Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

The Party Is Over

July 28th, 2010 written by moritz

Normal versuche ich mich nicht auf die Massenereignisse zu stürzen, die zur Genüge von allen “klassischen” Medien bis zur gesellschaftlichen Übersättigung, zum Erbrechen und somit zum absoluten Desinteresse beleuchtet werden. Auch will ich mich nicht hinstellen und sagen ich hätte es gewusst. Aber: Was auf der Veranstaltung in Duisburg vorgefallen ist hat mich nicht sonderlich überrascht. Hatte, musste das was dort geschehen ist nicht passieren? Ich spreche dabei nicht davon, dass Menschen sterben mussten. Ich spreche davon, dass eine der zig Massenveranstaltungen die regelmäßig von allen medialen Organen, klassisch wie modern, zu Non-Plus-Events des kollektiven Vergnügens ausgerufen werden in einem Drama enden musste.

Liest man die kritische Berichterstattung zum Unglück erfährt man von den Absagen in Bochum, der beinahe Katastrophe in Dortmund und denkt mit Schrecken an die eigenen Erfahrungen in den Absperrgittern der Public Viewing Veranstaltungen zurück:

“Wir feiern die ganze Nacht!” Schon pfeifen die Ohren, dabei stehe ich doch noch im Eingangsbereich. Vor mir irgendwo die Sperre der Ordner. Einzeleinlasskontrolle. Wegen Waffen, Flaschen und sonstigem Zubehör welches auf dem Veranstaltungsort nicht gewünscht ist. Noch kann ich den Standort der Ordner nur ahnen, eigentlich kann ich alles um mich herum nur noch ahnen. Eingeklemmt im ekstatischen Mob der zur Jagd nach den individuellen Anteilen am kollektiven Gedächtnis bläst.

Gehüllt in Klamotten von denen geglaubt wird, dass sie den Personen stehen und Teil der kollektiven Erfahrung sind. Uniformen. Diese Klamotten sind nicht billig, sie sehen nur so aus. Meine Kontrollmöglichkeit beschränkt sich auf das Heben und Senken der Schultern. Der Druck der von hinten drängelnden und gröhlenden Menschenmasse schiebt mich unaufhaltsam nach vorne. Doch vorne fließt es nicht oder nur zögerlich ab. Links und Rechts drängt zur Mitte. In der Mitte hänge ich. Mein Gewicht nicht mehr voll auf meinen eigenen Beinen. Ich hänge.

Woher kommt diese Kraft die mich bewegungsunfähig zurück lässt? Wer veranlasst diese? Wo soll ich hin?

Ich will raus, nicht mehr mitgezogen und geschoben werden. Ich pfeife auf eure kollektiven Events des exzessiven Rausches. Mein Leben spielt nicht dort wo ich viele von euch treffen kann, mein Leben spielt dort wo ich bin.

Wenn ihr um mich seid, seid sanft und lasst mir meinen Raum. Ich werde auch euch nicht zu nahe kommen und die notwendige Distanz wahren.

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