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Yuppies in Urbanity

Google Wave: Überwältigend

October 6th, 2009 written by moritz

Ich hab’s geseh’n,
ich war vor Ort
Ich hab das Herz der Dunkelheit
sich öffnen seh’n”

So singen Kante. Deren Beschreibung kann ich eins zu eins auf das übertragen, was mir widerfahren ist, als ich das erste Mal Google Wave genutzt habe. Meine Einladung kam am 01. Oktober. Am Anfang hatte ich so gut wie keine Kontakte, daher war der Nutzen beschränkt und die Funktionalität für mich noch eher verschlossen. Glücklicherweise erhielt ich auch ein paar Einladungen zum Verteilen. Seit heute sind meine Einladungen zugestellt und ich konnte den ersten vollständigeren Test vollziehen.

Es ist der pure Wahnsinn. Dieses Werkzeug ist die eierlegende Wollmilchsau des Internets. Es ist für mich sogar die eierlegende Wollmilchsau der Kommunikation. Echtzeit, Sozial, Simple, nachhaltig und offen. Wer den Hype bisher noch nicht vernommen hat, hier ein Screenshot meines Wave(s?).

wave_1

Ist es Zufall? Das Google Wave und Westerwave fast gleichzeitig die Bühne betreten? Ich hoffe es, denn Ersteres kann viel, solange man die Kontrolle behält, Zweiteres kann nix, dafür unkontrollierbar. Bevor ich Abschweife. Was ist Google Wave?

Google Wave ist die Sammlung aller positiven Web-Anwendungen in einem einzigen Werkzeug. Mit Google Wave werde ich ein Buch schreiben, einen Baum pflanzen und ein Kind zeugen und somit all die Pflichten des Mannes erfüllen. Ok, ich übertreibe. Was ich mit machen kann ist: Texte schreiben, editieren, grafisch untermalen, audiovisuelle Effekte hinzufügen und das nicht gezwungenermaßen allein: Die volle Funktionalität entfaltet sich dann, wenn ich dies in Zusammenarbeit mit anderen mache. In Echtzeit sehe ich was die andere Person gerade schreibt. Das ist mehr als ich bin den bisher genutzten Messengern zu sehen bekomme. Da sehe ich zwar das die Person gegenüber schreibt, aber nicht was. Und von Zeit zu Zeit kommt es vor, das, während die andere Person noch antwortet, ich schon ein anderes Thema anschneide und somit die Antwort fast schon wertlos ist. Man kann damit auch “nur” spielen:

Wave_2

Bisher war auch alles was ich gemacht habe nichts anderes als Spielerei. Aber schon dabei habe ich festgestellt, dass dieses Tool das Potential hat mich grundlegend zu überfordern. Ich wünschte mit jemand anderem zusammen in diesem Tool einen Text zu schreiben. Gleichzeitig. In einem Aufwasch. Ich sehe was du schreibst und reagiere darauf. Du siehst was ich schreibe und reagierst darauf. Mir fällt was zu einem vorangehenden Punkt ein, ich gehe dorthin und füge es ein. Du hast es versäumt? Kein Problem. Die Playbackfunktion zeichnet den Zeitstrahl der Bearbeitung auf. Wir können nachvollziehen wer was, wann geschrieben hat. Schon kommen wir dem wieso näher. Dieses Instrument ist so stark, dass ich gestehen muss ich kann die Funktionalität und wie die Arbeit mit ihm sein wird noch nicht in vollem Umfang abschätzen. Ich stelle nur fest, dass auch meine Aufmerksamkeit vollständig ausgenutzt und eventuell überfordert werden kann. Aber dafür gibt es ja dann Playback. Wer nicht in der einen Geschwindigkeit mitkommt, der kann sich die Wiederholung ansehen. Das ist zwar nicht mehr Echtzeit. Aber mindestens so gut, wie die asynchrone Kommunikation per Email. Ein kurzer Filmbeitrag, der die derzeitige Funktionalität gut, oder vielleicht sogar am besten beschreibt.

Auch wenn ich die vielfältigen Möglichkeiten die dieses Tool bietet derzeit nicht in vollem Umfang abschätzen kann, muss ich gestehen dass ich begeistert bin. Am Ende wird der Inhalt die Sinnhaftigkeit des Werkzeuges unter Beweis stellen müssen. Und genau dieser Inhalt ist die Dunkelheit die ich ähnlich Kante sehe. Die Sinnhaftigkeit der Inhalte kann für mich wertvoll oder wertlos sein. Ein weiterer Account auf dem ich exponentielle entstehenden Müll verwalten muss, der mich Zeit kostet, das wäre der Horror, die Hölle, die Dunkelheit die mich überfällt und flutet. Doch will ich das Licht. Ich übergebe zurück an Kante:

Ich möchte mit einem schlauen Spruch meines Professors für Software Engineering schließen:

“A fool with a tool, remains a fool.”

P.S: Wer mich bei Google Wave adden will: moritz.schott(at)googlemail.com.

2 Responses to “Google Wave: Überwältigend”

  1. Nils

    hey moritz,

    vielen damk für den ertsen eindruck….

    hätte großes interesse mir das ganze mal anzusehen.

    hast du eine einladung für mich?

    nils

  2. Barcamp Hamburg 09 #bchh09 | Lonely People Talk A Lot

    [...] Google Wave Session war zwar gut besucht, aber leider habe ich dort nichts neues erfahren. Meine persönliche Einschätzung zu Wave hat sich seit dem letzten Eintrag zu diesem Thema nicht wirklich [...]

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