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	<title>Lonely People Talk A Lot &#187; kultur</title>
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	<description>Yuppies in Urbanity</description>
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		<title>The Party Is Over</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 17:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Normal  versuche ich mich nicht auf die Massenereigniss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Normal  versuche ich mich nicht auf die Massenereignisse zu stürzen, die zur  Genüge von allen &#8220;klassischen&#8221; Medien bis zur gesellschaftlichen  Übersättigung, zum Erbrechen und somit zum absoluten Desinteresse  beleuchtet werden. Auch will ich mich nicht hinstellen und sagen ich  hätte es gewusst. Aber: Was auf der Veranstaltung in Duisburg vorgefallen ist hat mich nicht  sonderlich überrascht. Hatte, musste das was dort geschehen ist nicht  passieren? Ich spreche dabei nicht davon, dass Menschen sterben mussten.  Ich spreche davon, dass eine der zig Massenveranstaltungen die  regelmäßig von allen medialen Organen, klassisch wie modern, zu  Non-Plus-Events des kollektiven Vergnügens ausgerufen werden in einem  Drama enden musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Liest man die kritische Berichterstattung zum Unglück erfährt man von  den Absagen in Bochum, der beinahe Katastrophe in Dortmund und denkt mit  Schrecken an die eigenen Erfahrungen in den Absperrgittern der Public  Viewing Veranstaltungen zurück:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Wir  feiern die ganze Nacht!&#8221; Schon pfeifen die Ohren, dabei stehe ich doch  noch im Eingangsbereich. Vor mir irgendwo die Sperre der Ordner.  Einzeleinlasskontrolle. Wegen Waffen, Flaschen und sonstigem Zubehör  welches auf dem Veranstaltungsort nicht gewünscht ist. Noch kann ich den  Standort der Ordner nur ahnen, eigentlich kann ich alles um mich herum  nur noch ahnen. Eingeklemmt im ekstatischen Mob der zur Jagd nach den  individuellen Anteilen am kollektiven Gedächtnis bläst.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Gehüllt  in Klamotten von denen geglaubt wird, dass sie den Personen stehen und  Teil der kollektiven Erfahrung sind. Uniformen. Diese Klamotten sind nicht billig, sie sehen nur  so aus. Meine Kontrollmöglichkeit beschränkt sich auf das Heben und  Senken der Schultern. Der Druck der von hinten drängelnden und  gröhlenden Menschenmasse schiebt mich unaufhaltsam nach vorne. Doch  vorne fließt es nicht oder nur zögerlich ab. Links und Rechts drängt zur  Mitte. In der Mitte hänge ich. Mein Gewicht nicht mehr voll auf meinen  eigenen Beinen. Ich hänge.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Woher kommt diese Kraft die mich bewegungsunfähig zurück lässt? Wer veranlasst diese? Wo soll ich hin?</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich  will raus, nicht mehr mitgezogen und geschoben werden. Ich pfeife auf  eure kollektiven Events des exzessiven Rausches. Mein Leben spielt  nicht dort wo ich viele von euch treffen kann, mein Leben spielt dort  wo ich bin.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wenn  ihr um mich seid, seid sanft und lasst mir meinen Raum. Ich werde auch  euch nicht zu nahe kommen und die notwendige Distanz wahren. </em></p>

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		<title>Abgesang auf Social Media -Teil 5-</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 17:08:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA["Es ist erschreckend aber wahr,
die Dürftigkeit in di [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em>&#8220;Es ist erschreckend aber wahr,<br />
die Dürftigkeit in die wir Jahr für Jahr,<br />
in allen Lebenslangen sozusagen<br />
eingeschlossen sind.</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Wird mehr und mehr und mehr und mehr<br />
Wird mehr und mehr und mehr und mehr<br />
uns unerträglicher.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Diese Textpassage ist dem Lied: <a href="http://www.leoslyrics.com/listlyrics.php?hid=Y0bRSvDBKG8%3D" target="_blank">Das Unglück muss zurückgeschlagen werde</a>n von <a href="http://www.tocotronic.de" target="_blank">Tocotronics</a> Meisterwerk, <a href="http://www.tocotronic.de/diskographie/kook/" target="_blank">KOOK</a> entnommen. Das Album erschien im Jahr 2000. Eine Zeitpunkt zu dem zumindest ich das Wort Social Media noch nicht gehört hatte. Beim kürzlichen erneuten Hören kamen mir unweigerlich Assoziationen zum derzeitigen Status des Social Medias:</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="300" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/sWN4GY6KS8g&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="300" height="255" src="http://www.youtube.com/v/sWN4GY6KS8g&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x402061&amp;color2=0x9461ca&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><em>&#8220;Dann sollten wir wissen</em><em><br />
dass mit jedem Bissen<br />
den wir wie von Sinnen<br />
nahezu herunterschlingen<br />
ehe wir uns versehen<br />
<strong>unser Stolz und unsere Würde verloren gehen</strong><br />
Und die Alltäglichkeit<br />
die man uns jederzeit<br />
aus vollen Fässern zapft<br />
<strong>macht uns nicht mehr betrunken</strong> sondern vielmehr bewußt<br />
Dass das Unglück überall zurückgeschlagen werden muss.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Der Kick ist weg. Es bleibt einzig und allein die Kontaktbuchfunktion der Plattformen. Alles andere interessiert mich nicht mehr wirklich. Ja, ich möchte mit euch in Kontakt bleiben, ich möchte all meine Kontakte wiedertreffen. Aber im realen. Auch wenn ich es lange nicht wahrhaben wollte. Ihr habt nichts mit meinem Leben zu tun. Mein Leben basiert auf  echten, physischen Menschen. Ich freue mich zu sehen, dass es euch noch gibt und das ich mich jederzeit mit euch in Verbindung setzen kann. Aber mir fehlt die Zeit um dies mit allen zu machen und ganz nebenbei bemerkt, ihr nehmt mich auch nicht war. Ihr erzählt von eurem Leben und zeigt mir damit, dass auch ich kein Bestandteil dieses bin. Da les ich doch lieber Romane, die sind zumindest gut erfunden.</p>
