bleibt nur die Kapitulation. Eingeständnis des Unvermeidbaren. Ich hab den Punkt erreicht. Ich kann mich nicht mehr wehren. Der Versuch dem Netz auszuweichen, dem Netz zu entkommen liefert mich ihm aufs Neue aus. Argumente gegen die Partizipation im Netz finden sich meist im Netz. Ich nehme es hin. Als größte Erfindung aller Zeiten, als die Universalmaschine die unser Leben besser machen wird. Als eierlegende Wollmilchsau, die alles jedem umsonst bereit stellt. Wozu noch fliegen, wozu noch bewegen, wozu noch essen. Ich bin eins mit dem Inhalt. Der Inhalt bin ich.
Genug des Lobgesanges, ich übergebe dem Chor. Einsatz des Solisten. Lass uns Freunde bleiben, Die Lawine donnert bereits, Mein musikalischer Zwillingsbruder und der ultimative Exit-Link für Facebook, den ich leider nicht drücken konnte im Angesicht meiner Freunde, die mich dort vermissen würden, sind ein Anzeichen dafür, dass es mich zu sehr beschäftigt.
Der Reihe nach:
Wie oft prangere ich die Unverbindlichkeit der Beziehungen im Netz an und wie sehr schätze ich sie. Ich schätze sie mehr als das ich sie verteufle, denn weiterhin bin ich der Ansicht auf diese auch verzichten zu können. Ob ich mich täusche weiß ich nicht, aber es hilft mir ungemein weiterhin den Eindruck zu haben alles unter Kontrolle zu haben. Nachdem ich jedoch nicht fähig war den Link zu drücken muss ich es ein weiteres Mal überdenken. Oder hinnehmen und kapitulieren. Ich kann nicht dabei sein ohne dabei zu sein. Ich will dabei sein.
Welch hervorragende Metapher. Social Media erschreckt die Produzenten indem sie diesen zu verstehen gibt, dass sie mit der Art und Weise der Produktion oder mit dem Produkt nicht einverstanden sind. Kein reines Pushen von Meldungen mehr, ein Rückkanal den Keiner geöffnet hat, der plötzlich da war und beachtet werden muss. Ob man will oder nicht.
Dieses Donnern kann ich auch hören ohne von der Lawine tatsächlich betroffen, sprich mitgerissen werde. Derzeit höre ich ab und zu ein Donnern. Die Resonanzwellen gehen an mir vorbei. Aber wie lange noch? Wann kommt der Zeitpunkt an dem ich mich persönlich beteilige und Teil der Lawine werde oder selbst betroffen bin? Erneut das Problem: Ich kann nicht dabei sein ohne dabei zu sein. Ich will dabei sein.
Mein musikalischer Zwillingsbruder
Den Artikel habe ich von einer Freundin zugesendet bekommen. Last.fm sammelt mit meiner Zustimmung Daten über meinen Musikkonsumverhalten und gleicht es mit dem Konsumverhalten Anderer Last.fm Nutzern ab. Auf Grund meines Konsums werden mir Vorschläge für alternative, von mir noch nicht gehörten Titeln gemacht, die von Nutzern mit ähnlichem Konsumverhalten gehört wurden. Hier dreht sich alles nur um die Musik. Am Ende steht aber die soziologische Frage: “Steht mir ein Mensch mit ähnlichem Konsumverhalten wie meinem näher als jemand mit einem total verschiedenen?” Um diese Frage zu beantworten muss ich mich der Werkzeugkiste des Netzes bedienen. Mir selbst fehlt es an der Akkuratheit meinen Konsum sauber zu protokollieren. Also nutze ich die gestellten Werkzeuge um am Ende des Tages herauszufinden ob der Konsum vereint. Ich kann nicht dabei sein ohne dabei zu sein. Ich will dabei sein.
Mein Unvermögen mich zu widersetzen, die Angst irgendwas zu versäumen halten mich gefangen im Netz. Ich nehme es hin. Ich kenne den Ausgang nicht und übe mich in Geduld. Ob jemals der Punkt erreicht sein wird an dem ich beurteilen kann ob ich mit oder ohne Netz leben will? Ich kann es wohl nicht herausfinden ohne dabei zu sein. Ich will dabei sein.

April 26th, 2010 - 17:57
[...] Nach dem letzten Post über die Kapitulation vor den sozialen Netzwerken und der Akzeptanz des Unausweichlichen heute ein kurzer Post zur Kontoeinstellung. Denn: Facebook, ihr übertreibt es. Daher eine kleine Anleitung die vielleicht nicht so einfach ist wie die Kastration eines Kühlschranks, aber deutlich notwendiger. (Die Auflösung auf die Frage: “Wie kastriere ich einen Kühlschrank?” folgt am Endes des Posts.) [...]
April 30th, 2010 - 18:18
[...] Ich selbst finde Facebook ganz dufte und sehe auch viele Möglichkeiten der digialen Kontaktpflege. Aber ich möchte gerne die Kontrolle über meine Daten behalten und nicht zu gläsern für alle sein. [...]