Mein einziger privater Rechner hat gestern plötzlich seinen Dienst versagt. Ich saß davor, hatte eben einen Tweet abgesetzt, als plötzlich der Bildschirm erfror und mit einem dezenten: “Piep” schwarz wurde. Der Lüfter lief weiter und auch die Status-LEDs haben weiterhin ihren Dienst verrichtet. Hardreset. Lüfter und Lampen leuchteten auch wieder. Der Bildschirm: “schwarz”.
Locker bleiben dacht ich. Heute dann den Support angerufen und mir erst mal erklären lassen das die Garantie für das Gerät am 20. Dezember abgelaufen ist. Wunderbar. Die nächste (Vertrags-)Werkstatt wurde mir auch genannt. Also machte ich mich in der Mittagspause auf den Weg dorthin.
In Erwartung eines Massenansturms hatte ich extra mehr Zeit eingeplant. Aber es war niemand vor mir. Die Dame am Empfang wirkte verzückt, das ich als Privatperson meinen Rechner zur Reparatur abgebe. Wieso? Ist es so außergewöhnlich, das man seinen Rechner reparieren lässt? Sollte ich mir stattdessen einen neuen kaufen? Mit fachmännischem Blick und dem Ohr auf den Tasten stellte sie schon beim Einschalten fest, das es das Motherboard sei. Und warnte mich erneut eindringlich, so eine Reparatur wäre enorm kostenintensiv und das allein schon die Fehleranalyse berechnet würde. Ja und? Ich habe ein Problem. Mein Rechner läuft nicht mehr. Vielleicht gibt es mittlerweile auch Geräte die günstiger sind, aber was soll das? Ich will dieses Gerät wieder haben. So schlecht kann es dem Unternehmen anscheinend nicht gehen. Wenn massiv versucht wird Aufträge und Arbeit abzulehnen. Ich kanns nicht und selbst wenn ich es könnte wäre es mir die Zeit die ich dafür investieren müsste nicht wert. Die Rechnung wird am Ende mit Sicherheit den Preis meiner gesparten und anders genutzen Zeit unterbieten.
Dabei dachte ich immer wir sind in einem Nachfragemarkt, wo die Macht beim Konsumenten liegt sich für das beste Angebot zu entscheiden. Nur was bringt mir meine Wahlfreiheit wenn es keine Auswahl mehr gibt?
Am Ende hat sie das Gerät angenommen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.