Es ist nicht unbedingt der Fall das ich ein absoluter Fan von Science Ficition wäre, jedoch muss ich sagen, dass jegliche Filme, die sich mit unserer Zukunft befassen, eher vielleicht mit unserer “nahen Zukunft” definitiv mein Interesse wecken. Ich spreche nicht von Alienkriegen, von Außerirdischen, die auf die Erde einfallen oder mit denen wir sonst irgendwie im Kampf stehen, sondern von Filmen die Entwicklungen zum Ausdruck bringen die grundsätzlich denkbar sind.
Kürzlich eben der Film Moon. Kurz den Inhalt und den Trailer für Leser, denen der Film nichts sagt.
Der Film spielt in der Zukunft der nächsten 100 Jahre. Die Erde stillt ihren Energiehunger mit Hilfe der Fusionstechnik. Das notwendige H³ (Helium 3, Chemiker können gerne korrigieren), welches als Brennstoff für die Fusionsenergie benötigt wird, gewinnt man auf der Rückseite des Mondes. Auf dem Mond arbeitet ein einziger Mensch, der dort für drei Jahre abgeordnet wurde und kümmert sich um die Funktionen und die Wartung der vollautomatischen Maschinen. Dieser Mensch steht im Film kurz vor der Rückkehr zur Erde, nachdem er die drei Jahre fast vollendet hat. Doch dann passiert ein folgenschwerer Unfall.
Dieser Mensch ist ein Klon. Durch den Unfall und dem vermutlichen Verlust des ersten Arbeiters wird auf der Station ein weiterer Klon zum Leben erweckt, der sich nicht an die, von der Zentrale auf der Erde vorgegeben Vorgaben hält und anfängt Sachen zu hinterfragen und am Ende die zuvor erwähnten Tatsachen ans Licht bringt.
Die Existenz des, bzw. der Klons ist laut Abspann auf der Erde nicht bekannt. Doch wenn es dies wäre, wie weit würden wir gehen?
Ist menschliches Leben nur menschliches Leben, wenn es von Menschen gezeugt wurde? Wären wir bereit, anders, künstlich erzeugte Lebewesen anders zu behandeln und ihnen die Menschenwürde abzusprechen, obwohl sie alle Funktionen besitzen, die sie zum Menschen machen? Dem Klon auf dieser Station wird durch Kommunikation suggeriert, er hätte Frau und Kinder auf der Erde die dort sitzen und auf ihn warten. Liebevoll hat er sein Schlafgemach mit Bildern von Frau und Kind geschmückt. Diese Personen, die ihm auch in regelmäßigen Abständen Nachrichten schicken sind seine Existenzberechtigung und der Beweis seiner Existenz. Sein Antrieb, der ihn am Leben und ihn durchhalten lässt. Das Ende des dreijährigen Einsatzes wird durch den Einstieg in eine “Versandbox” eingeleitet mit der der Klon angeblich zur Erde zurückgeschickt wird. Am Ende ist diese Versandbox nichts weiteres als eine Tötungsbox (ich vermute Gaskammer) und nach dem Tod des einen Klons, wird der nächste zum Leben erweckt und nimmt die Position und die Geschichte des vorherigen ein. Der Energiehunger der Erde ist gestillt. Die Arbeit verrichtet. Doch ist eine derartige Behandlung von Lebewesen ethisch und moralisch vertretbar? Ich glaube nicht und ich hoffe das Arbeit wie diese nie notwendig sein wird. Denn wenn wir eines Tages in der Lage sein sollten Gott spielen zu können, müssten wir unsere Produkte in diesem Zusammenhang ebenso gottgleich ansehen wie uns selbst. Ich hoffe das mit der technischen Fähigkeit auch diese, moralische, Einzug hält ins Portfolio unserer Fähigkeiten.
Für mich ein sehr guter Science Fiction Film, der sich gleich in eine Liga mit: The Island, Children of Men und auch Clockwork Orange gespielt hat.