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Yuppies in Urbanity

Macht Kaputt, Was Euch Kaputt macht

January 18th, 2011 written by moritz

Wenig meines Handeln empfinde ich im Rückblick erwähnenswert. Dennoch gibt es zwei relativ kurz zurückliegende Dinge, die mich, wenn nicht mit Stolz, zumindest mit Freude erfüllen:

Erstens, das Rauchen aufgehört zu haben.

Zweitens und das empfinde ich als noch wichtigeren Punkt, ich habe Fernseher aus meiner Wohnung verbannt.

Während die Sinnhaftigkeit der ersten Tat für Raucher wie Nichtraucher eventuell nachvollziehbar ist, ist es die zweite weniger. Mir selbst gibt die fehlende Flimmerkiste noch mehr Freiheit und Selbstbestimmung, da ich nicht aus “Langeweile” vor unterschiedlich niveaulosen Formaten vor mich hin vegetieren muss. Ja, es gibt auch Arte und 3Sat, doch senden die nicht unbedingt gute, bzw. interessante Formate, wenn ich mal Zeit habe den Kasten anzuschalten. Sicher, ich könnte mein Fernsehverhalten an Hand des Fernsehprogramms abstimmen, doch wo ist bitte dann die Freiheit? Wäre dies nicht eine Unterwerfung unter die Doktrin der Programm-Macher?

Selbst Formate politischer Natur, welche von Zeit zu Zeit durchaus als Zitatquelle in alltäglichen Gesprächen genannt werden, sind in meinen Augen schlicht und einfach armselig polemisch und geben auch nur die Ansicht der herrschenden Meinung wieder. Neustes Beispiel: Anne Will vom 16. Januar 2011. Thema: “Wirtschaftsboom und Jobwunder – wer träumt da noch vom Kommunismus?”

Polemik vom allerfeinsten. Die Beteiligten nehmen sich nichts. Spalter Lafontaine trifft Oberpolemiker und den inoffiziellen Propagandaminister der Konservativen: Fleischhauer. Eingerahmt von Aelrun Goette, deren Funktion in der Sendung mir nicht so ganz klar ist, (vermutlich brauchte man einfach nur noch eine Frau, ansonsten wäre allein gewesen, ausserdem geht aus dem Wikipedia-Eintrag hervor, Aelrun hätte mal bei “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten” mitgespielt, das sollte doch als Qualifikation für jegliche Couleur der Talkshows ausreichend sein.) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, der sein liberales Wirtschaftsfachwissen vermutlich aus drei Stunden Lektüre des Comics: “Onkel Dagobert – oder wie es allen besser geht, wenn sich mein Geldspeicher füllt”, erworben hat und dieses Wissen als Erklärbär jedem auf die Nase binden muss.

Wie ich darauf aufmerksam geworden bin, wo ich doch gar keinen Fernseher habe? Der Freitag hat einen Artikel dazu veröffentlicht, der mich neugierig machte. Ich will gar nicht zu weiter inhaltlich darauf eingehen, ansonsten schenke ich dieser unsagbar schlechten Sendung mehr Aufmerksamkeit als sie so schon gefressen hat. Eine Stunde verschwendete Lebenszeit. Schmeißt den Fernseher raus, oder klemmt ihm zumindest vom Kabel ab um nicht mehr länger diesem Wahnsinn, dem letzten Massenmedium und Volksverführer aufzusitzen.

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