöglichen Musikgeschmack und sehen Frühstücks-TV. Mehr bekomm ich davon nicht mit. Meine Homies sind im Netz. Die lokale Position zweitrangig. Auf immer vereint dank virtuellem Profil. Das kann ja auch leichter gepimpt werden als ich. Wann wird es endlich dunkel, damit ich meine Wohnung unerkannt verlassen kann. Wobei, erkennt mich ja eh niemand.</p>
<p style="text-align: justify;">Mein Wohngebiet spezialisiert sich. Hier wird nur noch gewohnt. Nicht mehr gelebt.</p>

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		<title>Den Löwen zum Fraß vorgeworfen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine zweite Station führte mich als aufstrebender Wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Meine zweite Station führte mich als aufstrebender Werbefachmann direkt in eine der Top-Agenturen dieser Erde. Art Director, verantwortlich für einen der wichtigsten Kunden. Eine große Brauerei. Der Frühling kündigte sich an und eine neue Kampagne wollte geschmiedet werden. Der Frühling des Sports. Der Zeitgeist schrie nach fitten, aktiven und gesunden Produkten.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Jahr des Kletterns. Klettern entpuppte sich nach und nach in allen Gesprächen der  Marketingavantgarde als Top-Smalltalk-Thema. Wer etwas auf sich hält spielte letzes Jahr Squash und klettert jetzt. Nachdem mich nach den späten Abenden in der Agentur niemand mehr ins &#8220;Normalo-Fitnessstudio&#8221; begleiten wollte, hängte ich mich ihnen an. An die Wand. Der Erfolg berauschte. Innerhalb kürzester Zeit enorme Fortschritte. Gestern nicht mal die Babyrouten geschafft, nach vier Wochen hänge ich schon Überkopf an der Decke. Ohne Sicherung. Nicht weil ich ein sonderlich tollkühner Held bin, sondern eher aus dem Grund, dass es keine Kurse in den großen Hallen gab. Der Trend füllte die Kurse zum richtigen Sichern lange im voraus. Zu allem Überfluss zu Zeiten, an denen der normale Spießbürger seinen Bürosessel vielleicht verlassen hat, nicht aber der aufstrebende Stern am Werberhimmel mit seinen Kollegen. Also blieb uns nur das Bouldern. Bouldern bedeutet Klettern ohne Sicherung, in Höhen bis ungefähr drei Meter unten gesichert durch weiche Schaumstoffunterlagen. Solange man beim Fallen nicht wieder an die Kletterwand oder auf einen &#8220;Mitspieler&#8221; knallt, der es sich unten auf der Matte bequem gemacht hat, ist es relativ risikoarm.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir ist noch nie etwas passiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines Abends, nach erfolgreichem Kletterexperiment saß ich noch in der Halle mit meinem isotonischen Trendgetränk und dachte über die nächste Kampagne für meinen Kunden nach. Im besagten Frühling des Sports.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich verabscheue isotonische Getränke und hatte eigentlich viel mehr Lust auf ein Bier. Da kam mir die Idee. Klettern und Bier kombinieren. Anstatt Kreide in der Chalkbag eine Flasche Bier. Die Route hoch, mit viel Atmogeräusch das Anstrengung symbolisiert, oben am Ziel angekommen, die Flasche Bier am letzen Griff beherzt geöffnet. Noch im Hängen getrunken.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu der Slogan: &#8220;Wir haben es uns verdient.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich konnte fast die ganze Nacht nicht schlafen. Am nächsten Morgen war ich der erste im Büro um die Idee auszuarbeiten. Die Kollegen begeistert. Termin beim Kunden, zur Präsentation. Gekauft.</p>
<p style="text-align: justify;">Also ran an den Dreh des Werbefilms. Bei der Ortsbegehung hatten wir den künftigen Akteur noch nicht dabei. Für den ersten Test schwang ich mich eigenhändig in die Wand. Mit Flasche. Oben angekommen, am letzten Griff die Flasche geöffnet, geleert, ich habs mir verdient. Flasche fallengelassen und selbst die Hände von der Wand gelöst. Kurzer Fall und ein unmöglicher Schmerz beim Aufprall. Mir wird schwarz vor Augen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich erwache benommen in einem weißen Zimmer. Ich erkenne an den angeschlossenen Gerätschaften und an der Tapete, dass es sich hier um ein Krankenhaus handelt. Eine Schwester kommt ans Bett und fragt mich wie es mir geht. Erschöpft nicke ich, bevor ich wieder hinwegdämmer. Beim nächsten Erwachen steht ein Arzt bei ihr und die beiden unterhalten sich flüsternd. Ich sehe mich um. Sie bemerken, meinen Zustand und kommen näher. &#8220;Was ist passiert?&#8221;, ich erkenne meine eigene Stimme nicht mehr. &#8220;Sie müssen jetzt sehr stark sein&#8221;, sagt der Arzt, &#8220;Sie hatten einen schweren Unfall.&#8221; Selbst in diesem Zustand zwingt mir diese Auskunft ein Lächeln auf die Lippen. Ich bin mir durchaus bewußt so ein Zimmer nie freiwillig aufzusuchen. &#8220;Sie sind beim Klettern abgestürzt und haben eine Fraktur des pars lumbalis erlitten. L4 ihrer Lendenwirbelsäule wurde zerstört. Sie werden nie wieder laufen können. Sie sind querschnittsgelähmt.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Die Brauerei konnte auf Grund dieser Kampange ihren Umsatz um 7% steigern. Die Kampagne gewann beim darauf folgenden Cannes Lions International Advertising Festival einen Löwen. Die beste Kampange meines Lebens.</p>

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