<p style="text-align: left;">Ich glaube fest daran, dass die Social Mediabewegung ihrem quantitativen Wahnsinn abschwören wird und sich besinnen auf die tatsächliche Qualität von Menschen, denn am Ende mündet es in Titel und Inhalt des Buches: <a href="http://www.amazon.de/Zusammen-ist-man-weniger-allein/dp/3596173035?tag=jasonwiener-20" target="_blank">Zusammen ist man weniger allein.</a></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 63px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">&lt;object width=&#8221;300&#8243; height=&#8221;255&#8243;&gt;&lt;param name=&#8221;movie&#8221; value=&#8221;http://www.youtube.com/v/sWN4GY6KS8g&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1?color1=0&#215;402061&amp;amp;color2=0&#215;9461ca&amp;amp;border=1&#8243;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&#8221;allowFullScreen&#8221; value=&#8221;true&#8221;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&#8221;allowscriptaccess&#8221; value=&#8221;always&#8221;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&#8221;http://www.youtube.com/v/sWN4GY6KS8g&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1?color1=0&#215;402061&amp;amp;color2=0&#215;9461ca&amp;amp;border=1&#8243; type=&#8221;application/x-shockwave-flash&#8221; allowscriptaccess=&#8221;always&#8221; allowfullscreen=&#8221;true&#8221; width=&#8221;300&#8243; height=&#8221;255&#8243;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;</div>

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		<title>Abgesang auf Social Media -Teil 4-</title>
		<link>http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-4/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 10:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im vierten Teil der Social Media Betrachtung möchte ic [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Im vierten Teil der Social Media Betrachtung möchte ich übergehen zum Irrglauben von Firmen, mit Social Media irgendetwas anders zu machen, als klassisches Marketing.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Unternehmen interessieren sich nicht für ihre Kunden</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Diese These klingt hart, aber meine Erfahrung und meine Betrachtung der unterschiedlichsten Social Media Strategien lassen keinen anderen Schluss zu. Ich möchte diese Erläuterung an Hand der Taylor-Wanne herleiten, die ich dem Buch: <a href="http://www.amazon.de/Denkwerkzeuge-H%C3%B6chstleister-dynamikrobuste-Unternehmen-Marktdruck/dp/3867740208/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1277972495&amp;sr=8-1" target="_blank">Denkwerkzeuge der Höchstleister</a> entliehen habe. Hierbei speziell die Grafik zu Verdeutlichung der Marktverhältnisse und wie diese bedient werden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.ratwechsel.de/Hintergrund_Dynamikproblem___Taylorismus_Aufstieg_und_Fall.pdf"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1600" title="taylor" src="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wp-content/uploads/2010/07/taylor-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></p>
<p style="text-align: justify;"></a>Waren die Märkte zu beginn weit und die herschende Bedürfnisse mit standartisierten Produkten und der Ausweitung der Distribution zu befriedigen, stellte sich Mitte des letzten Jahrhunderts eine Sättigung ein. Diese Sättigung rührte daher, dass die Bedürfnisse der Konsumenten in bestimmten Märkten befriedigt waren und der Anreiz sich neue Produkte zu kaufen nicht mehr auf Grund von Mangel bestand, sondern einen anderen Auslöser benötigte. Die Geburtsstunde des Marketing. Mit Hilfe des Marketings wurden Konsumenten dazu erzogen, die Vorteile eines entwickelten Produktes zu erkennen. Jedoch ging diese Kommunikation rein vom Unternehmen, bzw. Produzenten aus und basierte auf der Heraushebung der Alleinstellungsmerkmale des Produkts. Ein Fernseher ist ein Fernseher ist ein Fernseher. Auch wenn mir fünf Hersteller verklickern möchten, dass sich diese Geräte ja ach so unterscheiden. Mein Ziel, Filme und Sendungen verfolgen zu können ist unabhängig von Hertzwerten, Bildschirmstärke und Hintergrundbeleuchtung. Das Unternehmen produziert Produkte, von denen es denkt auf dem Markt eine Nachfrage zu haben. Existiert diese Nachfrage nicht, oder nicht in dem Ausmaß wie erhofft oder berechnet, wird mit Hilfe des Marketings, welches schon in der Entstehungsphase des Produkts zu einem gewissen Teil als Stimulator einkalkuliert wird, und vorausgesetzt das Unternehmen kann zusätzliche Marketingleistungen vorfinanzieren, der Markt penetriert und Aufmerksamkeit erzeugt. Doch diese Aufmerksamkeit und der sich daraus ergebende Konsum basiert auf dem Überreden von Kunden. Es wird hierbei nicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse eingegangen, sondern es werden Bedürfnisse erzeugt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Social Media ist alter Wein in neuen Schläuchen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte betonen, dass ich vom Status Quo ausgehe, am Ende zwar eine kurze Prognose wagen möchte, aber zum aktuellen Zeitpunkt kann ich zum Thema Social Media und Unternehmen nichts anderes attestieren als oben genanntes. Social Media ist eine Form des Marketings. Eine gemeine Form des Marketings noch dazu. Unternehmen nutzen diesen Kanal um sich für ihre Produkte zu rechtfertigen und erzeugen damit einen Buzz. Es geht nicht darum, Produkte tatächlich zu verbessern, sondern erneut darum, die eigenen Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben. Kommt Kritik, wird wild im Kreis gelaufen und Standard-Sing-Sang verbreitet. Im Sinne von: <em>&#8220;Lieber Kunde, wir können nachvollziehen, dass sie mit der Funktion xyz nicht zufrieden sind, aber auf Grund ökonomischer Entscheidungen und unseren Prozessen sehen wir uns ausser Stande Ihren Wunsch zu erfüllen, denn hierfür wurde das Produkt nicht entwickelt. Es besteht für Sie dennoch kein Grund den Kauf zu bereuen, denn denken Sie nur an die herausragende Fähigkeit unseres&#8230;&#8230;&#8221;</em> Sollte sich ein Unternehmen öffentlich zu so einem Statement hinreissen lassen erzeugt es damit zumindest eines: Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit verteilt sich über die Sozialen Netzwerke schneller und breiter. Denn wenn ein Unternehmen einen Auftritt auf einer Plattform wie Facebook hat und ich als Person dort Kritik ablasse, sehen alle meine Freunde diese Kritik in ihrer Timeline und werden so von mir gezwungen, zumindest den Namen des Unternehmens kurz aufzunehmen oder sich im Idealfall ebenso in die Diskussion einschalten oder meinen Kommentar gut finden und so zu einer weiteren Verteilung der Unternehmensmessage oder zumindest des Namens beitragen. &#8220;There is no bad PR.