Ob es nun eine Grippe war oder eine starke Mandelentzündung mit heftigen Fieberschüben mag am Ende des Tages von medizinischem Interesse sein, für mich als Betroffenen macht es keinen Unterschied. Die vermutlich heißeste Woche des Jahres im Bett verbringen zu müssen, unfähig feste Nahrung und flüssige nur unter Schmerz aufzunehmen, ist eine Qual. Pech sagen die Einen, Schicksal die Anderen, “Blöd” sag ich.
Doch egal als was man es betrachtet. Es bleibt nur eines. Strikte Bettruhe. Versuchen so viel wie möglich zu schlafen um nicht zu viel der Schmerzen und Qualen im Wachzustand zu erleben. Auch wenn nach zwei Tagen Fieber und mangelnder Nahrung Begleiterscheinungen wie Muskelschmerzen auftreten ist die beste Möglichkeit diesen aus dem Weg zu gehen: Schlafen. Zwischenzeitliches Aufschrecken aus dem Fiebertraum mit kruden Gedanken um sofort wieder ein zu schlafen und dann in der nächsten längeren Wachphase sich an einiges der vorgegangen Szenen wieder zu erinnern erschreckt bezüglich der persönlichen, psychischen Entrücktheit. Klar, früher noch war da die fürsorgliche Mutter, die die Fieberschweiß benetzte Stirn in regelmäßigen Abständen mit einem kalten Tuch wischte und Wadenwickel anlegte um die Körpertemperatur zu reduzieren. Dagegen waren die regelmäßigen Fragen nach dem Wohlbefinden, nicht wirklich Krankheitsverlaufsförderlich. Die Fragen konnten schon damals, allein auf Grund des geschwollenen Halses nur schwer bis gar nicht beantwortet werden. Heute muss ich nicht sprechen. Die Telefone ausschalten oder aus stecken und dann bin ich ein paar Tage halt mal nicht erreichbar.
Doch irgendwann ist der da, der Morgen an dem man sich wieder normal fühlt, aufsteht vom Krankenbett ohne sofort wieder zurück zu kippen. Ohne Schluckbeschwerden, ohne Fieber, dafür mit Appetit und Geruch. Zurück im Leben als wäre nichts gewesen. Zum Glück sind solche Schübe nur im Jahrzehntrythmus. Unangenehm aber eventuell ja unabdingbar. Bin wieder da.