Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Kulturernte

January 11th, 2009 written by moritz

Wildwuchs: “Wachstum von Pflanzen, das nicht von Menschen beeinflusst ist.”

Hätte ich Grundstücksbesitz und einen Garten in dem ich verschiedene Planzen kultiviere und anbaue, dann gäbe es dennoch einen ständigen Wildwuchs, der durch Vögelexkremente, natürliche Aussaat von Gewächsen anliegender Schollen oder durch den Wind in meinen Garten getragen werden. Wenn ich Glück habe, kann sich diese ungewollte Aussaat zur Kulturpflanze entwickeln. Und plötzlich, ohne das ich es wollte kann ich im Herbst Früchte ernten, die ich nie angebaut, geschweige den geplant habe.

Ich habe keinen Haus. Auch keinen Garten. In meiner Wohnung gibt es für Wildwuchs keinen Platz. Es sei denn irgendwo da draußen säen Pflanzen aus, deren Nachwuchs auf Dielen und Mörtel gedeit. Aber dann hat diese Saat meine vier Wände noch nicht erreicht.

Den Boden, den ich zur Aussaat bereit stelle sind meine Sinne. Mein Gehör, meine Augen, meine Nase, meine Hände und Füße und natürlich mein Hirn und mein Bauch. Der Boden ist bestellt und bereit, die Saat aufzunehmen. Muss aber gar nicht sein. Glücklicherweise gibt es um mich herum genügend Menschen die diesen Boden auch besitzen und ihn aus Eigenantrieb bewirtschaften. Ich komme dann vorbei zu Ernte und nasche die Früchte. Früchte sind bei den meisten Kulturpflanzen gleichzeitig auch die Saat. Ich bin gespannt was die genoßenen Früchte des Wochenende entstehen lassen. Hoffentlich verstehen sie sich. Das fabelhafte Stück: Othello, ce qui? im Kampnagel und im Westwerk: Sur-plus. Hierbei ist der Auftritt der Band Les Trucs als besonders überraschend bezeichnet werden muss. Zwei Personen an einem mit Elektronik gedeckten Tisch. Mitten auf der Tanzfläche unter allen Gästen.

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