&#8221; Im Grunde hat Social Media wie in <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-1/" target="_blank">Teil -1-</a> der Serie bereits angedeutet, nichts mit &#8220;Sozial&#8221;, &#8220;Gesellschaftlich&#8221; sondern wenn dann höchsten mit &#8220;gesellig&#8221; zu tun um die wichtigsten Übersetzungen des Wortes Social abzudecken. Der Wikipedia Artikel zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media_Marketing" target="_blank">Social Media Marketing</a> umschreibt die Ziele die von Unternehmen verfolgt werden kurz und knapp und mir bleibt dem nichts hinzuzufügen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Hoffnung auf ein vorübergehendes Experiment</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Zahlen aus <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-2/" target="_blank">Teil </a>2 zeigen, dass es sich bei den Nutzern von Social Media Angeboten zwar um eine große Anzahl von Menschen handelt, dies im Vergleich zur Gesamtbevölkerung jedoch noch keine Mehrheit darstellt. <a href="http://twitter.com/zynaesthesie" target="_blank">@zynaesthesie</a> hat es in einem Tweet recht passend und prägnant dargestellt: <a href="http://twitter.com/zynaesthesie/status/17407342290" target="_blank">&#8220;Social Media ist, wenn Dir mehr Leute auf den Keks  gehen, als Du kennst&#8221;</a>. Dieser Aussage kann ich beipflichten. War es zu Beginn meiner Social Media Ausflüge noch spannend, witzig und interessant, steigt mit der Anzahl meiner Bekannte auf den Social Media Plattformen direkt proportional der Inhalt der mich eigentlich nicht interessiert. (Dies soll keine Abwertung derjenigen sein, die sich erst jetzt mit mir befreunden) Genau diese Entwicklung wird am Ende des Tages dazu führen, dass sich Unternehmen wieder von den gezeigten Plattformen verabschieden, da sich die Mitglieder ihrer One-Click-Mentalität bewußt werden müssen, sich selbst zu bremsen um andere Mitmenschen nicht ebenso zu belästigen, wie es ihnen im Moment noch täglich widerfährt. Daher liebe Unternehmen, macht was ihr wollt. Verbrennt weiterhin eure Budgets in Social Media Aktionen und ja liebe Agenturen, verkauft weiterhin Social Media als innovatives Instrument zur Reichweitensteigerung und Imageverbesserung.</p>
<p style="text-align: left;">Die Andeutungen im letzten Absatz und die Rückführung zum eigentlichen Titel möchte ich in einem letzten Post vollbringen.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Abgesang auf Social Media -Teil 3-</title>
		<link>http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-3/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 22:26:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es folgt der dritte Teil meiner Social Media Betrachtun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es folgt der dritte Teil meiner Social Media Betrachtung. Mehr und mehr wird mir klar, dass es sich nicht um eine Social Media Betrachtung handelt als viel mehr um eine Betrachtung der Kommunikation. In <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-1" target="_blank">Teil 1</a> versuchte ich darzustellen, wie klassisch im sozialen, sprich menschlichen Umfeld kommuniziert wurde. <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-2" target="_blank">Teil 2</a> widmet sich der Abgrenzung von Web 2.0 vs. Social Media. Im dritten Teil möchte ich näher auf die Problematik eingehen, die ich im ersten Teil als These gestellt habe:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Im Überfluss der geposteten Daten auf allen Social Media Plattformen  besteht der Haupteil meiner Zeit darin, diese Daten zu bewerten, zu  sortieren und die Relevanz abzuschätzen. <strong>Ersaufen an der  Oberflächlichkeit.</strong>&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Social Networks sind restriktiv und beschränkt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Internet war lange Zeit ein Ort, an dem alle Informationen allen zugänglich waren. Mit dem Aufkommen der Social Networks endete diese Barrierefreiheit. Inhalte auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Xing kann ich nur sehen, wenn ich mir einen Account bei diesen Netzwerken anlege. Der Betreiber des Netzwerkes nutzt die Informationen dieses Accounts um seine Mitglieder besser zu kennen, bzw. kennen zu lernen und sie mit zielgerichteten Hinweisen, aka Werbung zu beschallen. Bei diesen Betreibern handelt es sich definitiv nicht um Altruisten, die der Menschheit einen Gefallen tun wollen, indem sie uns ermöglichen uns zu vernetzen und uns auszutauschen. Sie bieten uns diese Möglichkeiten zwar an, wollen damit aber eine Abhängigkeit von ihren Angeboten schaffen, so dass wir mehr Zeit dort verbringen und so tendenziell anfälliger für die von den Betreibern angebotenen  Werbungen sind, als wenn wir weniger Zeit dort verbringen würden. Je mehr Menschen, Freunde, Gruppen und Apps in diesen Plattformen zu finden sind, desto mehr Information ist für den einzelnen abrufbar und man muss weniger auf das &#8220;freie&#8221;, das &#8220;wilde&#8221; Internet ausweichen. Extremes Beispiel ist das Einbinden von externen Inhalten, wie YouTube Clips, die in Facebook abgespielt werden können. So vermeidet der Betreiber, dass der Kunde (das Mitglied) die schützenden Seiten verlassen muss.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nur wenige Mitglieder sind wirklich aktiv</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich mir meine Pinnwand ansehe und betrachte wie viele meiner ca. 300 Freunde auf Facebook aktiv Inhalte posten, sehe ich 10% täglich Postings veröffentlichen, 20% wöchentlich und eine Gruppe von 60% die so gut wie nie Postings abgibt. Heißt dies, diese Personen sind nicht unterwegs? Nein, Gespräche mit diesen Personen lassen eher den Schluss zu, sie haben keine Lust irgendwas zu posten, bzw. einfach ein reales Leben haben, dass ihnen nur bedingt die Zeit zum Posten lässt. Dennoch sehen sie regelmäßig (fast täglich) auf den entsprechenden Seiten nach, was im Bekanntenkreis so passiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Um die Gruppen zu bennen möchte ich folgende Einteilung vornehmen:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Gruppe:  10% täglich Poster: Einsamen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Trotz Smartphone und der Möglichkeit ständig posten zu können, sind tägliche Postings ein Zeichen von Einsamkeit und Minderwertigkeitskomplexen. Der Großteil der Postings beschränkt sich auf die Weitergabe von Inhalten, die man sich zuvor irgendwann auch mal angesehen haben muss. Selbst wenn ich just in diesem Moment ein super witziges Video von einem Bekannten zugesendet bekomme, muss ich es mir ansehen bevor ich es weiterverteilen kann. (Oder mache ich hier etwas falsch?) Ständiges Posten lässt für mich den Schluss zu, es mit einem Supermultitasker zu tun zu haben, der entweder die ganze Zeit allein vor seinem Rechner klammert um die Fundstücke die er gerade wieder entdeckt hat zu verteilen. Oder aber mit anderen Personen irgendwo zu Gange ist, diese Personen aber so langweilig und uninteressant findet, dass er seinen ganzen &#8220;coolen&#8221; Freunden und Followern im Netz seine Cool- und Hipness beweisen muss. Die Königsdisziplin ist, und für diesen Ausdruck bin ich einer Leserin dankbar welche ihn mir auf den ersten Post zugeworfen hat, <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=Vaguebooking" target="_blank">Vaguebooking</a>: Die Abgabe von Statusmeldungen, die ein Rückfrage der Freunde erfordern, à la: &#8220;Frage mich, ob es das wert ist?