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Yuppies in Urbanity

Ditt is Berlin, wa?

April 6th, 2009 written by moritz

Es ist leichter aus dem Stand eine Geschichte über das Erlebte zu verfassen, als sich mit Tatsachen und Berichten zu befassen. Fehlender Internetanschluss verhindert die Recherche, um den Artikel zum dritten Tag der Re:publica 09 fertig zu stellen. Auch wenn die ersten Zeilen auf der Rückfahrt von Berlin Begeisterungsstürme ausgelöst und zu einer kurzweiligen Rückfahrt trotz Umbauverspätung geführt haben.

Berlin ist nicht zwingendermaßen Re:publica. Berlin ist auch nicht zwingendermaßen online. Ditt is Berlin:

Freitag Abend Ankerklause. Die Sonne am Kanal. Nebenan der Markt für türkische Spezialitäten. Krach, Äktschn: Bewegung. Politische Kundgebungen unverständlich trotz Megaphon. Irgendwas bezüglich fehlender Demokratie. Die forsche Berliner Schnauze der Bedienung, die mir bei Getränkeanlieferung einen Bodycheck verpasst und diesen mit Grinsen quitiert. Alle am Tisch erheitert. Spaß auf meinem Rücken. Abends beim Inder, die Friedhofsmauer entlang, darüber ein Duft als wären die Weihrauchbehälter mit einem Rundballen Marihuana befeuert. Der Inder freundlich, in Anerkennung meiner Autorität innerhalb von Minuten zum Chef aufgestiegen. “Eve’ry ting ok, chef?” Punkkaschemmen, die den Verdacht nahe legen, die Zeiten des Protestes und Umbaus sind vorbei. Nach Hause, schlafen, morgens von den reflektierenden Sonnenstrahlen der hohen Decke geweckt.

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Frühstück in Neukölln in der Wohnung die erst am Abend eingeweiht werden soll. Freundliche Begrüßung durch den Mitbewohner, der mir seine frisch gereinigten Hemden in die Hand drückt, damit ich sie mit in den vierten Stock nähme um noch auf der Schwelle kehrt zu machen und mit dem Fahrrad wasweißichwohin zu düsen. Aussicht genießen. Über die frühlingshanft sonnige Karl-Marx-Straße die einem vorgaukelt in einem Land zu sein, mit einem übersäuerten Ayran hinein ins touristische Zentrum bei Tor und Tag. Übersetzen zum Prenzlauer Berg. Kaffe trinken in mitten der digitalen Bohème. Kokettieren. Einkauf für die Einweihungsparty im Second-Hand-Laden erledigen. Motto: “Praxiseinweihungsparty” Verkleidung: Erwünscht. Krankenschwesterkostüm: Gewünscht. Die französische Fachverkäuferin im Gebrauchtutensilienmarkt: “Gehscht du heute Aaben’d auf eine Sado-Maso-Parrtiee?” Einladungen vergessen. Willkommene Begleitung. Wasserturm am Kollwitzerplatz. Grillen mit Facebookgruppe einer Freundin. Auf dem Hügel auf dem Dach der Stadt den Sonnenuntergang weites möglich hinauszögern.

Rückzug, Umzug, Auszug zur Einweihung.

Allein ohne Kostüm. Gefühl nicht zugehörig zu sein. Doch keinen stört es ausser mir. Sonnenaufgang erlebt. Rückfahrt im Bus.

Schlafen; Aufstehen; Hauptbahnhof; Frühstück; Einstieg; Abfahrt; Gut drauf sein.

Ditt is Berlin.

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