Ausflug der Zeppelin Universität nach Hamburg. Mit hochkarätigen Vertretern ihres Fachs wurde die Frage beleuchtet: “Wer hat die Macht?”
Gabriele Fischer, ihres Zeichens Chefredakteurin der brandeins, Prof. Dr. Eckhard Schröter, Dekan des Departments für Politik und Verwaltungswissenschaften der ZU und Dr. Markus Rohmberg Medienwissenschaftler der ZU.
Schon der einleitende Satz mit den hochkarätigen Vertretern ihres Fachs weißt ein wenig daraufhin, was in der Diskussion passiert ist. Ziemlich wenig. Jeder scheute sich, eine klare Definition der Macht zu geben und statt dessen immer von Einfluss oder Verantwortung zu sprechen. Leider sprach niemand von Schuld, obwohl es irgendwie die ganze Zeit im Raum stand. Die Politik hätte dies zu machen, die Parteien hätten jenes zu machen und die Wirtschaft ist nochmal ganz anders. Nur die Medien, die können nix, ausser Ressonanz verstärken und Aufmerksamkeitsströme lenken. Sind aber total ohnmächtig bezüglich der Gesellschaft. Und Web2.0 schreibt nur von den Medien ab. Bringt sich dementsprechend auch nicht in den machtpolitischen Diskurs ein. Nestlé, Shell und jetzt vielleicht BP hat es nie gegeben. Dafür werden die NGOs als mächtig beschrieben. Als der Zusammenschluss von Individuen ausserhalb der politischen Parteien.
Aus dem Publikum linksradikale Krawallmacher die auf Ackermann und Konsorten geschimpft haben und denen ihre Gehälter und Boni streitig machen wollten, da augenscheinlich Machtmißbrauch vorliege.
Diesmal konnte ich schon in der Veranstaltung nicht mehr ruhig bleiben und musste mich zu Wort melden. Mit einem Statement, welches ich auch gerne hier als meine Meinung zum Thema Macht hinterlassen möchte:
“Die Macht liegt nicht bei jemand anderem. Wenn ich die Macht einer anderen Person oder Organisation zuspreche, begründe ich darauf nicht nur meine eigene Ohnmacht, sondern auch die Unfähigkeit der Übernahme der Verantwortung für mein eigenes Handeln. Auch ich selbst habe Macht. Ich muss meine Macht gezielt und verantwortungsbewußt einsetzen um, über Konsum und Verhalten in der Gesellschaft, die volle Verantwortung für mein Handeln und meine Macht zu übernehmen.”