&#8221;. Reaktionshascherei, um das Gefühl zu erhalten, nicht allein zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Gruppe: 20% weekly Poster: Narzissten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Gruppe rechne ich all die Personen zu, die die Plattformen zur Selbstdarstellung (oder wie kürzlich gelernt: <a href="http://diepresse.com/home/leben/kreativ/577000/index.do" target="_blank">Authenzitätspornographie</a>) nutzen. Diese Personen posten Beiträge wie: <em>&#8220;Schon wieder 14 Stunden im Büro verbracht.&#8221;</em> oder <em>&#8220;Im Hotel XYZ eingecheckt, fühl mich hier schon fast zu Hause.&#8221;</em>, am allerliebsten sind mir die Meldungen über Flughäfen. <em>&#8220;Stehe am Flughafen XYZ.&#8221;</em> Dazu kommen noch Aussagen zu aktuellen politischen Ereignissen, die die eigene Universalgelehrtheit verdeutlichen soll. Alles was damit ausgedrückt werden soll ist die eigene Wichtigkeit und dies muss mit allen Personen, die mich kennen geteilt werden, damit diese wissen was für eine wichtige Persönlichkeit ich bin. Dort sieht man auch die stärkste Verschmelzung zwischen Beruf und Person. Die vollständige Identifikation mit der Tätigkeit. Ein Leben für den Job. Leider missachten diese Personen das fehlende Interesse von ihren Freunden an Jobthemen. Ich für meinen Teil will den Menschen und nicht nur sein Profil.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3. Gruppe: 60% selten Poster: Realos</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Realos sind für mich die Guten. Die Menschen, die das Leben ausserhalb der Displays kennen. Die eine Sozialisation haben, die über das Digitale hinaus geht. Sie versäumen nichts, da sie sowieso kontaktiert werden, wenn sie jemand dabei haben will und sind nicht gezwungen auf jeden Hinweis in ihrem Netzwerk aufzuspringen um zu bewerten ob oder was sie versäumen.  Sie versäumen nichts. Dies ist für mich die wirkliche <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20061013221540" target="_blank">digitale Boheme</a>. Das Digitale als Werkzeug genutzt um nicht als Werkzeug fürs Digitale zu enden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich selbst muss mich ehrlicherweise den Gruppen 1 und 2 zurechnen. Sozusagen der einsame Narzisst. Aber ich gelobe Besserung. Ich werde versuchen nicht mehr so viele Menschen mit eigentlich irrellevanten Themen zu penetrieren und wieder mehr aufs menschliche zu setzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Leider wird die Abhängigkeit mancher Menschen von diesen Plattformen auch von Firmen und Organisationen durchschaut. Deshalb werde ich im nächsten Teil tiefer darauf eingehen, wie Firmen versuchen ihre verlorenen Kunden mit Social Media wieder einzufangen.</p>

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		<title>Abgesang auf Social Media -Teil 2-</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 18:42:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich im letzten Post einen Rückblick über mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich im <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-1" target="_blank">letzten Post</a> einen Rückblick über mein Kommunikationsverhalten gegeben habe, möchte ich nun mit den aktuellen Entwicklungen, die ich angerissen habe fortfahren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Abgrenzung Web 2.0 vs. Social Media<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit dem Einzug unterschiedlicher Web 2.0 Plattformen gibt es für Hinz und Kunz und alle, die über einen Internetanschluss verfügen die Möglichkeit Inhalte im Netz einfachst und ohne Programmier oder technisches Grundwissen zu publizieren. Beispiele hierfür sind: <a href="http://www.flickr.com/photos/moedahoe" target="_blank">Flickr</a> (Bilder), <a href="http://www.youtube.com/moedahoe" target="_blank">YouTube</a> (Videos), <a href="http://www.lastfm.de/user/moedahoe" target="_blank">Last.fm</a> (Musik), <a href="http://twitter.com/moedahoe" target="_blank">Twitter</a> und <a href="http://www.facebook.com/moritz.schott" target="_blank">Facebook </a>(um nur die in meinen Augen Wichtigsten zu nennen). Der kritische Leser wundert sich über die fehlende Nennung von Blogs. Blogs sind in meinen Augen eine gewisse Sondergattung des Web 2.0. Mit Sicherheit gilt für Blogs auch die Einfachheit der Nutzbarkeit und die Möglichkeit der Teilnahme für viele. Die Inhalte unterscheiden sich jedoch gegenüber den Inhalten auf den oben genannten Beispielen. Blogs sind deutlich stärker textbasiert, unabhängiger und unterschiedlicher als die Aussendarstellung von Nutzern der zuvor genannten Plattformen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Blogs als Flaggschiff des Web 2.0<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte Blogs aus dem Abgesang für Social Media herausnehmen, <a href="http://www.robertbasic.de/2010/06/warum-mir-blogger-fast-auf-den-sack-gehen/" target="_blank">Robert Basic</a> hat in diesem Zusammenhang kürzlich Kritik geübt. Es gibt vermutlich <a href="http://www.popkulturjunkie.de/wp/?p=2999" target="_blank">600.000 deutschsprachige Blogs</a>, dem Gegenüber stehen bei Facebook über 14 Mio Nutzer. (Laut Werbeanzeigenmarkt vom 29.06.2010)</p>
<p><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wp-content/uploads/2010/06/facebook_nutzer.jpg" rel="lightbox[1576]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1577" title="facebook_nutzer" src="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wp-content/uploads/2010/06/facebook_nutzer.jpg" alt="" width="450" height="170" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Twitter sind es vermutlich über <a href="http://blog.sysomos.com/2010/01/22/the-top-twitter-countries-and-cities-part-2/" target="_blank">1,5 Mio Nutzer</a>, bei last.fm sind es <a href="http://www.socialmedia-blog.de/tag/nutzerzahlen/" target="_blank">1,3 Mio Nutzer</a>. Bei YouTube und Flickr habe ich gerade meine Probleme die tatsächlichen Account Zahlen zu finden, jedoch sollte hier auch nochmal davon unterschieden werden, dass es sich nicht um tatsächliche Social Media Sites handelt, sondern diese Plattformen eher dem <strong>Publishing </strong>als dem <strong>Connecting </strong>dienen. Sprich, YouTube und Flickr Inhalte können auch ohne Mitgliedschaft betrachtet werden. Selbiges gilt auch für Twitter und Weblogs. Ein wichtiges deutschsprachiges Netzwerk habe ich unterschlagen. Die StudiVZ-Gruppe mit über <a href="http://www.socialmedia-blog.de/2010/04/regionale-nutzung-von-social-networks-in-deutschland/" target="_blank">15 Mio Mitgliedern</a>. Ich möchte nicht auf diesen Zahlen herumreiten. Ich versuche dar zu stellen, dass die Relevanz an teilnehmenden Akteuren bei Blogs geringer ist und