Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Somewhere

January 9th, 2011 written by moritz

Somewhere, der viel gelobte Nachfolger von Lost in Translation ist gut. So gut, dass er an die Grenzen des Erträglichen geht. Mit ruhiger, stiller Hand die Langweile der Verantwortungslosigkeit karikiert und auf die Spitze getrieben. Selbst die so hochgelobte Verantwortung für das eigenen Kindes verschwindet, solange der monetäre Wohlstand alles übertüncht. Einstellungen der Kamera, die den Tanz von leicht bekleideten Zwillingen im Striptease an der Stange endlich zu dem überführt was es tatsächlich ist: Lächerlich.

Ich erinnere mich voller Schrecken zurück an den Ausflug in den Golden Pussy Club (NSFW!!!) in Prag, auf Drängen meiner damaligen Begleitern. Es war langweilig, es war doof, es war im Endeffekt nur peinlich. Zumindest mir. Und so saß ich in der Ecke und schmollte, während der Rest der Reisegruppe sich die Kreditkarte mit Spucke auf die Stirn klebte. Was hätte ich für ein Bett gegeben um einfach einzuschlafen, halbnackter Frauen und pseudosexuellen Triebbewegungen zum Trotz.

Doch Somewhere geht weiter. Somewhere geht tiefer. Somewhere geht genau dorthin, wo die wenigstens von uns tatsächlich sind. In die Langweile der Öffentlichkeit. Von allen geliebt und bei allen beliebt zu sein, ohne dass die Person dahinter wirklich interessiert. Es glänzt die Illusion der Medien, du bist was über dich geschrieben ist und dafür lieben sie dich. Das Leben von vorne bis hinten gestreamlined. Doch wo ist der Unterschied zwischen dem Celibrity Dasein und der eigenen, realen Existenz.

Verantwortungslos reduziert auf die Zeit im Büro, die die letzte Bastion der Verantwortung darstellt. Ob ich nun mal kurz nach Mailand jetten muss oder ins Büro, der Unterschied ist minimal, am Ende des Tages geht es nur nur um den Lohn für die ausgeübte Tätigkeit. Weder im Olymp der Superstars noch sonstwo herrscht eitel Sonnenschein oder mehr als Langeweile und Tristesse der Eintönigkeit. Wie schon einleitend gesagt. Ein guter, sozusagen ein hervorragender Film.

Und die Version des Strokes Songs in der Mitte, als Low-Fi von Phoenix interpretiert, einfach genial in der entsprechenden Szene des Müßiggangs. Und wer eine bessere inhaltliche Zusammenfassung des Films sucht, guckt am besten hier.

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