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Fleisch is for Loser

August 11th, 2013 written by moritz

Meat is Murder sangen die Smiths auf dem gleichnamigen Album schon 1985. Sicher, es gibt unzählig viele moralisch und ethische Gründe auf Fleisch zu verzichten. Und es gibt auch welche, die für den Verzehr von Fleisch sprechen. Doch in den letzten Wochen ist mir eine Sache bewusst geworden: Fleisch ist langweilig.

Meine Freundin Pia hat beschlossen Vegetarierin zu werden. In der Vergangenheit waren gemeinsame Abendessen, zu denen festliche Gerichte zubereitet und verspeist wurden, essentieller Bestandteil unserer Freizeit. Inoffizieller Höhepunkt dieser Schlemmereien war eigentlich immer irgendeine Art von Fleischgericht. Diese Art der gemeinsamen Aktivität wollen wir natürlich trotz einseitiger Abkehr vom Fleisch erhalten. Und plötzlich stellt man fest, dass man außer Fleisch recht wenige Rezepte der vegetarischen Küche kennt, die über Salat und Beilagen hinausgehen. Als ich dann kürzlich auf Empfehlung von Fabian die Doku: “Nie wieder Fleisch” (hier in voller Länge auf YouTube) gesehen habe, wurde es so deutlich wie selten ausformuliert.

“…Fleisch ist billig und einfach zu zubereiten…”

Das stimmt definitiv und wenn ich mir die orgastischen Grillgelage vor Augen führe, die in regelmäßigen Abständen auf jeglichen Freiflächen Hamburgs, ob Park, Garten oder Balkon stattfinden, sehe ich diese Aussage erst recht bestätigt. Fleisch, das Dank Einlage in Grillmarinade ein verlängertes Verfallsdatum hat, oder aber zu Grillgut gemacht wird, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum für den “normalen” Vertrieb abgelaufen ist. Mit diesem Wissen und dem Wissen um die grundsätzlichen Zustände in den Erzeugungs- und Verarbeitungsbetrieben, übertrifft der Karma-Schaden durch den unbedachten Verzehr von Fleisch durchaus eine Bestellung bei Zalando.

Mein Ziel ist nicht irgendjemanden vom Verzehr von Fleisch abzuhalten. Ich möchte, dass man sich beim nächsten Restaurantbesuch oder beim nächsten Einsatz am Herd Gedanken darüber macht, was man zubereiten oder bestellen will. Ein filigranes Meisterwerk aus Gemüse mit unterschiedlichen Garpunkten und Konsistenzen oder ein profanes Stück Fleisch mit den beschränkten Wahlmöglichkeiten Rare, Medium oder Well-Done.

Ich habe meine Entscheidung gefällt und messe mich an den großen Herausforderungen. Das Ergebnis des heutigen Tages: Zwetschgenknödel.

One Response to “Fleisch is for Loser”

  1. Alex

    Ich esse zwar weiter Fleisch, habe aber auch umgedacht und kaufe nicht mehr das Billig-Fleisch vom Discounter, das mit Wasser gestreckt und in Marinade ertränkt wird um über fehlenden Geschmack und Qualität hinwegzutäuschen. Mein Fleisch wird nun beim Metzgermeister meines Vertrauens besorgt. Das spielt nicht nur geschmacklich in einer ganz anderen Liga, ich weiß auch wo das Fleisch her kommt. Qualität statt Quantität und dafür zahle ich allein schon für den Geschmack gerne mehr.

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