mit mehr Aufwand verbunden ist, als auf den weiteren Plattformen. Einen Blog zu betreiben ist mit höherem Aufwand verbunden, als eine Mitgliedschaft in einer Community. Für die Inhalte auf einem Blog steht der Autor oder Blogbetreiber im Hintergrund. Die Möglichkeit der Partizipation besteht für Besucher in den Kommentaren. Im Grunde sind Blogs eine differenzierte Berichterstattung die sich gerne in den Nischen aufhält die klassische Medien nicht abdecken können. Ausserdem basiert ein Blog auf den subjektiven Ansichten des Autors. An eine anonymen Masse gerichtet und nicht an einen direkten Empfänger, aber die einzig mir bekannte Art, sich einem breiten Publikum vollständig und ausführlich zu öffnen. Inklusive der Möglichkeit des uneingeschränkten Rückkanals im Kommentarbereich, sowie der direkten Verlinkung auf Quellen und Stellungsnahmen. Der Grundgedanke der diesem Mechanismus zu Grunde liegt erinnerte stark an die Brechtsche <a href="http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medienwissenschaft/medienkritik_medienwirkung/medienutopien/medienutopien_planck" target="_blank">Radiotheorie</a>, der Möglichkeit jeder könnte ein Sender sein. Das ist sozial. Jeder kann mitmachen. Das ist zwar auch Social Media, aber wurde zuvor noch Web2.0 genannt. Social Media als Buzzword wurde erst mit dem hohen Anteil von Nutzern auf den Social Media Plattformen eingeführt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Web 2.0 ist ein Werkzeug, Social Media eine Sekte</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Während es bei Web 2.0 eher inhaltsorientiert war, ist Social Media mitgliedorientiert. Teilhaben darf nur der, der auch bei uns angemeldet ist. Restriktiv. Netzwerkinhalte (Facebook, StudiVZ, etc.) kann ich nur betrachten, wenn ich Mitglied dieser Seiten bin. Also für alle die nicht Mitglied sind:</p>
<p style="text-align: justify;">Was bekomme ich dort zu sehen?Die erschreckende Antwort: <strong>Nichts von Bedeutung.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Inhalte die dort eingefügt werden, erinnern mich schwer an den gestern entdeckten Begriff: <a href="http://diepresse.com/home/leben/kreativ/577000/index.do" target="_blank"><strong>Authentizitätspornographie</strong></a></p>
<p>Was es damit auf sich hat und wieso hinter Social Media eigentlich nur Media und kein Social steckt, möchte ich im <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-3/">dritten Teil der gestarteten Reihe erläutern</a>.</p>

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		<title>Abgesang auf Social Media -Teil 1-</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 21:23:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[generation]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Lange Zeit war ich ein Fan, geraderzu abhängig, wie za [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Lange Zeit war ich ein Fan, geraderzu abhängig, wie <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wenn-es-keinen-sinn-macht-sich-zu-wehren/" target="_blank">zahlreiche</a> <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/re-publica-2010/" target="_blank">Postings </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/formspring-me/" target="_blank">beweisen </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/barcamp-hamburg-09-bchh09/" target="_blank">können</a>. Es ist vorbei. Ich verabscheue Social Media mehr und mehr. Die Kommunikation verkommt von einer tatsächlichen Push-Kommunikation hin zur einer reinen Gießkannen-Kommunikation. <strong>Im Überfluss der geposteten Daten auf allen Social Media Plattformen besteht der Haupteil meiner Zeit darin, diese Daten zu bewerten, zu sortieren und die Relevanz abzuschätzen. Ersaufen an der Oberflächlichkeit.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Rückblick:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mein junges Alter erlaubt mir keinen persönlichen Rückblick in die Prä-Telefonzeit. Meine ersten Erfahrungen mit dem Telefon waren hauptsächlich, dass die Nutzung des Gerätes unglaublich teuer war. Mir fällt immer der Vergleich meiner Mutter ein. 30 Pfennige. Das entsprach damals dem Preis einer Brezel beim Dorfbäcker. Sprich, sinnloses Anrufen beim Nachbarn war nicht gerne gesehen. Daher musste ich mich zu Fuss auf den Weg machen und ihn persönlich treffen. Ok, Dorfjugend, in der Stadt eventuell nicht nachvollziehbar. Die Preise für Kommunikation sanken oder stiegen nicht im gleichen Maß wie die Preise für Lebensmittel. Den Minutenpreis für Telefonate mit den Preisen für Brezeln gleichzusetzen ist aus heutiger Sicht unvorstellbar, wir sprechen von einem Faktor 26. (ich geh von einem Brezelpreis von 80 cent aus und einem Minutenpreis von 0,03 €). Doch trotz dieser Entwicklung und auch mit Einführung des Mobiltelefons stand mir nur die Möglichkeit zur Verfügung jemanden <strong>direkt</strong> anzusprechen und ihn über eine Veranstaltung ein Geschehnis oder sonstwas zu informieren. Denn jeder hatte eine eindeutige Adresse/ Telefonnummer / ID und ich konnte nur die betreffende Person erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch mit der Einführung der Email hatte sich an diesem Prozess nur wenig bis gar nichts geändert. Eine Adresse, ein Ansprechpartner, ein Empfänger. Der einzige Unterschied zu zuvor war das <strong>direkte Feedback</strong>. Beim <strong>persönlichen Treffen</strong> konnte <strong>sofort </strong>die <strong>Reaktion </strong>des Empfängers erkannt werden. Beim <strong>Telefonat</strong> erhält man meist auch <strong>sofort </strong>eine <strong>Antwort</strong>, die einem zumindest sagt, das Gegenüber habe die Nachricht erhalten. Bei der Email war das nicht immer so eindeutig und viele Mails verliefen sich im Sande oder wurde nie beantwortet. Man konnte sich ja immer noch mit Lesebestätigungen helfen. Aber auch nicht nötig. Wenn ich es jemanden geschickt habe, dann wird es auch schon ankommen, wenn nicht ist es nur bedingt mein Problem, da die Person für den Erhalt der Meldungen an die von ihr genutzten Adresse zuständig ist.  Jedoch kam mit der Email auch das erste mal die Mögliclhkeit Inhalte in bisher unbekanntem Ausmaß günstig zu reproduzieren und an mehrere Empfänger zu versenden. Dies war die erste Stufe der unpersönlichen Kommuikation, als Inhalte in der Art und Weise aufbereitet werden, dass sie für möglichst viele Personen passend sein sollten und nicht für  einen dedizierten Empfänger. Chatten folgte als nächste Form der Kommunikation und stellt in meinen Augen die Fortführung des Telefonats dar. Wieder:  Umgehendes Feedback: <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/bar-2-0/">Super</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aktuell:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann, ich weiß nicht mehr wann es begann, zogen Web 2.0 gefolgt von Social Media in mein Leben ein und plötzlich waren viele meiner früheren Freunde Unternehmen. Selbstdarsteller, Narzisten, oberflächlich und glatt. Mich interessiert es nicht an welchem Flughafen ihr steht oder wohin ihr fahrt. Mich interessiert euer Befinden auch nicht die Bohne. Sagt mir was ihr von mir wollt und hört auf eure Einsamkeit mit allen zu teilen, da ihr keinen mehr habt mit dem ihr sprechen könnt. Was mich interessiert sind höchstens noch Sprüche, aber selbst das nur in geringen Dosen. Wenn ihr was von mir wollt, dann schreibt mich direkt an oder sprecht mit mir. Ich werde auf euere Ankündigungen auf den Plattformen nicht reagieren. Die genauen Gründe hierfür folgen in <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/abgesang-auf-social-media-teil-2/" target="_blank">einem weiteren Blogpost</a>.</p>

