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Pornoindustrie schreit nach der Pumpe

January 8th, 2009 written by moritz

Los ging es heute morgen auf Twitter. Erste Posting des CNN Titels: Porn industry seeks federal bailout. Bestätigt von SPON: US-Sexbranche will Staatshilfe. Eine Steilvorlage für Witze und Kalauer. Vielleicht aber auch die Vorboten einer Veränderung? Einer Re-Tabuisierung?

Die Pornoindustrie büßt ihre Vorreiterrolle für die Durchsetzung technologischer und geschäftlicher Standards ein. Noch 2005 schrieb der Spiegel der Industrie eine entscheidende Rolle bei der Besetzung des DVD Nachfolgers zu: Durchbruch per Pornografie? Und irrte.

Die Industrie der nackten Bilder scheiterte an den eigenen Ansprüchen an die Ästhetik. Die rosarote Plastikbarbiewelt war mit keinem der beiden hochauflösenden Formate weiter zu halten. Eitrige Pickel, Rasierbrand oder sonstige Hautunreinheiten könnten die mühsam errichtete Festung der makellosen Schönheit zum Einsturz bringen. Wer kann und will, alles was bisher produziert wurde noch einmal überarbeiten, damit es HD-ready ist? Ich kenne mich in der Branche zu wenig aus um zu beurteilen, in wie weit hochauflösende Formate dort Einzug gehalten haben, die Zurückhaltung bei der Entscheidung im Formatkrieg zeugt für mich allerdings dennoch für eine gewisse Inspirations- und Innovationslosigkeit. Waren Internetseiten, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben noch die Vorreiter, als es darum ging, digitale Inhalte über das Netz zu verkaufen, stehen sie jetzt anscheinend mit dem Rücken zur Wand. Geschichten aus Second Life, die mit pornografischem Vergnügen einhergehen, waren im allgemeinen Hype der zweiten Welt mit Sicherheit ein willkommener Werbeeffekt, jedoch ist es um die Inhalte wie um das virtuelle Leben sehr, sehr still geworden. Nacktheit, Sexualität und Pornographie sind heute eventuell am Ende ihrer Wirkungsmöglichkeiten angekommen. Die Stimulation des letzten ständig unbefriedigte Primärtriebs des Wohlstandsmenschen.  Übersättigt an Bildern wie dieser Trieb erlebt werde stehen in Diskrepanz zur Selbsterfahrung. Techniken und Praktiken vorgegeben von einer Industrie, die darauf abzielt die Libido möglichst stark zu provozieren. Aufgegriffen von Medien und Werbung.

Doch was passiert, wenn man mit solchem Material zu sehr bombadiert wird? Man beginnt die Bilder zu ignorieren. Wie sonst ist zu erklären das Pornos auf Partys anstatt sonstiger Visualisierungseffekte im Hintergrund laufen? Weil eh keiner hinschaut. Der Mensch gegenüber ist überraschender, interessanter, individueller als das gezeigte Schema F.

Es bringt nichts mehr den Trieb anzuregen. Man kann damit keine Aufmerksamkeit mehr erzeugen.

Ich bin gegen eine Stützung der Pornoindustrie durch irgendeinen Staat. Ich plädiere an diese Industrie umzudenken. Zurück zur Realität. Hinweg diese gekünstelte Welt aus Silikon und MakeUp. Ihr schockt und inspiriert nicht, ihr tragt bei zur Abgestumpftheit. Macht was anderes, macht was Neues. Dann könnt ihr euch selbst retten. Wer mit der Stimulation der unbefriedigten Primärtriebe nicht fähig ist Kunden zu finden, macht irgendetwas falsch.

gefunden hier

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One Response to “Pornoindustrie schreit nach der Pumpe”

  1. moritz

    ich liebe es!!!!!! Tip Top!

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