Karfreitagabend, eher Karsamtagmorgen, eigentlich unwichtige Nebensächlichkeit. Miss Kittin im Übel und Gefährlich Hamburg. Ursprünglich wollten wir eine größere Truppe werden die dort aufläuft, am Ende waren es nur Simone und ich. Es ist noch Platz im Laden. Entweder wurde ursprünglich mit den, dem ersten Sommernachmittag geschuldeten, Alkoholleichen der Schanze gerechnet, die es einfach physisch nicht mehr geschafft haben, oder alle die Karfreitag Fleisch gegrillt haben wurden mit göttlicher Strafe einer Verdauungsstörung geknechtet und saßen auf der Schüssel und nicht im Bunker. Wir kamen zur perfekten Zeit. Kaum die Jacken an der Gaderobe abgegeben und kurz das Bier der Schanze der Kanalisation übergeben ging es schon los. Tolle Lichtshow, erstmal wenig zu sehen, einfach nur hell, Zeit die Nachbarn anzusehen. Muskelbepackt und braungebtrant im Mussleshirt und natürlich zwei Köpfe größer als ich, zumindest die vor mir stehen, die hinter mir kleiner, logisch. Die Mädels durchaus hübsch, Typ: “Ich hör auch Black.” Sprich halt hier, weil man gehört hat es könnte was passieren, aber nicht wirklich interessiert an der Veranstaltung. Der Beat geht los. Leider nicht der Beat, den ich schon den ganzen Tag im Kopf habe. Dieses Scheppern wenn der Stick auf den Höcker des Beckens schlägt. Dazu hätte ich vermutlich auf eine francophonere Elektroveranstaltung gehen müssen. Hinweg der Beat der mich den Tag geleitet hat. Hin zum Beat von Miss Kittin. Die Anlage ist gut eingestellt, das Publikum gut gelaunt und sie und der Hacker auf der Bühne heizen die Stimmung weiter an. Es ist nichts ultraspektakuläres. Es kommen Erinnerungen an Alec Empire auf, wobei der mir bei seinem letzten Besuch in selbiger Lokalität meine Ohren Dreiecksdrehungen lehrte. Ihr Outfit materialistisch: irgendwie Offizier mit schwarzen Fischschuppen, bisschen Presswurst. Der Hacker könnte vermutlich in jeder Elektrogruppe spielen, schon wieder vergessen. Die Visauzlisierung im Hintergrund: Bomberangriffe des zweiten Weltkriegs. Seltsam, aber einen gewissen Witz kann man dem ganzen nicht absprechen, wenn man bedenkt, dass das Übel und Gefährlich in einem ehemaligen Luftabwehrbunker ist. Spannender wäre die Antwort auf die Frage ob diese Visualisierung immer der Fall ist. Ich nehme an ja, passt schließlich zum Göring-Schuppen-Presswurst-Dress. Macht die Frau auch dominant auf der Bühne. Deshalb vielleicht auch die ganzen “starken” Männer um mich herum. Auf der Suche nach einer Herrin. Miss Kiddin könnte es sein. Tiga, der anschließend noch auflegte regte die Meute deutlich mehr zum Tanze an und es wurde lang. Zum Glück hat er seinen alten Tanzhallen-, und zwischenzeitlich sogar von Oliver Pocher verwursteten, -Kracher nur kurz angespielt was schon ausreichte Leute Gröllen zu bringen. Und einige Unverbesserlichen kamen natürlich auch mit Sonnenbrille. Wie witzig. Das ich da nicht drauf gekommen bin. Tiga erweckte eher den Eindruck als sei: “I wear my sunglasses at night” eine Jugendsünde. Es ging lang. Wie lang genau weiß ich nicht genau irgendwann quittierte das Handy seinen Dienst.
April 16th, 2009 - 20:30
[...] langes Wochenende, zwei Tage für mich und Miss Kittin. Zwei für Gäste. Los ging es Samstag Abend/Nacht. Allein die Startzeit, ein Uhr, sorgte schon [...]