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		</item>
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		<title>Reisezeit ist Lesezeit &#8211; Chantal Mouffe</title>
		<link>http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/reisezeit-ist-lesezeit-chantal-mouffe/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 13:59:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte nicht unbedingt behaupten, dass ich gerne v [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/weihnachten-und-jahreswechsel-2009-in-indien/">möchte</a> <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/autopiesis-oder-sammeln-fur-fortgeschrittene/" target="_blank">nicht </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/vier-tage-prag-fur-30-jahre-wahnsinn/" target="_blank">unbedingt </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/die-deutsche-bahn-verarschung-am-kunden/" target="_blank">behaupten</a>, <a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/wochenendausfluge-und-die-entsprechenden-leiden/" target="_blank">dass </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/munchner-tage/" target="_blank">ich </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/istanbul/" target="_blank">gerne </a><a href="http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/nachts-in-berlin/" target="_blank">verreise</a>. Aber wenn dann richtig. Dies bedeutet nicht, dass ich zwingend weit weg muss, aber es bedeutet, die Vorteile der Reise zu nutzen. Nicht die Vorteile nach der Ankunft, sondern die Reise als Reise. Kürzlich Griechenland und die Türkei, danach Berlin und dieses Wochenende bayrischer Wald. Nicht spektakulär, alles mit Grund und einem gewissen Zwang versehen. Zumindest für die Zeit nach der Ankunft. Die Reise an sich nervt mich eigentlich unendlich. Gefangen in Röhren, Blechhüllen, Vakuumzylindern. Abgenabelt von der Nabelschnur der Gegenwart, kein oder nur schlechten Empfang mit den mobilen Geräten, gewöhnlich alleine unter Fremden, als Fremder für Fremde, was bleibt ist die Zeit. Sie verinnt und geht dahin. Wurmlochhaft, doch statt einem Stehenbleiben der Zeit während der Fahrt, läuft sie mit und weiter. Also was kann ich tun? Schlafen? Nein, unbequem und nicht wirklich vorteilhaft. Vorbereiten und Aufbereiten von Projekten, Präsentationen und Stellungsnahmen? Nein, wenn ich reise halte ich mir den Rücken frei. Die Reise als Reise zu verstehen, deren Inhalt die Bewegung von A nach B ist. Das Sprung zwischen Lokalitäten. Die Arbeit kann ich im Büro oder zu Hause verrichten, mit all den Mitteln und Werkzeugen, die ich hierzu benötige. Unterwegs wäre es doch nur eingeschränkte Normalität. Ich muss es anders füllen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich lese.</p>
<p style="text-align: justify;">Überraschenderweise mehr und aufmerksamer als sonst irgendwo. Die letzten Wochen waren es Romane von<a href="http://www.tcboyle.de/" target="_blank"> T.C. Boyle</a>, <a href="http://chuckpalahniuk.net/" target="_blank">Chuck Palahniuk</a>, <a href="http://www.houellebecq.info/deutsch.php3" target="_blank">Michel Houellebecq</a> und Sachbücher von <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/26676.html" target="_blank">Chantal Mouffe</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie ein Zug ging es hindurch durch die Texte. Kurzgeschichten, Erzählungen, <a href="http://www.amazon.de/Ausweitung-Kampfzone-rororo-Michel-Houellebecq/dp/3499243393/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1277383889&amp;sr=8-2" target="_blank">meine eigene Biographie</a> oder wirklich gute politische Festellungen wie sie <a href="http://www.amazon.de/%C3%9Cber-das-Politische-kosmopolitische-Illusion/dp/3518124838/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1277383957&amp;sr=1-1" target="_blank">Chantal Mouffe</a> an den Tag legt. Selten habe ich ein Werk gelesen, welches den aktuellen Zeitpunkt und die aktuelle gesellschaftliche Lage so klar und deutlich beschreibt, wie ich wünschte es selbst darlegen zu können.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Zusammenbruch des eisernen Vorhangs sieht Chantal Mouffe den Neoliberalismus und das kapitalistische Wirtschaftssystem als allein verbleibendes Gesellschaftssystem, welches sich in seiner Alleinstellung und der moralischen Vereinnahmung der &#8220;Menschlichkeit&#8221; als einzig wahres System für alle Menschen profiliert. Auf dem Weg dorthin wird jeder Konflikt im Konsens beigelegt und führt zu einer &#8220;dialogischen Politik&#8221;, welche in der neuen Mitte aufgeht. Doch bevor ich mühsam den Inhalt mit meinen eigenen Worten zusammenfasse zitiere ich lieber aus ihrem Buch: <strong>&#8220;Über das Politische &#8211; Wider die kosmopolitische Illusion&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zum Thema Unsicherheit der &#8220;posttraditionelle Gesellschaft&#8221; zerlegt sie <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Giddens,_Anthony" target="_blank">Giddens</a> und <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Beck,_Ulrich" target="_blank">Beck</a>:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Wie Beck sieht auch Giddens die Ursache vieler dieser Ungewißheiten allein im Abwachsen des menschlichen Wissens. Die seien das Ergebnis menschlicher Eingriffe in das gesellschaftliche Leben und in die Natur. Die neuen Möglichkeiten globaler Kommunikation in Echtzeit hätte die Globalisierung noch intensiviert und dadurch den Trend zu &#8220;hergestellter Unsicherheit&#8221; beschleunigt. Vermittels der Entwicklung einer globalisierten kosmoplotischen Gesellschaft könnten deren Traditionen nun in Frage gestellt werden; ihr Status habe sich verändert, da sie jetzt gerechtfertigt werden müssten und nicht mehr wie in der Vergangenheit vorausgesetzt würden.