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Yuppies in Urbanity

Wochenendausflüge und die entsprechenden Leiden

July 19th, 2009 written by moritz

Verreisen ermöglicht auszubrechen, aus der Routine, dem Alltag, aus den eigenen vier Wänden, dem Schmutz, der Ignoranz der Nachbarn, der Eintönigkeit, der Langeweile, der Einsamkeit. Ob die Reise die im voraus gesetzten Erwartungen erfüllt ist unsicher. Denn um über eine Reise sprechen zu können muss diese erstmals definiert sein. Wenn ich von Reise spreche, spreche ich vom Gesamtkonstrukt aus tatsächlicher physischer Reise, wenn mein Körper von A nach B bewegt wird und vom Aufenthalt in/auf/um B. Die Hoffnungen die ich zu Beginn genannt habe beziehen sich auf den Aufenthalt, denn die physische Bewegung erfüllt all die genannten Erwartungen. Die Möglichkeiten des Transports sind vielfältig, aber, als stolzer Nicht-Auto-Besitzer bin ich meist doch eher auf Massentransportmittel angewiesen.

Der Bus, die Busreise: Hab ich täglich auf dem Weg ins Büro, muss nicht sein. Unbequem und nur bedingt kommunikativ, zumindest nicht mehr seit den letzten Klassenfahrten.

Das Flugzeug, die Flugreise: Die Fazination Fliegen ist nach dem ersten Flug meines Lebens schon verschwunden. Enge Sitze, trockene Luft, langweilig Mitreisende, ständiges Rumgestehe für Check-In, Sicherheitskontrolle, Boarding, und Gepäckausgabe. Auf dieses Mittel greif ich nur zurück, wenn die Reise sehr weit weg ist und mir am Aufenthalt gelegen ist. Ansonsten sagt mir auch mein grünes Gewissen, dass es Blödsinn ist, solch eine Menge an Energie für den Transport zu verschwenden, nur um Zeit zu sparen.

Die Mitfahrgelegenheit, die Autoreise: Auch ohne Auto kann man das Vergnügen haben, mit einem eben jener Gefährte zu fahren ob dies nun ein Leihwagen ist, dennn man mit Mitfahrwilligen füllt, oder ob man selbst zum Mitfahrer wird. Ja, in der Regel ist es unbequem, sehr unbequem sogar, wenn man das Pech hat, auf der Rücksitzbank eines Fiat Uno eingeklemmt zu sein. Auch schwingt die Angst mit, wieder mit einer Geisteskranken zu fahren, die zwar behauptet, ein Fahrsicherheitstraining für Securities absolviert zu haben, da sie ja die persönliche Bewachung für Robbie Williams sei, wenns stimmt auch egal. Ich hatte trotzdem Schiss, bei Tempo 230 auf der Autobahn von Berlin nach Würzburg. Neben mir auf der Rücksitzbank die nervige, vierjährige Tochter. Oder letzte Woche auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin, haben Gerret und ich das Auto auch mit Mitfahrern gefüllt. Das Mädchen, ihr Name war Charlotte war nett und umgänglich. Der Typ: Kristian, ein Schnacker vor dem Herrn. Zwei Stunden lang Monologe über Michael Jackson. Immerhin weiß ich seitdem, das Michael Jackson die Verantwortung für die Wahl von Obama zum ersten, schwarzen, amerikanischen Präsidenten hat. Dennoch, unterhaltsam wars. Auch wenn ich meinen Freund Makke verstehen kann, der sagte, er nehme nur noch Frauen mit.

Da ich weder gerne wandere und ungern längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklege, das Beamen noch nicht erfunden ist bleibt:

Der Zug oder die Bahnreise: Züge sind mir das liebste Transportmittel. Unabhängig, verantwortungübernehmend, bequem, unterhaltsam und bildend. Bei längeren Strecken hat man viel Zeit, Bücher oder Zeitungen zu lesen, Musik zu hören. Es muss nichts getan werden. Die Bahnhöfe liegen meist im Stadtzentrum von wo aus man überall hinkommt. Wie sagte der ehemalige bayrische Ministerpräsident so schön: „Sie steigen in den Hauptbahnhof ein,…,und somit näher an Bayern heran, weil das ja klar ist.“ Die Logik übersteigt meinen Intellekt bei weitem, aber wenn ich könnte, würde ich es ganz ähnlich sagen. Dennoch, so lieb mir die Zugreise ist. Es gibt Tatsachen die mir gehörig auf die Nerven gehen. Die ist das gute Unternehmen, welches die Züge in Deutschland betreibt. Ich bin in vielen Ländern Zug gefahren, aber so verarscht wie hier, fühlte ich mich nie.

Doch dies ist eine ganz andere Geschichte

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