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Florida: Sonne satt im März

March 26th, 2014 written by moritz

Pia und ich sind die letzten beiden Wochen in Florida gewesen und haben dort unseren Jahresurlaub verbracht. Einmal rum könnte man sagen, wenn man sich unseren Weg vor Augen führt.

Selbst, wenn man in 15 Tagen die Rundreise vollbracht und jeden Tag viel gesehen und erlebt hat, bleibt dennoch das mulmige Gefühl, irgendwas übersehen oder nicht gemacht zu haben. Doch fangen wir von vorne an. Mit airberlin sind wir von Hamburg nach Miami geflogen und ich betone die Fluglinie hier ausdrücklich. Sowohl der Flug als auch die Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord haben uns positiv überrascht. In Miami angekommen haben wir am Flughafen unseren Leihwagen und treuen Begleiter für die nächsten Tage in Empfang genommen und sind in den via airbnb gemieteten Bungalow in Miami South Beach gefahren. Unweit des Bungalows stand eine Station des örtlichen öffentlichen Stadtradangebots. Super praktisch, um Stadt und Strand zu erkunden, das Gelände ist flach und die Stationen so dicht gesetzt, dass man jederzeit eine Station findet, an der man sein Mietfahrrad wieder abstellen kann, um bei der Weiterfahrt einfach ein anderes zu nehmen.

Miami Beach fühlt sich an, wie ich mir Ibiza vorstelle. Lauter coole, junge Leute, die Spaß haben wollen. Aber das war zu Zeiten der Springbreak auch nicht anders zu erwarten. “Miami Beach ist Art Deco und Art Deco ist Miami Beach” – besser lässt sich die Bausubstanz der Stadt wohl nicht beschreiben. Aber bevor ich das versuche in Worte zu fassen, lieber ein paar Bilder:

Nachdem wir uns in Miami ein paar Tage an Temperatur, Klima und Zeitzone gewöhnt hatten, machten wir uns auf nach Key West, die letzte Perle auf der Kette der Florida Keys im Golf von Mexiko. Wir nächtigten in einem Bed and Breakfast in unmittelbarer Strandnähe und begleiteten den Sonnenuntergang. Allerdings umschreibt Key West die Aussage: “Der Weg ist das Ziel” wohl am besten. Auf dem Hinweg machten wir in Marathon auf dem örtlichen Seafood-Festival halt, um ein paar frische Austern und Krebszangen zu genießen. Auf dem Rückweg blieben wir den Nachmittag am Bahia Honda Beach, dem offiziell schönsten Strand der Florida Keys.

 

Nach den Florida Keys war unser nächstes Ziel die Everglades. Im Shark Valley machten wir uns mit Fahrrädern auf die Suche nach noch wilderen Tieren, als wir sie bisher zu Gesicht bekommen hatten. Denn Tiere sieht man in Florida ständig. Die nächsten Bilder sollen auch nur diejenigen zeigen, die ich vor die Linse bekommen habe, nicht nur im Shark Valley. Egal wo, irgendwo sind immer Eidechsen, Iguanas, Schildkröten, Krokodile, Flamingos, Manatis, Delfine, Haie oder die ständig anzutreffenden Pelikane. (Die anderen Vögel kann ich leider nicht benennen, aber ich bin mir sicher, dass ein Ornithologe seinen Spaß daran hat. (Im Bezug auf Schmetterlinge ist die Sache auch nicht anders.) )

Vom Shark Valley sind wir weiter nach Naples gefahren. Ein hübsches Städtchen im Westen von Florida. Downtown wirkt geradezu provokativ mediterran und läuft direkt auf den kilometerlangen, weißen Strand zu. Kulinarisch erlebten wir in Naples den Höhepunkt unserer Reise. Die Stadt ist geradezu gemacht, um zu Flanieren, gut zu Essen und sich im Sand zu räkeln. Anschließend war unser Ziel St. Petersburg, aber nicht ohne zuvor noch den Stränden von Fort Meyers Beach und Sanibel Island einen Besuch abzustatten, da uns diese als äußerst idyllisch mit weißem Quarzsand beschrieben wurden. Zu Recht.
In St. Pete angekommen haben wir erstmal einen Tag Abstand vom Strand genommen und uns stattdessen auf dem lokalen Markt und im örtlichen Dali Museum rumgetrieben. In der zeitgleich stattfindenden Warhol Ausstellung haben wir den folgenden Screentest aufgenommen:

Von Naples führte unser Weg nach Orlando, um die Heimat von Mickey Maus zu besuchen. Walt Disney World, konkret den Park Magic Kingdom. Leider war dieser Ausflug so enttäuschend, dass es gar keinen Grund gab, irgendwelche Bilder zu machen. Die möglichen Fahrattraktionen waren, nachdem man lange dafür angestanden hatte, sehr langweilig und die Shows auch nur bedingt unterhaltsam. Orlando hätte man sich tatsächlich schenken können. Allerdings folgte auf Orlando mein persönlicher Höhepunkt der Rundreise: das Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Von dort aus wollte ich eigentlich immer mal irgendwann ins All fliegen. Da der Personenverkehrsbetrieb dort allerdings bis auf Weiteres eingestellt ist, blieb mir nichts anderes, als die verwaisten Anlagen und Gerätschaften der Vergangenheit zu begutachten. Und das allein war schon beeindruckend genug.

Von Cape Canaveral ging es weiter zu unserer letzten Station, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Miami machten. Cocoa Beach. Das Surfmekka der Amerikaner. Die Geburtsstadt des mehrmaligen Surfweltmeisters Kelly Slater. Ein entspannter Fleck, an dem wirklich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Surfer ihr Glück versuchen. Wir selbst haben uns nicht auf die Bretter gewagt, aber auch Strand, Kneipen und Leute allein verstrahlen diesen gewissen Surferflair, so dass man sich ziemlich wohl fühlt. Nichtsdestotrotz haben wir die Jungs und Mädels bei Ihrem Kampf mit den Kräften der Natur bewundert.

Die letzten Tage vor Abflug verbrachten wir dann noch in Miami und besuchten dort Orte und Strände wie Key Biscayne, die wir bisher nicht gesehen haben. Wir hatten eine unglaublich gute Zeit und Florida lockt mit allen Bequemlichkeiten, die man sonst nur vom Hörensagen kennt. Ob Supermärkte mit allem, was man sich vorstellen kann, die 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet haben, innerstädtische Straßen so breit wie Autobahnen, kulinarische Ekstase und Dekadenz oder Pfannkuchenautomaten im Hotel. Wer mich persönlich nach unserem Urlaub fragt, bekommt immer mein Fazit zu hören: “Wir haben gelebt, wie die Maden im Speck.”

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