&#8221; (S. 57)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Dies mündet in die &#8220;reflexive Modernisierung&#8221; zu der Mouffe sagt:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Die Theoretiker der reflexiven Modernisierung stellen die von ihnen befürwortete Politik als in ihrer soziologischen Analyse begründet dar. Sie behaupten, aus den Veränderungen der Gesellschaft &#8211; dem Bedeutungsverlust der kollektiven Identitäten und dem Veralten des Modells der Gegnerschaft &#8211; nur die Konsequenzen für den Bereich der Politik zu ziehen. Das verleiht ihrer postpolitischen Vision einen Anschein von Wissenschaftlichkeit und Selbstverständlichkeit und lässt all jene, die nicht ihrer Meinung sind, als Gefangene eines altmodischen Denkens erscheinen. Das Schlüsselwort dieser Strategie ist natürlich &#8220;Modernisierung&#8221;. (S.72)<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die &#8220;posttraditionelle Gesellschaft&#8221; mit ihrem Drang nach &#8220;Modernisierung&#8221; führt zum dritten Weg, der &#8220;dialogischen Politik&#8221;:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Nur aus diesem Grund kann er (</em>Anmerkung: Giddens<em>) eine &#8220;dialogische Politik&#8221; anvisieren, die vermeintlich das Modell der Gegnerschaft überschreitet und für alle Bereiche der Gesellschaft vorteilhafte Lösungen findet. Bezeichnend für diese konsensorientierte, postpolitische Perspektive ist das Ausweichen vor fundamentalen Konflikten und das Vermeiden jeder kritischen Analyse des modernen Kapitalismus. Daher ist sie nicht in der Lage, die Hegemonie des Neoliberalismus in Frage zu stellen.&#8221; (S.79)</em></p>
<p style="text-align: justify;">In dieser Konsensorientierung und Nicht-in-Frage-Stellung der herrschenden Ordnung sieht sie die Verantwortung für die aktuellen Probleme mit unseren Volksvertretern.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Statt ein Terrain für eine agonistische Diskussion zwischen linker und rechter Politik zu eröffnen, wird Politik aufs &#8220;Spinning&#8221;, auf Öffentlichkeitsarbeit, reduziert. Da es keinen fundamentalen Unterschied mehr zwischen den Parteien gibt, versuchen sie, ihre Produkte mit Hilfe von Werbeagenturen durch cleveres Marketing zu verkaufen. Die Folge ist eine wachsende Politikverdrossenheit und ein dramatisches Sinken der Wahlbeteiligung. Wie lange wird es dauern, bis die Bürger das Vertrauen in den demokratischen Prozess vollkommen verloren haben?&#8221; (S.84)</em></p>
<p style="text-align: justify;">In den darauf folgenden Seite verteufelt Chanta Mouffe die Aussage der Modernisierer, rechtspopulistisches Gedankengut entstehe auf Grund von Rückwärtsgewantheit der Wähler und zeigt auf, dass dieser Erfolg Großteils auf der Berufung auf eine kollektive Identität besteht, die die ähnlichen, ja fast gleichen Parteien der Mitte auf Grund ihrer Austauschbarkeit nicht mehr bieten können. Und um die Aussage nach Differenzierung zu unterstreichen zitiert sie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt" target="_blank">Carl Schmitt</a> der bemerkte, <em>&#8220;daß die Welt, &#8230;,  kein &#8220;Universum&#8221;, sondern ein &#8220;Pluriversum&#8221; ist.&#8221; (S. 114)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem auf dieses Zitat eine tiefere Auseinandersetzung mit dem postsozialistischen Werk <a href="http://www.amazon.de/Empire-neue-Weltordnung-Michael-Hardt/dp/3593372304/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1277386074&amp;sr=8-4" target="_blank">Empire</a> und <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Habermas,_J%C3%BCrgen" target="_blank">Habermas</a> erfolgt fasst sie ab Seite 156 zusammen um in einer radikalen aber argumentativ vertretbaren These zu schließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Wie Niklas Luhmann betont hat, fordert moderne Demokratie eine &#8220;Spaltung der Spitze&#8221;, eine klare Trennung zwischen Regierung und Opposition.&#8221; (S.157)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Dies widerspricht jedoch nicht der Bindung an gewisse Prinzipen:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Eine demokratische Gesellschaft verlangt ihren Bürgern die Bindung an gemeinsame ethisch-politische Prinzipien ab, die üblicherweise in einer Verfassung artikuliert und in einem gesetzlichen Rahmen verankert werden. Sie kann keine Koexistenz widerstreitender Legitimitätsprinzipien in ihrer Mitte zulassen. Zu glauben, einer Gruppe von Immigranten sollte im Namen des Pluralismus eine Ausnahme zugestanden werden, ist nach meiner Ansicht ein Fehler, der von mangelnder Kenntnis um die Rolle des Politischen bei der symbolischen Ordnung gesellschaftlicher Beziehungen zeugt.&#8221; (S. 160)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Über eine letzte Stellungsnahme zur Position die Europa in ihren Augen in Zukunft einnehmen sollte führt sie letztendlich auf Seite 170 all ihre Aussagen in diesem letzten Zitat zusammen:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Daher kommen wir, wenn wir das demokratische Projekt verteidigen und radikalisieren wollen, nicht darum herum, das Politische in seiner antagonistischen Dimension anzuerkennen und den Traum von einer versöhnten Welt, die Macht, Souveränität und Hegemonie überwunden hätte, aufzugeben.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">In der Hoffnung, die wichtigsten Argumentationslinien des Buchs getroffen zu haben möchte ich mit einem eigenen Statement schließen. Nur weil wir in einer Welt leben, die nicht mehr die Bipolarität besitzt, wie sie dies noch vor 1990 getan hat, bedeutet noch lange nicht, dass sich das bessere System durchgesetzt hat. Es hat sich eines der beiden damals vorliegenden Modelle durchgesetzt und somit den, aus dem Wettbewerb hervorgehenden, Anspruch das Bessere zu sein erworben. &#8220;Ceasar dominus et supra grammaticam: <em>Der Kaiser ist Herr auch über die Grammatik.</em>&#8221; Wenn wir uns nicht kritisch mit dem was im Moment passiert auseinandersetzen und uns nicht dazu durchringen können, dass Konflikte nicht immer im Konsens gelöst werden müssen, werden die nächsten Jahre nicht sonderlich angenehm für uns werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt sitze ich hier auf dem <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=edenhof,+wiesenfelden&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=11.256167,43.286133&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Edenhof,+94344+Wiesenfelden,+Straubing-Bogen,+Bayern&amp;ll=49.064391,12.579989&amp;spn=0.011472,0.042272&amp;t=h&amp;z=15" target="_blank">Hof meiner Eltern</a> und treffe all meine Geschwister wieder. Sollte ich bleiben? Ich glaube nein. Ohne Reise, weniger Zeit zu lesen. Daher nehme ich mir für den Rückweg ein weiteres Werk vor, oder ich versuche endlich nach sechs Monaten Qual das Buch: &#8220;Unendlicher Spaß&#8221; zu Ende zu bringen.</p>

