Hamburg und Wind ist nicht unbedingt eine Überraschung. Wind im Stadtpark auch nicht. Das der Stadtpark auf der großen Wiese nicht sonderlich viel Schutz vor Wind bietet, ist auch hinlänglich bekannt. Der alten Snowboardlehrerweisheit folgend: “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.” (was auch ein Slogan für den einen oder anderen Bekleidungshersteller sein könnte) haben wir uns dennoch nicht davon abhalten lassen, nach Feierabend den Ball noch ein bisschen rollen zu lassen.
Dem rollenden Ball kann Windstärke 5 auch relativ wenig anhaben. Der unebene Boden kann dem Ball hingegen schon etwas anhaben und ihn für die Spieler unkontrollierbar machen. Unebener Boden kombiniert mit Wind verstärkt diese Unkontrollierbarkeit noch deutlich. Wenn dann noch unkontrollierbare Ideen der Mitspieler hinzukommen, die sich plötzlich wie brasilianische Fußballgötter, es aber nich sind, erhöht die Unkontrollierbarkeit aufs Maximale. Auch nicht schlimm, denkt man, dann muss man halt mehr Laufen.
Wenn da nicht der Stadtparksee wäre, der unterhalb einer Böschung von der großen Wiese aus liegt. Sobald der Ball sich auf dieser Ebene befindet, Geschwindikeit aufnimmt und als Ziel den See ausgemacht hat, wird aus dem Laufen ein kurzer, heftiger, Bergab-Sprint um das Unpassenste, den Ball im See zu verhindern. Leider ist, der Ball im See nicht das Unpassendste, sondern eher das Unvermeidliche. Drei oder vier mal war einer von uns schneller als der Ball mit Drall auf der Senke. Einmal zu langsam. Zwei mal aufgesprungen auf der Böschung und schon konnten wir ihn nur noch vom Ufer aus beobachten. Beobachten wie der Wind sein Spiel mit dem Ball aufnimmt. Leider ablandiger Wind. Die Hoffung auf den Empfang des Balls auf der anderen Seite des Sees wurde im Keim erstickt, da in der Mitte des Gewässers der Wind anscheinend drehte und ihn somit an eine Insel trieb. Der Ball gefangen zwischen zwei Baumstümpfen. Die Insel ist zwar betretbar, nur stehen eben jene beiden Baumstümpfe hinter einem undurchdringbaren Rosengebüsch. Die einzige Lösung an den Ball zu kommen ist schwimmen. Bei kühlem Wind in der Abenddämmerung. Denn leider bin ich nicht der Prinz aus Dornröschen, der sich mit dem Schwert seinen Weg durch die Dornen schlagen kann. Was der Prinz wohl gemacht hätte, bestünde die Möglichkeit zu Dornröschen zu schwimmen?