The Strokes. Pickelige Garagenband aus New York. Phänomenales understatment Debütalbum.
Werden hier Äpfel mit Birnen verglichen?
Pickelige, snobbige Jungspunde mit dem King of Pop? Dem Schöpfer unzähliger Pophymnen? Gallionsfigur einer ganzen Generation? Der erste schwarze, der auf MTV gespielt wurde. Dies auf Grund seiner Klasse, im Gegensatz zu fünf weißen Jungs, denen MTV geholfen hat, Identifikationsfigur einer neuen Generation zu werden.
Dennoch. Der Vergleich hinkt in meinen Augen nicht. Die Bedeutsamkeit der Werke ist ähnlich. Der einzige Unterschied das Understatment der Jungen. “Is this it”, ohne Fragezeichen, skeptisch. “This is it” hört sich dagegen arrogant, überheblich, irgendwie schlecht an. Ich hab den Film nicht gesehen. Vielleicht werde ich ihn mir ansehen. Mich interessiert die Choreografie der geplanten Show. Das Backstage. Die Vorbereitung. Dagegen wirkt “Is this it” für mich eher rau. Unchoreografiert. Ungeprobt. Spontan.
Nichtsdestotrotz. Die Melodien sind teilweise ähnlich. Ein “Billy Jean” mit dem unwiderstehlichen Basslauf liegt vielleicht noch kurz vor “Trying your Luck”. Aber: Authentischer wirken die Jungen.
Wenn der Künstliche singt:
“People always told me be careful what you do
Don’t go around breaking young girls’ hearts
And mother always told me be careful who you love
Be careful what you do ’cause the lie becomes the truth”
wirkt dies ebenso künstlich wie sein Äußeres.
Dagegen wirken die Jungen, in löchrigen Jeans und Second-Hand Klamotten wirklicher:
“Let’s see what’s for sale
He’s trying hard to give his job a chance
Oh, it’s never gonna be
It’s sad, but I agree
The signals don’t seem right
They last for just one night, and then
I’m sorry that I said:
“That we were just good friends”"
Eigentlich bin ich zu jung für Beide. Bei Michael Jacksons Schaffenshöhepunkt saß ich noch in der Grundschule der bayrischen Provinz. Beim wichtigsten Werk der Strokes kurz vor dem Schulabschluß. Nur leider immer noch in der Provinz.
Mit der persönlichen Distanz zum jeweilgen Zeitgeist bin ich für “Is this it” dennoch dankbarer, als dem lauwarmen Multileveraging von “This is it”.
Zumindest die Wörter sind gleich.