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		<title>Nachts in Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 16:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[freunde]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenende]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin macht sich daran seine Faszination mehr und mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Berlin macht sich daran seine Faszination mehr und mehr einzubüßen. Zumindest für mich. Nicht auf Grund <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,701234,00.html">der aktuellen Schlagzeilen</a>, dass sie den Spitzenplatz in der Unterhaltungsgastronomie verloren haben, nein, mein Gefühl sagt mir: „Berlin kocht auch nur mit Wasser.“ Am Ende treffe ich auf meinen Ausflügen die gleichen Menschen wie überall anders auch. Ausgehend, mit dem Wunsch sich der kollektiven Identität der Ausgeher und Unternehmungslustigen anzuschließen. Nicht allein zu sein, Menschen zu treffen die man treffen müsste. Und so steht man in Kneipen, Bars und Clubs und lässt den Blick durch die Menge schweifen. Hoffend in einem klaren Ausschnitt eine interessante Person allein auf Grund ihres Aussehens zu erkennen. Man kann nur gucken. Sprechen ist unmöglich, die Katze im Sack. Nehm ich das Heft in die Hand und spreche den ersten Satz oder nicht. Was, wenn sich der Angesprochene nicht für meinen Text interessiert? Vielleicht schätz ich die Person auch falsch ein und sie ist gar nicht auf der Suche nach Anschluss, sondern geht hier einem anderen Antrieb nach? Oder was mache ich, wenn die Angesprochene sich als Hohlbrot entpuppt? Als hübsches Ding, als Schmuck, der Inhalt der Erstkontaktaufnahme allerdings schon so langweilig, das man eigentlich sofort die Flucht ergreifen sollte. Doch was sagt man dann? „Sorry, du bist mir zu doof. Tschüss dann.“  Ich wünschte ich könnte, doch so quäle ich mich durch die Gespräche bis sich die Möglichkeit zur Flucht ergibt. Also was ist das Ziel des Ausgehens? Die Antwort bleibt mir auch Berlin schuldig. Wir waren viele, zu fünft unterwegs den Abschied eines Freundes zu feiern. Deshalb waren wir dort, doch was war dein Antrieb?</p>

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		<title>Fußballtortur</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 17:06:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[mozzen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezession]]></category>

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		<description><![CDATA["Ich hänge mir ein Fähnchen an
und stehe hinterm Vat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em>&#8220;Ich hänge mir ein Fähnchen an<br />
und stehe hinterm Vaterland.&#8221;</em></p>
<p>Es fällt mir schwer zu verstehen, was im Zuge der Fußballweltmeisterschaft alles im Land passiert.</p>
<p><strong>Sparpaket?</strong><br />
Fahnen im Angebot nur 1,50 €.</p>
<p><strong>Wirtschaftskrise? </strong><br />
Bier nur 2,50€.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle Antworten auf die ungelösten Fragen erscheinen plötzlich so einfach. Bleibt nur ein Problem. Diese verdammten Vuvuzelas. Zweckentfremdete Benzin Trichter, die uns den Spaß am Public Viewing vermiesen. Wie konnte die FIFA nur zulassen unseren schönen europäischen Sport und die damit verbundene Kultur so durch den Dreck zu ziehen. Jahrelang einstudierte und gelernte Fangesänge und Gegrölle. Die Spielgeräusche durch die Atmo-Mikrophone der Berichterstattung zur Untätigkeit verdammt. Der ständige Krach, Moderatoren dazu gezwungen ohne Punkt und Komma zu reden, um das monotone Summen zu übertönen. Doch so sind die Ursachen dieser Geräte nur schwer zu entdecken. Vom Pegel her müsste man ein ganzes Heer Bläser im Publikum vermuten. Die Kamerashots ins Publikum zeigen nur wenige. Vielleicht ist dieses Geräusch nur mutwillig über die Stadiongeräusche gelegt um die Ordner, Angestellten und Ansässigen nicht schreien zu hören. Sie könnten schlechte Stimmung verbreiten und <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,700473,00.html" target="_blank">härtere Maßnahmen erzwingen</a>. Wir lassen uns unseren schönen Sport nicht von Vuvuzelas zerstören: Dieses Spiel hat nach unserer Leitkultur gespielt zu werden und in dieser Kultur sind auch die Spielregeln für die Zuschauer klar definiert.</p>
<p><em>Liebe Südafrikaner, </em></p>
<p><em>Ihr dürft unsere Fußball-WM veranstalten, aber wenn ihr nicht so mitspielt wie wir es uns vorstellen setzt es was.</em></p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Sinne allen viel Spaß unter den bunten Mützen, Fahnen, Schirmen zur Abwendung der Depression.</p>

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		<title>Istanbul</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 11:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Während in Deutschland alles dem für dieses Jahr grö [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Während in Deutschland alles dem für dieses Jahr größten Sportereigniss entgegenfiebert, hat es mich für das Wochenende nach Istanbul verschlagen. Auch wenn ich in der Vergangenheit schon hier gewesen bin, bin ich von der Energie und der Lebensfreude dieser Stadt überrascht. Die Plätze und Straßen voll mit Menschen, die erhobenen Hauptes stolz dahin schreiten. Die Sonne und Temperatur tut ihr übriges dazu. Istanbul und seine Menschen wissen, was sie haben. Wo sie derzeit stehen. Ich sehe nicht, dass hier ein größeres Verständnis für Politik, Wirtschaft und Kultur vorherrscht als dies in meinem Heimatland der Fall wäre, aber es kommt ein gewisses &#8220;Savoir-Vivre&#8221; zum Ausdruck welches in dieser Form mir schon fast fremd scheint. Die Dynamik und der Fluss der diese Stadt durchströmt ist elektrifizierend. Sicher, die Innenstadt am Taksim ähnlich jeder Großstadteinkaufsmeile und auch hier gehen die Menschen dem bekannten Konsum nach, doch irgendwie anders. Der Bosporus und Teile des Meers, die immer wieder am Ende der Häuserschluchten in türkisblau hervorblitzen bieten einen Anlaufpunkt zum rasten.</p>
<p style="text-align: justify;">Um einen Moment inne zu halten, die Gedanken treiben zu lassen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Einzig die  politisch/wirtschaftliche Konstante, die ansonst fester Bestandteil meines Lebens ist, ist verschwunden. Der Bann von Google durch die türkische Regierung erschwert die Orientierung. Doch kann er auch genutzt werden um eine andere Form der Orientierung aufzubauen. Fragen und Sprechen mit Händen und Füßen, auch wenn der jeweilige Gegenüber mir ob meines Aussehens gerne in türkischem Gegurre antwortet. Ich finde mich zurecht und lobe den öffentlichen Nahverkehr. Das Skellett und Rückrat der Nichtorstansässigen welches die Orientierung ungemein erleichtert. Sauber, modern und klimatisiert. Die Rückzugsmöglichkeit um dennoch im Fluss zu bleiben.</p>

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