DJ sein dagegen sehr. Abends ausgehen, mit Freunden in einen Club oder auf eine Party ziehen. Irgendwann kommt der Punkt an dem ein Lied erklingt, das einem gerade gar nicht in den Kram passt. Weil es nicht gefällt, weil negative Emotionen damit verbunden sind, weil es uncool ist oder weil man die Leute nicht mag, die das Lied gut finden. Steinigt den DJ.
Oder geht hin und geigt ihm kräftig die Meinung was für uncoole Scheiße er da gerade auflegt. Nur wenn Horst die Playlist des MediaPlayers auf dem Laptop bedient. Seit nicht zu hart zu ihm. Er gibt sich Mühe und der Gastgeber ist froh, dass er überhaupt jemanden gefunden hat der er die Musikauswahl in die Hände legen kann und sich zumindest darum nicht kümmern muss. Im Club ist es anders. Da hab ich Geld gelassen, Eintritt gezahlt für mein Vergnüngen und die Aufgabe des Plattendrehers ist es, mich zu unterhalten und seinem Auftraggeber, dem Clubbesitzer zusätzliche Einnahmen in Form des Getränkekonsums einzuspielen. Meist gelingt das auch. Nur kleine Gruppen am Rand sind mit der Vorstellung unzufrieden. Der Rest hat seinen Spaß und tanzt und gröllt zusammen. Egal was die Anderen denken. Wir da drinnen die da draußen. Jede Gruppe für sich in sich vereint in der Abgrenzung gegenüber der Anderen.
Am Samstag habe ich selbst mal wieder Hand angelegt. In der Laundrette, Altona, Hamburg auf der Waschmaschine. Ein netter Laden. Eine nette Feier. Ob ich den Geschmack der Anwesenden getroffen habe weiß ich nicht genau. Aber wie jeder DJ ist man hinsichtlich der Wünsche grundsätzlich überfordert. Nur weil ich mich ums Auflegen kümmere hab ich auch nicht alle Lieder, die jemals veröffentlich wurden. Egal, mir hats Spaß gemacht, manches kann sicher besser gemacht werden, aber zumindest ein paar Körper haben sich regelmäßig auf der Tanzfläche gezeigt.
Spaß ist, was ihr drauß macht.