Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Welche Medienrevolution?

March 12th, 2010 written by moritz

Es wird gejammert, wenn man die “klassischen” Medien hört.
Es wird frohlockt, wenn man die “neuen” Medien hört.
Es herrscht Unschlüssigkeit, wenn man den Menschen lauscht.

Die Frage die dies alles beantworten kann ist: “Was bewegt den Menschen?”

Abgesehen von “persönlichen” Erlebnissen und Ereignissen im direkten Bekanntenkreis sind es in erster Linie die Daten (ich spreche bewusst von Daten, da ich Information erst als existent ansehe, wenn die Daten beim Empfänger angekommen sind und dort in irgendeiner Weise interpretiert wurden), mit denen wir tagtäglich beschossen werden. Auf allen Kanälen: Radio, Zeitung, Displays in den Straßen und Verkehrsmitteln, Fernsehen und das Internet. Diese Vielfalt müsste uns doch eigentlich Zugang zu einer Vielzahl unterschiedlicher Daten geben.

Doch tut sie das?

Nein, tut sie nicht. Große Katastrophen oder Ereignisse sind in allen Kanälen gleich vorhanden. Das Ereignis bekomme kann ich aus allen Kanälen herausziehen. Die Tiefe ist unterschiedlich. Das Ereignis das Gleiche. Relevanz auf Grund von Quantität. Doch was war zuerst, die Relevanz die die vielen Nennungen hervorgerufen hat oder die vielen Nennungen, die die Relevanz verursachte? Eine Henne Ei Problematik. Ein Paradox.

Ich kann es auch nicht beantworten, aber bei manchen Meldungen bin ich mir sicher das der zweite Weg, die vielfache Nennung, die Relevanz verursacht hat und die Meldung ins allgemeine Bewusstsein gerückt hat. Lieblingsbeispiel: Formel 1. Es gibt vermutlich keine sinnloseres und gesellschaftlich nutzloseres Ereignis als die Formel 1. Eine Werbeveranstaltung von Automobilherstellern vom Feinsten. Productplacement, Werbung und alles unter dem Anstrich des Sports. Die Übertragungsrechte geschützt. Teuer zu erwerben für die Livebilder und Aufzeichnungen: Um was zu zeigen? Werbeeinblendungen und Slogans: “XYZ im ABC”. Toll.

Ein weiteres Beispiel, welches ich in seinem Ausmaß noch extremer empfinde ist, wenn Medien über Medien berichten. Zeitung X über Casting des Fernsehsenders Y. Erinnert an Pipi Langstrumpfs Lehre, “…ich mache mir die Welt, wide-wide-wie-sie mir gefällt…” und wird eher zu Pipi Langstrumpfs Leere. Wie verhalten sich die “neuen” Medien? Noch extremer, da die klassischen Geschäftsmodelle nicht mehr greifen, wird nun ein neues Geschäftsmodell implementiert. Werbung von Werbung gerahmt.

Was bleibt am Ende auf allen Kanälen?

Schnell wechselnde Flachheit.

Auch eine Art der Revolution.

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