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Yuppies in Urbanity

Wenn der Käse als Kreuz am Arsch klebt

August 4th, 2009 written by moritz

Am ersten August ist in der Schweiz der Rütli-Schwur. Alle die denken: “Ey Digga, Rütli, kenn ich, dit is die krasse Schule an der mei Mudda mein Vadda kennen gelernt hat.” irren. Der Rütlischwur ist der Beginn der Gründung der Schweizer Nation aus unterschiedlichen Kantonen. Wer mehr wissen will: Guck bei Wikipedia. Ich kann andere Geschichten erzählen. Zu Verdanken habe ich das einem Treffen mit den ehemaligen Kollegen aus Indien. Die Regelmäßigkeit der Treffen, der versprengten Legionäre der EVS-Armee steigert sich bezüglich der Intensität. Nachdem wir uns erst vor sechs Wochen mit den Fahrrädern durch die Schluchten und Krachten der Amsterdams gestürzt haben, trafen wir uns diesesmal auf Einladung der Schweizergarde zum Rütlischwur in Zürich. Zum Zeitpunkt der Anreise gab es die günstige Möglichkeit, einen Direktflug von Hamburg aus zu ergattern. Dafür musste ein Tag Urlaub geopfert werden, da dieser früh morgens Hamburg verlies. Egal, Ankunft in Zürich als Erster, abgesehen von den dort ansässigen, Lily, Phillip und Marcos. Die Verabredung zum Mittagessen stand und so hatte ich drei Stunden Zeit, ein bisschen durch die Gegend zu schlurchen, zu frühstücken und Kaffee zu trinken. Zürich ist langsam. Schön langsam. Drei Stunden Aufenthalt hatten einen Erholungswert von einer ganzen Woche in anderen Städten.
Mittag mit den drei Zürichern. Asiatisch, danach wieder: Kaffee und Gammeln für Fortgeschrittene. Um drei Mathias vom Bahnhof abgeholt. Ab diesem Zeitpunkt wurde die braune durch gelb-transparente Flüssigkeit ersetzt. Nicht zu wild, aber bis wir Phillip und Robert wieder am Bahnhof abgeholt haben war auch Mathias tiefenentspannt. Auf zu Philipp, Einkauf für den sich ankündigenden Feiertag. Vorbei an Feuerwerkskörpern für 200.- Schweizer Fränkli, in den allgemein und internationl vermutlich gleich ablaufenden Vorfeiertagsabendichglaubwirwerdenniewiedereinkaufenkönneneinkauf. Doch was sehen meine Augen dort? Ein Käsekreuz auf dem Arsch eines roten Hähnchens.

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Noch bevor ich die Frage beantwortet bekam, ob dies wohl ein schweizer Nationalgericht ist, konnte ich die Herkunft dieser Tiere klären: Zuerst war das Ei.

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Für uns gabs nur Würste, Salat und Brötchen. Vorbereitung für die, Samstag auf der Dachterasse von Thomas geplante Grillerei. Nach der Pflicht, Übergang zur Kür. Jumbo-Cordon-Bleu mit Pommes. Ein Laib Emmentaler, eingeschlagen in Schinken, ummantelt von Schweineschnitzel, Kruste aus einem Laib Brot in zwei Pfund Butter gebacken. Amen. Entspannen und Anveradauen am Zürichsee. Marcos, noch in einen Polterabend eingespannt, stößt zu uns. Danach noch Langstraße, die Schweizer bezeichnen es als Pendant zum Hamburger Kiez. Quatsch mit Soße, sieht man davon ab, dass sie natürlich Recht habe mit dem Vergleich, wenn sie sich nur auf den zentralen Punkt der Abendgestaltung der Massen beziehen. Wobei Massen in einer Stadt wie Zürich auch nochmals anders zu bewerten sind. Relativ früher Abbruch, immerhin sind wir alle schon lang auf den Beinen. Mit Marcos in seine und Lilys Wohnung in Dietlikon. Nett, sehr nette Wohnung. Nachdem ich auch die Wohnung von Phillip begutachten konnte muss ich sagen, die schweizer Wohnungen an sich sind mit sehr schönen und großen, zentralen Wohnzimmern ausgestattet.
Samstag erwachten wir unter einem strahlend blauen und sonnigen Himmel. Gefühlte 35 Grad. Ab zum Limmat. Ein Stadtstrand Zürichs. Im Wasser toben, Brückenspringen, unzählige Rückwärtssaltos und Eigen- und Fremdurintinkturen später, Grillen auf der Dachterrasse von Thomas. Alter Wohnblock, auf dem Dach der Grill und wir. Um uns ständiges Feuerwerk. Nicht so massiv wie es Mitternachts an Silvester ist. Aber beständig. Ähnlichkeiten zu den Fernsehbildern, der Luftabwehr in Bagdad, können nicht geleugnet werden. Wir umleuchtet von bunten Lampengirlanden. Schön, warm. Beim Verlassen der Dachterasse umhüllt uns der Geruch der verbrannten Schwefeltreibsätze der Knaller. Abschließendes Ablaufen der Langstraße. Vier Uhr morgens. Zurück nach Dietlikon.
Sonntag morgen verschlafen. Verspannt. Blaue Flecken auf dem Brustkorb zeugen von den schiefgegangen Sprüngen von der Brücke. Dauerregen vor dem Fenster. Brunch bei Phillip. Der Tag vorbei, ehe er richtig begann. Ein letztes Gruppenbild am Zürichsee und dann zurück. Flughafen, Verspätung. Immerhin Zeit das Wochenende zu reflektieren und festzuhalten. Es war ein schönes Wochenende. Auf ein baldiges Wiedersehen.

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