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Yuppies in Urbanity

Laufen macht keinen Spaß

December 5th, 2012 written by moritz

Nach dem bescheidenen Erfolg beim Wachaumarathon ist das nächste Ziel, die lange Variante in Hamburg. Das Datum steht fest, die Fitness ist noch in weiter Ferne. Nie bin ich mehr als 21 Kilometer gelaufen und dies war kein sonderlich großes Vergnügen. Um die 42 km zu bestehen, bin ich nun schon seit mehreren Wochen im Training. Die Zeiten werden langsam besser doch warte ich noch immer auf das berauschende Gefühl, dass sich beim Laufen ja angeblich irgendwann einstellt.

Nach 17 Läufen in den letzten drei Monaten wobei im November 2012 jeden zweiten Tag mindestens zwölf Kilometer, bzw. eine Stunde gelaufen wurde hat sich kein Glücksgefühl oder annähernd ähnliches eingestellt. Es ist jedesmal eine Qual, sich auf zu raffen, an zu ziehen und loszulaufen. Eine Stunde lang ein Kampf zwischen Kopf und Körper. Kleiner psychologischer Vorteil auf Seiten des Kopfes. Die Laufstrecke um die Außenalster bietet keine Abkürzungsmöglichkeit. Bedeutet, bis zur tatsächlichen Hälfte der vollen Strecke müsste man das schon gelaufene auch wieder ablaufen, oder anders gesagt solange man nicht die Hälfte der vollen Strecke passiert hat, hat man immer nur die Hälfte geschafft, selbst wenn man vorher abbrechen möchte. Sobald man die halbe Alsterrunde bezwungen hat, stellt sich durchaus ein positiver Effekt ein, weil man weiß, dass man den größten Teil hinter sich hat. Das dies glücklich macht möchte ich bestreiten.

Alle Leute, die behaupten, Laufen mache glücklich sind defintiv anders verdrahtet als ich es bin. Dabei möchte ich explizit darauf hinweisen, dass dies keine Wertung darstellen soll und es an Hand eines bekannten Beispiels untermauern:

Die meisten meiner Freunde und Bekannten gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Die wenigsten dieser Erwerbstätigen gehen gerne der Tätigkeit nach. Zumindest hat mir noch keiner erzählt, dass ihn die Arbeit glücklich machen würde. Genau diese Parallele sehe ich beim Laufen.

Das Glücksgefühl stellt sich nicht beim Laufen ein, man hat nur nicht so ein schlechtes Gefühl, wenn man nicht Laufen gegangen ist. Genauso geht es mir oft mit der Arbeit. Wie gerne würde ich mich morgens nochmal umdrehen und nicht hingehen, aber die Disziplin und das schlechte Gewissen halten dagegen und schieben mich unter die Dusche. Sicher, das ist nicht jeden Tag so und ich vielleicht gibt es auch Menschen, die jeden Tag glücklich sind, in die Arbeit zu gehen. Ich möchte einzig und allein mit dem Märchen aufräumen, dass Laufen glücklich macht.

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