Sommerzeit ist Reisezeit. Nach dem Ausflug nach Zürich steht eine kurze Arbeitswoche an, die schon Mittwoch endet und ab Donnerstag in eine Reise nach Prag gipfelt. Johannes lädt ein. Nachfeier des 30igsten Geburtstags. 17 Frauen und Männer sagen zu. Drei Wohnungen am Wenzelsplatz, weltklasse Wetter und Sehnsucht nach dem vermutlich besten Mojito in Mitteleuropa stehen in Aussicht. Genau diese Aussicht wird getroffen. Eigentlich sogar übertroffen.
Wir, eine erste Gruppe von acht Personen kamen schon Donnerstag Nachmittag an. Der Einzug gestaltete sich etwas umständlich, da der Vermieter die gesamte Miete fürs Wochenende im vorraus haben wollte, nachdem wir ihm aber klar machen konnten, dass manch einer von uns schon zum dritten Mal in seinen Apartments unterkommt belässt er es auf einer Anzahlung und uns somit die Möglichkeit nicht unendlich viel Geld von der Bank zu holen und die tschechischen Kronen zu Hause wieder in Euro umzutauschen.
Nach dem Check-In ein kurzes Shopping mit anschließendem Shoking. Gleich beim ersten Einkauf um 50 Euro beschissen worden. Statt der tatsächlich gekauften Kiste Bier wurden uns sechs Kästen Bier in Rechnung gestellt. Glücklicherweise war der Filialleiter des Supermarktes einsichtig und sah den Fehler auf der Abrechnung ein. Wir bekamen das Geld zurück.
Es bleibt kein Grund zu lästern. Abends dann klassische böhmische Küche. Gekochtes Rindfleich in Sahnesoße mit Hefeklos. Ich liebe und empfehle es gerne weiter. Die Mitreisenden, die sich dieser Empfehlung gefolgt sind, können meine Begeisterung nicht teilen. “Der Hefeklos ist ja in Scheiben und schmeckt wie nicht-aufgebackenes Aufbackbaguette…” Naja, mit einem Bier und einem Becherovka zum Abschluss kann man es dann doch hinab spülen. Anschließend weiter an der Moldau entlang. Karlsbrücke, Oper und Prager Burg des Nachts pasiert. Schön. Klarer Himmel. Die Beleuchtung stimmungsvoll: Prag pittoresk. Ziel des Spaziergangs waren die geplanten Mojitos. La Bodeguita del Medio: Diese Kneipe hat es mir angetan, seit ich sie erstmals entdeckte. Das ist Jahre her. Damals noch eher ein Lokal. Beim letzten Besuch waren dann schon manche Tische weggeräumt und Salsatänzer fegten über die Bühne. Diesmal kamen zu diesen Tänzern noch ein Feuerspucker hinter der Bar hinzu. Der Mojito wie immer fein. Der ganze SchnickSchnack kann in meinen Augen auch weggelassen werden.
Nachdem wir uns ausgiebig am Mojito gelabt haben, Rückkehr ins die Wohnungen. Ausschalfen. Die Anreise im Zug über sieben Stunden und die Erwartung des Rests der Gruppe ließ diesen Ansatz sinnvoll erscheinen.
Am nächsten Tag, Frühstück und anschließend Sighseeing. Alles beim alten, nichts wirklich neues. Die Bilder sagen mehr, als ich es kurz fassen könnte.
Abends Ankunft des Rests der Gruppe. Abendessen bestand aus Pizza aus der unter uns liegenden Pizzeria. Schnell und einfach. Anschließend Verleihung des goldenen “L’s” an den Initiator. Gefolgt von einem Ausflug ins Nachtleben von Prag. Chapeau Rouge und Roxy.
Die unermüdlichen schlossen sich noch zu einer letzten Gruppe zusammen, zu einem Gang in den Frühclub. Was der Name dieses Ladens ist, ist mir leider entfallen. Dafür blieb ein Spruch des Abends hängern: “Ouuh, ich muss nach Hause auf die französische Keramik… Weiß irgendjemand von euch, was THW auf tschechisch heißt?”
Am nächsten Morgen gemeinsames Frühstück und anschließend….? Teilung der Gruppe. Der eine Teil zum Sonnen an die Moldau, dem anderen zeigte ich noch einmal die Sighseeingspots Prags.
Anschließend Zersplitterung in kleinere Gruppen. Shopping, oder wie Flo und ich, entspanntes Kaffeehausgammeln.
Abends gemeinsames Essen in einem argentinischen Steakrestaurant. Erschrocken musste ich erneut feststellen, dass ich deutscher bin als ich sein will. Nicht, weil ich das Steak gar gegessen hätte, nein, so ein bisschen rohes Fleisch kann mein Körper ab. Aber das wir den Kellner fragten, ob er die Rechnung seperat einreichen könnte führte dazu, die Zeremonie der Abrechnung auf eine knappe Stunde zu weiten. Egal. Immerhin waren anschließend alle gut genährt und wir zogen zurück um Johannes sein Geburtsagsgeschenk zu überreichen. Diese eigentlich nur kurz geplante, feierliche Übergabe zog sich dann bis in die frühen Morgenstunden. Wir hatten Wohnungen, wieso nicht auch nutzen?
Am Sonntag, nach dem Frühstück noch das obligatorische Zigarrettenkaufen, gefolgt von der Verabschiedung. Die Rückfahrt im Zug, erneut über sieben Stunden war diesmal deutlich zäher.
Montag Büro war definitiv nicht mein bester Tag.
Was bleibt ist die Erinnerung an den 30igsten Geburtstag von Johannes in Prag. Und das ist wohl das Wichtigste.
