Eigentlich hatte ich die Tickets schon lange. Das Konzert war irgendwann auch mal für den 8.Dezember angekündigt worden. Leider kurzfristig auf Grund von Krankheit der Künstler abgesagt. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit. Ein Alternativtermin sollte noch verkündet worden.
Der Alternativtermin war gestern. 16. Februar 2009. Die Location die Alte: Schlachthof Bremen. Das Wetter auf der Autofahrt von Hamburg nach Bremen richtig, richtig schlecht. Regen, aufgepeitschte Wassergischt und wir zwischen all den LKW, die sich durch all die Brückenbaustellen quetschen müssen, mit uns. In einem quietschegrünen Fiat Punto. Mit Björk auf dem Player und Multivitaminbonbons im Mund. Trotz dieser schwierigen Umständen kommen wir pünktlich in Bremen an und finden auch gleich einen Parkplatz um die Ecke.
Über den Skatepark hinweg sieht man vor dem Eingang schon eine große Menschentraube. Komisch, ich dachte immer Notwist sei eher ein Geheimtip. Vielleicht liegt das aber auch an den Bremern, die einfach einen besseren Geschmack haben als andere Regionen. Vielleicht waren es auch alles Hamburger, so wie wir, die einfach mal ein gutes Konzert wo anders besuchen wollen. Oder vielleicht auch nur den Schlachthof besuchen wollen. Ich hatte eigentlich mit einer schnöden Halle, ein bisschen schranzig, aber immer noch funktional gerechnet und wurde von der tatsächlichen Begebenheit schon so sehr überrascht, dass das Konzert nur noch gut werden konnte. Der Schlachthof ist mehr ein Theatersaal wie eine Konzerthalle. Mit Empore und Balkonen. Von drei Seiten kann Publikum den Musikern auf der Bühne zusehen.
Die Vorband, ich weiß den Namen gar nicht, war eine Vorband. Viel zu sehen gab es nicht, ein bisschen live gespielte Fahrstuhlmusik. Gut, wenn man noch ein bisschen gucken, schnacken und Bier trinken will. Wenn man nicht wüßte was man tun soll, dann wäre es aber auch nur bedingt störend. Man kann auf den Emporen und Balkonen sicher schön schlafen dabei.
Dann kommen sie. Notwist. Pünktlich gehts los. Stücke vom letzten Album: The Devil, You and Me. Einfach Schön. Der Sound, die Musik die live genauso fragil und abgestimmt wirkt wie auf Platte. Das Licht, schlicht mit Nebel, klar bleiben die Konturen der Künstler.

Die Künstler, das sind allerdings eher Console und die Band. Console, der einen ganzen Wühltisch aus elektronischen Gerätschaften aufgebaut hat, die er eigentlich ständig mit Controllern der Wii bedient. Witzig, ja, aber nicht störend. Es geht nicht um Show. Es geht ums Geräusch. Um den Sound. Um fantastische Musik.
Ich habe meinen dritten Besuch in Bremen nicht bereut. Mein erstes Notwist Konzert auch nicht. Und den Schlachthof werde ich als hervorragends Konzerthaus weiterempfehlen.
February 19th, 2009 - 13:34
also wollen wr doch mal bei der wahrheit bleiben – es war ein panda, kein punto