Déjà-vu Erlebnisse geben mir selbst das Gefühl, übernatürliche Kräfte zu besitzen. Geträumt zu haben, was noch gar nicht eingetreten ist dann aber gekommen ist.
Gottgleich warte ich darauf aufs Podest erhoben zu werden. Zerschmettert die Glaskugeln, zerreist die Karten und verdunkelt die Sterne. Ich weiß schon heute was kommen wird.
Um dann verbittert festzustellen:
Das kam gar nicht von mir.
Ich hab die ähnliche Situation schon mal in nem Film gesehen. Oder in einem Buch die Beschreibung entdeckt. Mist, nichts da mit Podest, mit Leben in Saus und Braus.
Gestern war wieder so ein Erlebnis. Es began mit einer harmlosen Verabredung zum Sushi-Essen auf dem Hamburger Berg. Hamburg Kenner werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen: “Fisch, -auf dem Hamburger Berg? Welche Bardame hast du kennen gelernt?” Getäuscht.
Zu Beginn war ich auch eher ein bisschen skeptisch. Die Ankündigung “klein” lies zumindest den Verdacht zu, das ich den Laden in der Vergangenheit übersehen habe. “Klein” war übertrieben. “Winzig” sollte man diesen Stehimbiss nennen. Dennoch zwei Personen im Laden, die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern. Einmal der Suhsimeister, der in ordentlicher Kochtracht hinter der Kühltheke steht und die Speisen zubereitet und dann er, die junge, charmante und witzige Bedienung. Weder weiß ich Namen noch sonst irgendwas über die Belegschaft des Kampai aber die Beziehung zwischen den beiden wirkte auf mich als sei ich plötzlich in einen Tarantino Film versetzt. Ich bin mir sicher hinter dem Vorhang, der die Theke begrenzt, haben die beiden ein Lager an Katana und der Laden ist vermutlich nur so winzig im Bereich der Verköstigung weil sich irgendwo da hinten auch noch ein Kampfraum verbirgt, in dem der Sushimeister seinen jungen Schüler in die Kunst des Kenjutsu ein. Leider war es zu kalt für Mücken, ansonsten hätte der gelehrige Schüler diese mit den Chopsticks aus der Luft gepflückt.
Aber das wäre dann nicht mehr Tarantino.
Alles nicht von mir. Ausser die Empfehlung: Delikates Sushi.
