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Raumschiff Erde 2011 #rse11

February 14th, 2011 written by moritz

Nachdem die letztjährige Veranstaltung schon ein schönes, stimmiges und interessantes Format darstellte, erfreute mich die erneute Ankündigung der Wiederholung im Jahr 2011 sehr. Auf ein neues, Raumschiff Erde 2011. Der Saal wirkte besser gefüllt als noch im letzen Jahr, die Themenauswahl ähnlich spannend und ausgewogen.

Insgesamt war ein sauberer roter Faden zu erkennen.

Die Einleitung mit Mandelbrot war mir etwas zu komplex, bzw. diese hab ich auf der Suche nach WLAN ordentlich verschlafen. Der erste Vortrag von Dannie Jost hinterfragte die Sinnhaftigkeit der Wissenschaft und die an sie gerichtete Hoffnung der Steuerung der Welt. Eine Aufforderung zur Duldung und Akzeptanz der Komplexität.

Der zweite Vortrag von Jeremy Tai Appet über die Veränderung der Geschwindigkeit und der Reduzierung des Möglichen auf die individuelle Aufmerksamkeit. Das gezeigte Konzept der HAW zur Interaktion mit Computern und Design, war zwar interessant, nur leider konnte ich diesen nicht richtig dem eigentlichen Ansinnen zuordnen, das da hieß: Get offline.

Axel Sylvester sprach über das FabLab und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die urbane Gesellschaft. Ein wirklich gutes Konzept und wenn ich mir vorstelle, dass ich in Zukunft ein teures Ersatzteil für irgendwas brauche, was aber weder vom Hersteller noch von sonstwem vorghalten wird, sehe ich in nem Fablab mit 3D Drucker und Laserschneidern eine Möglichkeit diese Ersatzteile selbst zu produzieren. Und ja, es wäre wünschenswert einen solchen Raum in Hamburg zu haben.

Anschließend sprach Jürgen Neumann über die Open Hardware Initiative. Das Konzept der Creative Commons auf Hardware und Pläne übertragen. Ein absolut sinnvolles Vorhaben, welches hoffentlich auf absehbare Zeit viele Mitstreiter gewinnt. Ich stelle mir vor, VW stellt die Baupläne des Käfers unter diese Lizenz und ich geh dann mit den Plänen ins FabLab und druck mir nen Käfer aus. Da ich im Moment das Auto aber noch nicht brauche und es erst in ein paar Jahren haben will, optimiere ich die Pläne hinsichtlich des verbauten Motors und bau ne Elektromaschine ein. Diese dem Zeitgeist angepasste Modifikation stelle ich dann auch wieder allen zur Verfügung.

Passend zum Thema Raumschiff Erde kamen dann tatsächlich ein Teilzeitwissenschaftler der Raumfahrtforschung auf die Bühne und präsentierten in Person Karsten Beckers den Lunar Rover für die Teilnahme am Lunar XPrize. Witziger Vortrag über den Versuch ein Fahrzeug auf den Mond zu befördern und von dort Livebilder zu senden. Ein Prototyp des Fahrzeuges bildete während der ganzen Veranstaltung den visuellen Hintergrund für das Raumschiff.

Tangible Interfaces, neuer Begriff den ich bisher noch nicht wirklich gehört habe, war das Thema von Tanja Döring. Sie zeigte neue Formen der Interaktionen mit dem Rechner und Tools. Nette Anwendungsbeispiele, das wars dann aber auch.

Concepts of IT-Based Modern Living von Matthias Vogt. Er stellte einen vollständigen interaktiven Lebensraum in Form des Living Place  an der HAW vor. Quasi eine Umsetzung und ein Versuchsfeld für interaktives Wohnen.

Benjamin Rabe und Jan Krutisch präsentierten sich als Künstler im urbanen Nahverkehr. Der eine zeichnet auf dem iPhone, der andere produziert während der Fahrt Musik. Nett anzusehen, ich für meinen Teil werde mich jedoch weiterhin eher auf den Konsum von Musik oder Printprodukten beschränken.

Dennoch kann als Fazit nur gesagt werden, dass es wieder ein echt guter Event ist und ich mich schon heute auf den hoffentlich stattfindenden Nachfolger im nächsten Jahr freue.

One Response to “Raumschiff Erde 2011 #rse11”

  1. Klaus Dübel

    War schön die RSE11!
    Besonders gefallen haben mir die Part-Time Scientists. Und eines ist gewiss, an Selbstvertrauen mangelt es ihnen nicht, aber das hat ja schon @coffeemick erwähnt und auch wenn @marymi immer nur sexuelle Schwerkraft verstanden hat, wars wohl doch nur ein sechstel. Würde mich aber mal interessieren wie sich sexuelle Schwerkraft anfühlt…
    Hoffentlich sind die nächstes Jahr wieder dabei und dann gibts ein Modell vom Lander zum begrapschen! :D
    Vielleicht sollten die sich auch einfach mit Tanja Döring, Jeremy Tai Appet und Matthias Vogt zusammentun und so ein “tangible and imbodied interface” für den Rover bauen. Das wäre eine interessante Steuerung mit 3 Sekunden Lag.

    soweit mal, schöne Grüße,
    Klaus

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